Flüchtlingsgipfel Obama bedankt sich bei Merkel

US-Präsident Barack Obama lobt die Kanzlerin für ihren Einsatz in der Flüchtlingspolitik: Angela Merkel habe in einer "Krise epischen Ausmaßes" Verantwortung übernommen.

Barack Obama und Angela Merkel
REUTERS

Barack Obama und Angela Merkel


Die rund 50 Teilnehmerstaaten des Flüchtlingsgipfels wollen in diesem Jahr etwa 360.000 Menschen aufnehmen. Diese Zusage machten die Staaten am Dienstag (Ortszeit) bei dem Treffen in New York. US-Präsident Barack Obama, der das Treffen einberufen hatte, dankte ausdrücklich Deutschland und Kanada für die Öffnung der Grenzen für die Schutzsuchenden. Diese Länder hätten in einer "Krise epischen Ausmaßes" Verantwortung übernommen.

Obama richtete seinen Dank namentlich auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Für eine Politik der Offenheit gegenüber Flüchtlingen müssten Politiker oft einen hohen Preis zahlen: "Die Politik geht manchmal hart um" mit Regierenden, die die Grenzen für Schutzsuchende öffneten, sagte der US-Präsident.

Mit der Aufnahme von 360.000 Flüchtlingen überträfen die Länder ihr Engagement aus dem Vorjahr um das Doppelte, sagte Obama. Die Zahl bleibt allerdings deutlich unter der Forderung des Uno-Flüchtlingshilfswerks zurück. Dieses hält für das laufende Jahr die Aufnahme von 1,1 Millionen Flüchtlingen für nötig.

Die Aufnahme von Flüchtlingen bezeichnete Obama als moralische Frage: "Wenn wir unsere Türen vor diesen Familien zuschlagen, verraten wir unsere tiefsten Werte", sagte er.

Nach Angaben von US-Seite sagten sieben Länder in New York zu, die Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge im Vergleich zu 2015 zu verzehnfachen: Tschechien, Rumänien, Portugal, Spanien, Italien, Frankreich und Luxemburg. Absolute Zahlen wurden zunächst nicht genannt. Die USA hatten im Vorfeld angekündigt, im kommenden Jahr 110.000 Flüchtlinge aufzunehmen, nach 85.000 im laufenden.

cte/AFP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
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verinet 21.09.2016
1. ist ja toll
während die USA bei einer Krise die sie maßgeblich mitverursacht hat fast keine Flüchtlinge aufnimmt gibt es ein warmes Dankeschön an Merkel und Deutschland....Worte sind billig
bobrecht 21.09.2016
2. Da hat der gute Mann Recht, allerdings
sollte er unbedingt darauf hinweisen, dass ein Großteil des Problems durch Amerikanische Agitation verursacht wurde.
hei-nun 21.09.2016
3. na toll
Jetzt kommen sowohl Obama-Basher als auch Merkel-Basher zu Wort ! "In der Kombination sich wir stark !" Falsch, denn: - Obama hat Recht - Merkel hat wunderbar menschlich und christlich reagiert - Der Syrien-Krieg wurde von Assat ausgelöst - Die Russen haben Assat dabei maßgeblich unterstützt Alles übrige ist ideologisches Wunschdenken P.S.: Jetzt beginn in Syrien "MH17 2.0" - die Russen: Wir waren es nicht und haben dafür "Beweise" ...
kyon 21.09.2016
4. Zum Gelde drängt's
Herr Obama übersieht bei seiner Lobhudelei der Merkelschen Offenherzigkeit geflissentlich, dass Frau Merkel die Grenzen nicht für "Schutzsuchende" geöffnet hat, sondern für Menschen, die -inzwischen unverfolgt- durch halb Europa ziehen, um wirtschaftliche Vorteile bevorzugt in Deutschland zu erlangen.
balouchen 21.09.2016
5. da wird mir schlecht
ich bin mit Sicherheit kein usa-basher. aber hier kommt mir wirklich der Kaffee hoch. die Krise ist mit durch die interventionen der usa verursacht und die USA nehmen so gut wie keine Flüchtlinge auf.Aber Merkel für ihre völlig einsame, an allen demokratischen Institutionen oder dem Volk vorbei getroffene Entscheidung loben. Würde ein Präsident sowas in den USA machen, wäre er politisch erledigt. Aber andere dafür loben. Gott, wie verlogen ist das denn!
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