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US-Vorwahlen: Obama will nicht für Trumps Erfolg verantwortlich sein

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AFP

Barack Obama

Hat der US-Präsident mit seiner Politik das Erstarken des Populisten Trump erst möglich gemacht? Auf keinen Fall, sagt nun Obama - und kritisiert den "Zirkus" der Republikaner.

US-Präsident Barack Obama hat den kanadischen Premierminister Justin Trudeau zu einem Staatsbesuch im Weißen Haus empfangen. "Ihr Wahlsieg und die ersten Monate im Amt haben neue Energie und eine neue Dynamik nicht nur für Kanada, sondern auch für die Beziehungen zwischen unseren Ländern gebracht", sagte Obama.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sprachen die beiden unter anderem über eine mögliche Auswanderungswelle von Amerikanern nach Kanada. Es ist ein Szenario, das derzeit - meist humorvoll - in Medien und sozialen Netzwerken für den Fall durchgespielt wird, dass es der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump tatsächlich ins Weiße Haus schafft. "Jedes Mal, wenn wir Präsidentschaftswahlen haben, sollen sich unsere Freunde im Norden auf einen Exodus von Amerikanern vorbereiten, die schwören, nach Kanada zu ziehen, wenn der Kerl der anderen Partei gewinnt", sagte Obama nun. "Normalerweise geht aber alles gut aus."

Trudeau antwortete auf die Frage nach etwaigen Auswanderungen sehr diplomatisch. "Die Beziehung, die Freundschaft unserer beiden Länder geht weit über die zweier Individuen oder Ideologien hinaus. Ich habe gewaltiges Vertrauen in das amerikanische Volk und freue mich auf die Zusammenarbeit mit jedem, den es ins Weiße Haus schickt."

Carson will offenbar Trump unterstützen

Bei den Republikanern sieht es momentan tatsächlich gut aus für Trump: Er hat in den jüngsten Vorwahlen gut abgeschnitten und liegt gemessen an den Delegiertenstimmen vor seinen Parteirivalen. Am Donnerstag zitierte zudem unter anderem die "Washington Post" zwei ungenannte Quellen, wonach Trumps ehemaliger Mitbewerber, der Ex-Neurochirurg Ben Carson, am Freitag offiziell seine Unterstützung für den Milliardär bekanntgeben werde. Trump selbst bestätigte die Angaben kurz darauf bei der Debatte der Republikaner in Miami.

Auf der Suche nach einem Schuldigen für das Erstarken Trumps wurde in den vergangenen Wochen immer wieder ein Name genannt: Barack Obama. Der Präsident habe es mit seiner Politik erst möglich gemacht, dass sich Trump mit seinen populistischen Aussagen profilieren könne, so der Vorwurf vonseiten der Republikaner. Sie hatten zuletzt ihre Attacken auf Trump verschärft um seine Kandidatur zu verhindern.

Den Vorwurf wies Obama nun vehement zurück. Er sei es ja gewohnt, sich von den Republikanern viele Vorwürfe anzuhören, sagte er bei der Pressekonferenz. Dass er nun aber auch schuld für deren Vorwahlen und Kandidatenwahl sein soll - das sei dann doch ein Novum.

Den Vorwahlkampf der Republikaner nannte Obama einen Zirkus. Er sagte zudem, wenn man die Positionen Trumps zum Thema Einwanderung mit denen seiner Konkurrenten Ted Cruz und Marco Rubio vergleiche, dann würden sie sich nicht besonders stark voneinander unterscheiden.

Geschenke für die Obamas

Bei der Pressekonferenz von Obama und Trudeau ging es aber auch um erfreulichere Themen. Breit grinsend erwähnte Obama, dass das Eishockeyteam seiner Heimatstadt Chicago derzeit den Stanley Cup innehat, den begehrtesten Pokal im nordamerikanischen Eishockey. "Es gibt ein paar Dinge", sagte Obama, "auf die wir uns nie werden einigen können: "Wer hat eigentlich das bessere Bier? Und wer ist besser im Eishockey?"

Trudeau hatte bei seinem Staatsbesuch übrigens auch Geschenke für die Obamas im Gepäck. Die Töchter bekamen Schals eines kanadischen Designers, die First Lady ein Cape und der Präsident eine Skulptur eines Aboriginal-Künstlers. Die beiden Hunde der Familie bekamen Schühchen, sogenannte Muttluks.

aar/Reuters/dpa

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Fläche: 9.833.517 km²

Bevölkerung: 318,857 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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