Zehn Kubaner über den US-Präsidenten "Wer besucht uns? Obama?"

Kommen mit Barack Obama auch neue Freiheiten? Wird Kuba jetzt vom Kapitalismus überrannt? Hier erzählen zehn Menschen aus Havanna, was sie vom Besuch des US-Präsidenten halten.

Aus Havanna berichtet


Mehr als fünf Jahrzehnte standen sich Kuba und die USA in offener Feindschaft gegenüber. Jetzt soll alles anders werden, der Besuch von Barack Obama in Havanna soll ein neues Zeitalter im kubanisch-amerikanischen Verhältnis begründen. "Historisch" nennt der US-Präsident die Gespräche mit der Castro-Führung.

Aber was sagen eigentlich die Kubaner zu der Visite? Und was halten sie von der Annäherung zu dem einstigen Erzfeind? Die Sichtweisen sind sehr unterschiedlich. Die einen hoffen auf einen Schub für die Modernisierung ihres Landes. Die anderen fürchten um die kommunistische Identität. Hier schildern zehn Kubaner, was sie von dem Besuch aus Washington halten:

insgesamt 21 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
redbayer 21.03.2016
1. Ein Glück, dass wenigstens
den meisten Kubaner es am A.. vorbei geht, wenn ein Obama ins Land kommt. Nur die verrückten Deutschen finden es eine Sensation und freuen sich, wenn ihr Oberchef der Untersekretärin Merkel mal ein anderes Land besucht, um ein paar Sprüche zu klopfen. Für ihn ist Kuba wie jede andere Karibik-Insel samt Latein Amerika "Hinterhof der USA", den man hin und wieder ausmisten muss.
wadlap 21.03.2016
2. Armes Cuba ...
... das Problem ist ja nicht der Obama-Besuch und auch nicht die Zeiten, wo man meinte, Hinterhöfe ausmisten zu müssen ... Das Problem ist die Uninformiertheit der Leute. Wenn ich die zehn Statements hier lese,so stelle ich fest: Die Alten, die als Kinder noch Hunger und Not der normalen Bevölkerung im Spielkasino Batista kannten, halten an den Errungenschaften des Sozialismus á la Castro fest, ohne jemals über eine Weiterentwicklung nachgedacht zu haben. Es ist ja alles besser als vor 70 Jahren. Und die Jungen, denen dieser Sozialismus wahrscheinlich mit Sch...hausparolen wie in unserem "besseren" deutschen Staat beigebracht wurde, wollen davon im Grunde nichts mehr wissen, weil sie ihn mit Mangelwirtschaft gleichsetzen und ein "besseres" Leben wollen. Bestenfalls sagen sie wie hier, "ich bin eigentlich nicht politisch ...". Eine Perspektive sieht zumindest zur Zeit offensichtlich niemand und darf bisher wohl auch nicht öffentlich diskutiert werden. Mal sehen, was wird. Venceremos, adelante comandante
boje6 21.03.2016
3. Die sollen sich bloß in Acht nehmen!
Kader-Kadaver und Apparatschiks haben ja bisher jede Menge Bremswirkung aufgebracht, wenn es darum ging, innovative Kräfte an einem Sozialismus-Modell schrauben zu lassen, das auch mal zu Wohlstand führt. Moderne EDV gäbe einer Planwirtschaft endlich mal die Mittel in die Hand, vernünftig funktionieren zu können. Solange da nicht Mickeysoft das Sagen hat. Das gesamtkapitalistische Modell der USA allerdings wird Kuba mitnichten zur Selbstverwirklichung verhelfen. Wäre echt schade um die. Obama wird aber wohl kaum etwas anderes zu bieten haben. Daher: Händeschütteln, paar Zigarren einpfeifen, ordentlich Rum zechen und gut is...
hal5000 21.03.2016
4. Angesichts der ersten Beiträge hier...
... muss ich feststellen: Glücklicherweise sind die Kubaner offensichtlich nicht so verbohrt, griesgrämig, pessimistisch, ängstlich, dogmatisch und jeglichen Wandel ablehnend wie wir Deutschen. Sie sehen die Möglichkeiten, die sich bei dieser Annäherung auch für sie selbst ergeben und begreifen, bei aller kritischen Betrachtung, auch die Chance auf ein wirtschaftlich und(!) gesellschaftlich besseres Leben. In der Ausgestaltung dieser gewandelten Beziehung beider Länder zueinander haben die Kubaner selbst ja schließlich viele Trümpfe selbst in der Hand.
Bueckstueck 21.03.2016
5. Peinlich
Zitat von redbayerden meisten Kubaner es am A.. vorbei geht, wenn ein Obama ins Land kommt. Nur die verrückten Deutschen finden es eine Sensation und freuen sich, wenn ihr Oberchef der Untersekretärin Merkel mal ein anderes Land besucht, um ein paar Sprüche zu klopfen. Für ihn ist Kuba wie jede andere Karibik-Insel samt Latein Amerika "Hinterhof der USA", den man hin und wieder ausmisten muss.
Du bist also der erste, der mal wieder nicht über den Titel hinaus gelesen hat und somit kreuzfalsch mit seinem Ami-Bashing liegt. Zum Glück interessiert das die Kubaner wirklich nicht was du denkst.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.