Obama vs. Störenfried "Nein, nein, nein - Sie sind in meinem Haus"

Im Weißen Haus ist Barack Obama der Chef - das lässt er sich auch von einem lautstarken Störenfried nicht nehmen. Der Zwischenruferin erteilte er eine strenge Lektion in Sachen Manieren. Und warf sie dann raus.


Mit Störenfrieden kennt sich Barack Obama aus. Das bringen Hunderte öffentliche Auftritte pro Jahr als weltweit prominentester Politiker mit sich. Dabei hat sich der US-Präsident eine gewisse Routine im Umgang mit Zwischenrufern angeeignet. Das weiß seit diesem Mittwoch auch eine Aktivistin, die einen Empfang im Weißen Haus als Bühne für ihren eigenen kleinen Auftritt nutzen wollte.

Anlass war ein Termin zu Ehren des LGBT-Monats. Mit Aktionen im ganzen Land soll dabei auf die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgenden hingewiesen werden.

Die Szene: Obama und sein Vize Joe Biden stehen auf dem Podium im East Room des Weißen Hauses vor einer Gruppe von Besuchern und Journalisten.

Obama bei seinem Auftritt im Weißen Haus: "Jetzt hören Sie mal zu"
AFP

Obama bei seinem Auftritt im Weißen Haus: "Jetzt hören Sie mal zu"

Der Präsident spricht, wird aber immer wieder von einer zwar lauten, aber kaum verständlichen Zwischenruferin aus dem hinteren Teil des Raums unterbrochen.

Schließlich wird es Obama ganz offensichtlich zu bunt.

Obama: "Nein, nein, nein, nein, nein, nein."

(weitere Zwischenrufe)

Obama: "Jetzt hören Sie mal zu, Sie sind hier in meinem Haus…"

(Applaus aus der Menge)

Obama: "So etwas ist wirklich respektlos, wenn man eingeladen wird."

Auch von dieser klaren Ansprache lässt sich die Person nicht beeindrucken, ruft weiter. Doch der Präsident ist nicht willens, seinen Auftritt noch länger zu unterbrechen.

Obama: "Sie sollten sich schämen!" (in Richtung der Sicherheitskräfte) "Können wir diese Person entfernen?"

Es dauert eine Weile, bis die Störererin (noch immer seine Parolen rufend) zur Tür gebracht ist.

So ganz verarbeitet hat Obama den Zwischenfall jedoch offenbar noch nicht. Halb zu Vize Biden, halb zum Publikum erklärt er: "Ich kann zwar auch mal einen Störer ab. Aber nicht wenn ich im (Weißen) Haus bin." Wer dort die Vorspeisen und den Alkohol abgreifen wolle, müsse sich gefälligst benehmen, so der Präsident. Biden amüsiert sich zumindest über diesen Teil des Auftritts sichtlich.

Vize Biden: Freude über den Konter des Chefs
AP

Vize Biden: Freude über den Konter des Chefs

Tatsächlich sind Fälle dieser Art bei öffentlichen Obama-Auftritten nicht selten, wohl aber im Weißen Haus. Dort werden Besucher normalerweise einem gründlichen Backgroundcheck unterzogen. Diese Sicherheitsmaßnahme macht es potenziellen Störenfrieden nicht einfach.

Protest gegen Abschiebungen

Laut CNN handelt es sich bei dem aktuellen Fall um eine Transgender-Immigrantin. Als Teil einer Aktivistengruppe engagiert sie sich dem Bericht zufolge dafür, dass Mitglieder der LGBT-Immigranten stärker an der Einwanderungsdebatte teilnehmen dürfen. Offenbar wollte sie gegen Abschiebungen demonstrieren.

Für Obama nahm der unangenehme Auftritt dann aber doch noch einen versöhnlichen Verlauf. Nachdem der Aktivist verschwunden war, schallte es aus dem Publikum: "Wir lieben dich."

Obama: "Und ich liebe euch!"


Anmerkung: US-Medien haben inzwischen nähere Informationen zur Identität der Hauptperson veröffentlicht. Es handelt sich bei dem Störenfried um eine Transgender-Frau. Wir haben den Text entsprechend angepasst.

jok

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insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
sponner_hoch2 25.06.2015
1.
Mh... Das kann man jetzt souverän nennen. Man könnte sich bei der Definition von "souverän" aber auch ein Beispiel an Frank Elstner (damals bei Wetten dass, als da ein paar AKtivisten waren und er deren Entfernung verhindert hat) oder Günther Jauch (der vermutlich Frank Elstner im Hinterkopf hatte) nehmen. Und dann erscheint Obamas Verhalten auf einemla gar nicht mehr so souverän, sondern eher arrogant und dünnhäutig.
endschi 25.06.2015
2. Auf mich wirkte
Obama eher hilflos...
fleischwurstfachvorleger 25.06.2015
3. Obama
Ich mag ihn. Ich hasse seine menschenverachtende einseitige Politik.
XaniD 25.06.2015
4. Warum...
...wird im Artikel das falsche Geschlecht für Jennicet Gutiérrez verwendet? Sie ist eine Frau. "Er" und "der Aktivist" ist wohl kaum angebracht...
Tingletangle 25.06.2015
5. ich frage mich...
...wie wohl berichtet würde wenn die exakt gleiche Situation mit Putin statt mit Obama passiert wäre.
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