Bilanz des US-Präsidenten Obama nennt größten Fehler seiner Amtszeit

US-Präsident Obama blickt auf seine Amtszeit zurück: Er habe Amerika vor der Rezession bewahrt. In der Außenpolitik hingegen gibt er einen großen Fehler zu.

US-Präsident Barack Obama
AP

US-Präsident Barack Obama


Während bei Demokraten und Republikanern bereits der Kampf um die nächste US-Präsidentschaft tobt, beschäftigt sich Barack Obama mit der Frage, was er in seiner Amtszeit richtig und falsch gemacht hat.

Er habe vieles erreicht, aber auch Fehler gemacht, sagte der US-Präsident in einem Interview mit "Fox News Sunday". Als seinen größten Fehler bezeichnete er sein Vorgehen in Libyen nach dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi.

In einem Blitzinterview des TV-Senders Fox News antwortete Obama in der Nacht zum Montag auf die Frage "Ihr schlimmster Fehler?" wie folgt: "Wahrscheinlich das Scheitern beim Konzipieren eines Plans am Tag nach der Intervention in Libyen, welche mir damals als richtige Entscheidung erschien." In Libyen herrscht seit dem Sturz Gaddafis im Jahr 2011 Chaos. Das Land wird von zahlreichen bewaffneten Milizen beherrscht, vor allem der "Islamische Staat" wird dort immer mächtiger.

Es ist nicht das erste Mal, dass Obama sich kritisch über die Lage in Libyen äußert. Dem Magazin "Atlantic" sagte er im vergangenen Monat, die militärische Operation selbst sei zwar so gut wie erhofft verlaufen, aber jetzt herrsche in Libyen "Chaos".

Als seine "größte Leistung" während der Präsidentschaft nannte Obama "die Rettung der Wirtschaft vor einer großen Depression".

Hintergründe zur Lage in Libyen und zum Vormarsch des "Islamischen Staats" lesen Sie hier:

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santoku03 11.04.2016
1.
In einem Blitz-Interview des TV-Senders Fox News antwortete Obama in der Nacht zum Montag auf die Frage "Ihr schlimmster Fehler?" wie folgt: "Wahrscheinlich das Scheitern beim Konzipieren eines Plans am Tag nach der Intervention in Libyen, welche mir damals als richtige Entscheidung erschien." Hmm, wenn "das Scheitern beim Konzipieren eines Plans am Tag nach der Intervention" der größte Fehler war, wäre dann nicht die Intervention selbst der allergrößte gewesen? Man sollte doch erwarten, dass ein "Plan für den Tag nach der Intervention" bereits vor der Intervention gemacht würde?
observatorius 11.04.2016
2. ... nicht
Obama hätte ehrlicher sein können und das Scheitern in Libyen nicht als eine "Planlosigkeit" am Tag nach der Intervention zu verharmlosen. Der wirkliche Fehler war die Intervention selbst, denn genau diese hat - unter offensichtlicher Beugung des Völkerrechts auf einen Regime-Change abgezielt, der wie so oft die immer gleichen Folgen mit sich bringt: Chaos, Rechtlosigkeit und Terror, ganz zu schweigen von der Verelendung des einstmals reichsten Land Afrikas. An Beispielen dieser Interventionsfolgen (mit oder ohne Plan) mangelt es nicht: 1. Das Kosovo (Interention 1999 - ein bis heute disfunktionaler Bandenstaat). 2. Afgahnistan (Intervention ab 2001 - ein bis heute nicht funktionierender Staat, der heute mehr Terroristen Exportiert als vor dem Einsatz). 3. Irak - Regimechange 2003: ein vom Hin und her des US-interventionismus gebeutelter Staat, der 1/3 des Gebiets an den IS verloren hat. All das war vor Obama und von ihm sogar kritisiert: Libyen 2011 und Ukraine 2014 gehen aber auf sein Konto und dass die Liste nicht von Syrien angeführt wird hat Obama nur den diplomatischen Kunstriffen von Herrn Lavrov zu verdanken.
Unbnflssbr 11.04.2016
3.
Der Libyenkrieg war von vornherein zum Scheitern verurteilt und MEINER MEINUNG NACH ein Angriffskrieg bzw. "Regimechange". Zehntausende Bomben haben tausende Menschen getötet und das Land in Chaos gestürzt. Unter Gaddafi ging es der Bevölkerung definitiv besser, das muss man einfach sagen (dürfen). Gott sei Dank hat Herr Westerwelle eine deutsche Beteiligung an diesem Spektakel weitestgehend verhindert.
alkman 11.04.2016
4. Libyen
Und Westerwelles Verdienst ist es, Deutschland aus dieser widerrechtlichen und sinnlosen, konzeptionslosen Intervention herausgehalten zu haben. Leider letztlich erfolglos!
loma 11.04.2016
5. Immerhin
ist er in der Sache, im Gegensatz zu seinen Vorgängern, ehrlich.
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