Umweltpolitik Die wundersame neue Klimaschutz-Allianz

Barack Obama, Chinas Xi Jinging, Papst Franziskus - das Bündnis aus Kirche und Supermächten will den Rest der Welt doch noch zu einem Klimavertrag führen. Kann das klappen?

Chinas Xi, US-Präsident Obama, Papst Franziskus: "Heilige Pflicht"
Reuters

Chinas Xi, US-Präsident Obama, Papst Franziskus: "Heilige Pflicht"

Von , Washington


Dass der Papst sich gern politisch gibt, das dürfte man jetzt auch in Washington wissen. Ob Einwanderung, Todesstrafe oder Flüchtlingskrise - kaum ein großes Thema ließ Franziskus bei seinen Auftritten aus. Ein Anliegen aber schien ihm besonders wichtig: der Kampf gegen den Klimawandel. Der Moment für "mutige Handlungen und Strategien" sei gekommen, sagte der Papst im Kongress. "Ich bin überzeugt, dass wir etwas verändern können."

Natürlich muss der Papst dieses Thema ansprechen. Am Ende geht es beim Klimawandel um den Erhalt des menschlichen Lebensraums, welche Frage sollte das Kirchenoberhaupt mehr interessieren. Aber ein bisschen ernster sollte man sein Engagement schon nehmen. Denn Franziskus, der sich in passender Symbolik in einem kleinen Fiat durch die Straßen Washingtons fahren ließ, ist nicht allein. Er hat zwei mächtige Verbündete: US-Präsident Barack Obama und Chinas Staatschef Xi Jingping.

Die wundersame Umweltallianz aus Kirche und Supermächten ist gerade gemeinsam an der Ostküste Amerikas unterwegs, dem Geiste nach zumindest. Franziskus reist im Anschluss an seinen Aufenthalt in der US-Hauptstadt nach Philadelphia und zur Uno nach New York. Obama empfängt Präsident Xi zu Gesprächen in Washington. Sowohl vor der Uno als auch im Weißen Haus dürfte der Klimaschutz eine zentrale Rolle einnehmen. Xi, so heißt es, werde ankündigen, in China 2017 ein nationales Emissionshandelssystem zu starten. Drei Männer, ein Ziel. Es stellt sich die Frage, ob das schillernde Bündnis es schafft, die internationale Gemeinschaft doch noch von einem neuen, verbindlichen Klimavertrag zu überzeugen.

Neue Nähe zwischen China und USA

Um einen solchen Klimavertrag, der fixe Emissionsziele beinhalten und die globale Erderwärmung auf zwei Grad begrenzen soll, steht es im Moment nicht sonderlich gut. Europa kann sich ein Abkommen vorstellen, führt aber nicht. Die USA sind für einen Vertrag offen. Nicht einmal die Schwellenländer wehren sich grundsätzlich dagegen. Aber die jeweiligen nationalen Interessen und Befürchtungen sind so unterschiedlich, dass eine Einigung auf verbindliche Ziele und konkrete Sanktionen sehr fraglich ist, wenn man im Dezember in Paris zum Klimagipfel zusammenkommt.

Es ist richtig: Wirklich grün sind weder China noch die USA, erst kürzlich erlaubte Obama dem Ölkonzern Shell Bohrungen vor Alaska. Auch beim einstigen Kyoto-Abkommen haben China, vor allem aber die USA keine wirklich konstruktive Rolle gespielt, die Amerikaner haben es nie ratifiziert. Lange gaben sich beide Länder in der Klimapolitik trotzig wie kleine Kinder, ganz nach dem Motto: Wenn ihr nicht mitmacht, machen wir auch nicht mit.

Doch das hat sich inzwischen geändert. Obama und Xi, deren Länder weltweit die beiden größten Emissionssünder sind, stimmen ihren Klimakurs ab. Im November 2014 vereinbarten sie gemeinsame Ziele. Die USA wollen ihren CO2-Ausstoß bis 2025 um 28 Prozent verringern. Peking will mit der Einsparung im Jahr 2030 beginnen und bis dahin den Anteil von erneuerbaren Energien am Energiemix auf 20 Prozent steigern. Auf einem Gipfel in Los Angeles verabredeten China und die USA in der vergangenen Woche Ziele zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes in ihren Großstädten. Das geplante Emissionshandelssystem, das Xi an diesem Freitag vorstellen will, soll der nächste, konkrete Schritt werden.

"Washington und Peking haben ihre Zurückhaltung aufgegeben, sie sind vorgeprescht und beanspruchen eine Führungsrolle", lobt Jennifer Morgan, Klimaexpertin vom World Resources Institute.

Papst spricht von "heiliger Pflicht"

Die Kooperation ist umso erstaunlicher, als dass es derzeit etliche Streitthemen gibt. Washington macht Peking für einen Cyberangriff auf Daten von Regierungsmitgliedern verantwortlich. Auch Chinas Währungsabwertung hat die Obama-Regierung irritiert. Aber auf dem Feld der Klimapolitik wollen sie sich offenbar unterhaken. "Beide Staatschefs scheinen den Gipfel in Paris zu einem Erfolg machen und andere Länder mitziehen zu wollen", sagt Morgan.

Der päpstliche Einsatz ist in dieser Hinsicht für die beiden Staatschefs sehr hilfreich. Während sie sich um die harten Zahlen und konkreten Ziele kümmern, versucht Franziskus, das Thema moralisch aufzuladen und es so ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Gerade Obama kann die Hilfe gut gebrauchen. In den USA ist das Feld der Umweltpolitik äußerst umstritten. Viele Amerikaner halten den Klimawandel noch immer für kein drängendes Problem.

Obama weiß, dass unter den Klimawandel-Skeptikern viele sind, die sich als gläubig bezeichnen und er hofft, dass die Appelle von Franziskus manchen Zweifler in seinem Land überzeugen.

Die entsprechende Rhetorik bringt der Mann aus dem Vatikan mit. Der Schutz der Erde, sagte der Papst im Weißen Haus, sei eine "heilige Pflicht".

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monolithos 25.09.2015
1. Friedensnobelpreis für diese 3
Lustig, lustig, dass sich ausgerechnet diese 3 Herren nun aufschwingen, die Welt retten zu wollen. Aber wenn es denn der Welt hilft und sie wirklich was bewegen, wenn sie sich einig sind, so sollen sie im Sinne der Sache meinen Segen dafür haben. Zum Schluss kriegen sie allein fürs Drüberreden noch den Friedensnobelpreis dafür und Herr Obama wird in die Geschichtsbücher eingehen als der erste Mensch, der den Friedensnobelpreis zweimal bekommen hat.
kasam 25.09.2015
2. Ziele die nichts taugen.
Vor ein paar Wochen war eine richtig gute informative Reportage über die ersten Ziele abends , wenn keiner mehr schaut, gezeigt worden. Die ersten Ziele die man steckte sind bei weitem nicht erreicht worden. Man ist noch fern davon das zu erreichen was man sich damals gesteckt hat. Jetzt steckt man neue Ziele, die man nicht erreichen wird, da man die erste Vorgabe nicht realisieren konnte. Die Realität sieht anders aus, als am grünen Tisch---Das alles sind Papier-Wünsche, die aufgeschrieben werden, um sich zu beruhigen---seht her, wir tun etwas, seht her , hier unsere Taten----aber von einem Schriftzug bis zur Tat ist ein anderer Schritt, der nicht vollzogen wird. Die Welt wird getäuscht , die Politiker die diese Ziele setzen, die wissen das es auf dem Papier bleibt. Die wissen, das die einst gesteckten Ziele der 1 ten Runde immer noch nicht umgesetzt wurden, geschweige denn die neuen, die sich gut anhören, aber reinste Utopie sind...Was sind das für Menschen, die Bla Bla auf dem Papier verfassen und es nachher abheften und vergessen-----
j.oder 25.09.2015
3. Natürlich nicht - Missing Link
Nur wenn z.B. Leute vom Schlage eines H.Dobrindts aus der Supermacht Bayern da mitmachen würden, dann klappt das auch und nicht nur in Sachen Klimaschutz, Nachhaltigkeit etc.. "" "" wieder frei wählbar.
argonaut-10 25.09.2015
4. Scheinheilig
Dem Papst mag man es ja noch abnehmen, aber den anderen Beiden? Und woher kommt diese Läuterung auf einmal, wo sie doch jahrzehntelang blockiert haben?
mohsensalakh 25.09.2015
5. Die Düre hat USA die Gefahr verständlich gemacht!
Die Dummen verstehen die Worte nicht. Seit fast 20 Jahren versucht die Welt zu retten, was zu retten gibt, musste aber immer einen rückzieher machen weil die dumme großmächte ihre vetos einlegten. Jetzt, wo in usa seit jahren kaum mehr regnet haben diese klimakiller es endlich begriffen. Da sie aber noch weiterhin dämlich sind, wird es in ihrer Gesprächsrunde wieder zu Revierkämpfe kommen.
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