BBC-Interview Obama warnt Großbritannien vor EU-Austritt

Barack Obama bezieht Stellung in der Debatte über einen EU-Austritt Großbritanniens. Der US-Präsident sagte der BBC, die Briten müssten in der Europäischen Union bleiben, wenn sie weiter Einfluss in der Weltpolitik haben wollten.

US-Präsident Obama: "Wir müssen sicherstellen, dass das Vereinigte Königreich Einfluss behält"
AP/dpa

US-Präsident Obama: "Wir müssen sicherstellen, dass das Vereinigte Königreich Einfluss behält"


Die Briten sollen bis Ende 2017 in einem Referendum über den Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union entscheiden. US-Präsident Barack Obama hat in einem Interview mit der BBC vor den Folgen eines Ausscheidens aus dem Staatenbund, dem sogenannten Brexit, gewarnt.

"Das Vereinigte Königreich in der Europäischen Union gibt uns ein viel größeres Vertrauen in die Stärke des transatlantischen Bündnisses und ist ein Eckstein in den Institutionen, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurden, um die Welt zu einem sichereren und wohlhabenderen Ort zu machen", sagte Obama. "Und wir müssen sicherstellen, dass das Vereinigte Königreich diesen Einfluss behält."

Der US-Präsident bezeichnete Großbritannien als "besten Partner" der USA, weil das Land bereit sei, über seine unmittelbaren Interessen hinaus für eine geordnetere und sicherere Welt zu sorgen.

Obama lobte den britischen Premierminister David Cameron dafür, dass London das von der Nato ausgerufene Ziel erfüllt habe, mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für den Verteidigungshaushalt auszugeben. Der US-Präsident bestritt, in dieser Frage Druck auf Cameron ausgeübt zu haben. Es habe aber "ehrliche Gespräche" zwischen beiden Politikern gegeben.

syd

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arrache-coeur 24.07.2015
1.
"Der US-Präsident sagte der BBC, die Briten müssten in der Europäischen Union bleiben, wenn sie weiter Einfluss in der Weltpolitik haben wollten." - Das ist einer der wichtigsten Punkte (aus Sicht der Five Eyes), weshalb die EU Grossbritannien ertragen muss. Noch wichtiger aus Sicht der USA ist Grossbritannien als transatlantischer Vorposten (fast Trojanisches Pferd) in die EU, durch den wiederum die ihren USA Einfluss in Europa verstärken.
Loddarithmus 24.07.2015
2. Das meint er aber ...
... wohl kaum im britischen Interesse, sondern im eigenen. Klar, dass er mehr über die Positionen und Pläne der EU erfährt, wenn er einen Insider befragen kann.
LinkesBazillchen 24.07.2015
3. Was Obama gut findet, nutzt Europa nicht
Wenn Obama den EU-Austritt Großbritanniens schlecht findet, können wir davon ausgehen, dass es für die EU und Großbritannien gut ist.
patta8388 24.07.2015
4.
Die Amis wollen wohl ihr NeoCon-Uboot in der EU behalten. Find grad keine Quelle, aber da war ne nette Anekdote von ner EU-Internen Konferenz/Verhandlung bei der in der britischen Delegation eine Gruppe mit starken amerikanischen Akzent sprach... ^^
mikefuerbass 24.07.2015
5. Sehr offene Worte, Herr Obama
damit hat der amerikanische Präsident zwischen den Zeilen sehr deutlich artikuliert, dass er einem Europa ohne die Briten nicht mehr vertrauen könnte. Soviel zum Thema "die Deutschen sind unsere Freunde". Wir - und damit unsere Regierung - sollten das sachlich und ohne Emotionen bewerten und zur Erkenntnis gelangen, dass die heutigen USA ein NATO-Partner, ein je nach Interessenlage gelagerter Verbündeter, aber keine unbedingten Freunde mehr sind. Und uns folglich nicht mehr in unseren Entscheidungen von den USA abhängig machen. Ich bin kein Anti-Amerikaner, weit gefehlt, ich bin lediglich Realist. Und für diese meine Einschätzung gibt es interessanterweise ein Wort, welches im Deutschen und im Amerikanischen identisch ist: Realpolitik
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