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Obamas 53. Geburtstag: Der lustlose Präsident

Ein Kommentar von , Washington

Barack Obama: Stark auf dem Platz, schwach im Oval Office Fotos
REUTERS

Barack Obama wird 53, doch Grund zum Feiern hat er kaum. Der US-Präsident wirkt amtsmüde, verweigert die politische Führung. Viel Zeit bleibt ihm nicht, um seine Präsidentschaft zu retten.

Am Samstag konnte Barack Obama endlich wieder einen Erfolg feiern. Auf dem Landsitz Camp David gewann seine Herrenrunde ein privates Golf-Turnier gegen eine andere Herrenrunde. Das White House Press Corps meldete, Obama habe "bestes Golfwetter" genossen: "24 Grad und überwiegend sonnig".

Nichts gegen Golf oder gegen Herrenrunden, aber Obama erweckt den Eindruck, als flüchte er vor den Herausforderungen seiner Präsidentschaft. So wie sich die Fotos häufen, die ihn auf Polo- oder Golfplätzen zeigen, häufen sich die ungelösten Probleme seines Landes.

Obama, der an diesem Montag seinen 53. Geburtstag feiert, ist ein müder Präsident geworden. Er wirkt erschöpft, genervt vom Kleinkrieg mit dem politischen Gegner. Zugleich erweckt er den Eindruck, als sei er sich zu fein für das schmutzige Geschäft der Politik. Vieles deute darauf hin, "dass Obama bereits das Handtuch geworfen hat", schrieb der Publizist Joe Klein.

Schlechter als George W. Bush und Richard Nixon

Die Bürger spüren das. Nach einer aktuellen Umfrage hält die Mehrheit der Amerikaner Obama für den schlechtesten Präsidenten der vergangenen 70 Jahre - schlechter als George W. Bush, schlechter als Richard Nixon. Projekte, die sich später mal mit seinem Namen verbinden könnten, gibt es bislang kaum. Will Obama einmal für mehr in Erinnerung bleiben, als als erster schwarzer US-Präsident, müsste er rasch eine andere Einstellung zu seinem Job finden. Etwas mehr als zwei Jahre bleiben ihm noch.

Bislang wurde der Demokrat seinen eigenen Ansprüchen am ehesten in der Außenpolitik gerecht. Dieser Tage wird er von vielen für seine Zurückhaltung im Nahen Osten und im Ukraine-Konflikt kritisiert - dabei hatte er genau diese Vorsicht versprochen. Obamas Außenpolitik kommt ohne missionarischen Eifer und ideologische Kreuzzüge aus. Er setzt auf Isolation statt Intervention, auf Diplomatie statt auf Panzer. Ob man so dem Anspruch einer Supermacht gerecht wird, darf diskutiert werden.

Die große Enttäuschung ist der Reformpolitiker Obama, der die Vereinigten Staaten verändern wollte - nicht nur die Lebensbedingungen, sondern auch ihre Kultur, ihren Stil. Die selbst geweckte Erwartung war, die USA transparenter, sozialer und weltoffener zu machen.

In der vergangenen Woche gestand der Geheimdienst CIA, was schon lange vermutet wurde: Dass er ausgerechnet jenen Ausschuss des Parlaments bespitzelt hatte, der die Verfehlungen der CIA aufarbeiten sollte. Wieder mal schien Obama über die Aktivitäten seiner Geheimdienste nicht im Bilde zu sein. Oder er billigte sie heimlich.

Von seinem größten Projekt, einer Gesundheitsversicherung, die diesen Namen verdient, ist nur ein Fragment geblieben. Eine gute Idee, schwach umgesetzt.

Sein Ziel, die Einwanderungspolitik zu ändern, um Millionen Illegalen Arbeit und Schutz zu bieten, hat Obama bislang nur halbherzig verfolgt. Dabei wäre dies ein Projekt, das weit über seine Präsidentschaft hinausweisen könnte. Ähnlich schwach reagierte Obama auf die aktuelle Flüchtlingskrise, die Hunderttausende Kinder vor der Gewalt in Mittelamerika fliehen lässt.

Leere Versprechen?

Natürlich benötigt Obama für manche, wenn auch nicht für alle dieser Vorhaben die Republikaner und deren Mehrheit im Repräsentantenhaus. Und natürlich verhalten sich diese geradezu kindisch widerspenstig. Gegen diese Gegenwehr bräuchte es jedoch einen motivierten Präsidenten.

Obamas Lustlosigkeit ist vermutlich gefährlicher als die mancher Vorgänger. Wie kein Zweiter hat er Hoffnungen auf einen grundlegenden Wandel geweckt. Sollte sich dies als leeres Versprechen herausstellen, werden Millionen Amerikaner der Politik noch stärker misstrauen als bislang.

Vor Kurzem trat seine Frau in Chicago auf. "Wenn Leute mich fragen, ob ich noch immer alles glaube, was wir 2008 über 'Hoffnung' und 'Wandel' gesagt haben", rief Michelle Obama, "dann antworte ich: Ich glaube daran fester als jemals zuvor!"

Sie sollte öfter mit ihrem Mann reden.

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insgesamt 119 Beiträge
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1. Im Großen ...
flaffi 04.08.2014
... und Ganzen, eine komplette Fehlbesetzung. Wenigstens hat er die Heuchelei des Friedensnobelpreises entlarvt.
2. Präsidentschaft retten
ambergris 04.08.2014
Es wundert mich, wie oft schon der Untergang von Obamas Präsidentschaft angekündigt wurde. Langsam müsste es doch langweilig werden. Die Wirtschaft erholt sich, das Defizit schrumpft, die Gesundheitsreform wird angenommen. Gleichzeitig muss Obama alleine vorangehen, wenn es um die Themen Klimaschutz und Einwanderung geht, weil der gespaltene Kongress nicht in der Lage ist, auch nur die kleinsten Dinge anzugehen.
3. Ich finde...
deadcode 04.08.2014
Obama ist auf keinen Fall Anwärter für den schlechtesten Präsidenten der USA. Leider stehen sich die Amerikaner selbst am meisten im Weg. Dort wird in der Politik noch weniger an einem Strang gezogen, als hier zu Lande... Das liegt allerdings nicht an Obama, sondern m.E. nach am ehesten an den Republikanern, die generell alles in Frage stellen und sabotieren was von den Demokraten kommt. Seine Depression und Ohnmacht demgegeüber kann ich verstehen...
4. Damals Lichtgestalt, heute Windbeutel
juanth 04.08.2014
Ich habe nie verstanden, dass ueber 90% der Deutschen Ihn vor der 1.Wahl gut fanden, denn keiner kannte ihn oder seine Vorstellungen. Noch komischer fand ich den Nobelpreis, wofuer eigentlich? Der Mann war und ist ein typischer Amerikaner: viel Marketing, viel Fassade und wenig Inhalt, und ueberhaupt keine Ahnung. Die Welt kennt und versteht er nicht(trotz seiner Herkunft) und seine Buerger anscheinend auch nicht. Alle Versprechungen waren hohle Phrasen. Hoffentlich ist die/der Naechste besser.
5.
Jan_ 04.08.2014
Zitat von ambergrisEs wundert mich, wie oft schon der Untergang von Obamas Präsidentschaft angekündigt wurde. Langsam müsste es doch langweilig werden. Die Wirtschaft erholt sich, das Defizit schrumpft, die Gesundheitsreform wird angenommen. Gleichzeitig muss Obama alleine vorangehen, wenn es um die Themen Klimaschutz und Einwanderung geht, weil der gespaltene Kongress nicht in der Lage ist, auch nur die kleinsten Dinge anzugehen.
Sie meinen wohl eher der Kongress ist nicht gewillt Änderungen in Angriff zu nehmen.
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Fläche: 9.833.517 km²

Bevölkerung: 318,857 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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