Prozess Massendemonstration für katalanische Unabhängigkeitsführer

Bis zu 25 Jahre Haft - das droht zwölf katalanischen Unabhängigkeitsführern. In Barcelona sind 200.000 Menschen dagegen auf die Straße gegangen.

Demonstration in Barcelona
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Demonstration in Barcelona


Aus Protest gegen den Prozess gegen zwölf katalanische Unabhängigkeitsführer sind in Barcelona nach Polizeiangaben 200.000 Menschen auf die Straße gegangen. "Selbstbestimmung ist kein Verbrechen", stand auf einem großen Banner. Angeführt wurde der Protestzug von dem katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra.

Die Organisatoren sprachen von 500.000 Teilnehmern. Die Demonstranten schwenkten die Fahne der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung und trugen Banner mit der Aufschrift "Freiheit für politische Gefangene".

Angeklagte weisen alle Vorwürfe zurück

Zwölf Anführern der Unabhängigkeitsbewegung wird seit Dienstag vor dem Obersten Gerichtshof in Madrid der Prozess gemacht, ihnen drohen langjährige Haftstrafen. Dem ehemaligen Vize-Regionalpräsidenten Kataloniens, Oriol Junqueras, sowie elf weiteren Unabhängigkeitsführern wird vorgeworfen, im Oktober 2017 ein von der spanischen Justiz als illegal eingestuftes Unabhängigkeitsreferendum organisiert zu haben. Der damalige Regionalpräsident Carlos Puigdemont erklärte im Anschluss die Loslösung Kataloniens von Spanien. Die Staatsanwaltschaft fordert für neun der Beschuldigten zwischen 16 und 25 Jahre Haft.

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Fotostrecke: Das sind die Angeklagten im Katalonien-Prozess

Die damals konservative Zentralregierung stellte die Region daraufhin unter Zwangsverwaltung und ließ mehrere Unabhängigkeitsbefürworter inhaftieren. Die Angeklagten, von denen einige seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft sitzen, weisen alle Vorwürfe vehement zurück.

Der Prozess ist auf drei Monate angesetzt und wird live im Fernsehen übertragen. Hunderte Zeugen sollen gehört werden, darunter Spaniens konservativer Ex-Ministerpräsident Mariano Rajoy. Mit einem Urteil wird nicht vor Juli gerechnet.

sth/AFP



insgesamt 35 Beiträge
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nosoyunoso 16.02.2019
1. Sachlich falsch
Den Angeklagten wird nicht vorgeworfen ein Referendum organisiert zu haben sondern ein gewaltsamer Putschversuch. Ausserdem die Unterschlagung öffentlicher Gelder. Beides ist komplett absurd und zeigt nur eins: hier findet ein politischer Schauprozess statt. Ich bin über ihre ungenaue und oberflächliche Berichterstattung enttäuscht.
go-west 16.02.2019
2. Das Recht auf Selbstbestimmung
ist ein absolutes Grundrecht, welches sich auf Dauer nicht unterdrücken lässt. Weder in Kurdistan, noch in Tibet oder in Katalonien.
macarthur996 16.02.2019
3. Katalonien
Katalonien soll sich nicht von Spanien trennen, das ist für mich klar. Die spanischen Richter haben nun die Möglichkeit mit einem vernünftigen Urteil, die Katalanen zufrieden zu stellen. eviva Espagna
gonsie@hotmail.com 17.02.2019
4. Spanien ist eine Demokratie
Gerade weil Spanien eine Demokratie ist, deren Basis die Verfassung bildet, sitzen diese Angeklagten vor Gericht. Diese Politidachten, dass sie über dem Gesetz stehen. Sobald ein Politiker denkt, dass er sich nicht an die Verfassung halten muss, haben sie keine Demokratie mehr. In meinen Augen sind diese Politiker Putschisten und müssen bestraft werden.
nixus_minimax 17.02.2019
5. Komisch
Zitat von nosoyunosoDen Angeklagten wird nicht vorgeworfen ein Referendum organisiert zu haben sondern ein gewaltsamer Putschversuch. Ausserdem die Unterschlagung öffentlicher Gelder. Beides ist komplett absurd und zeigt nur eins: hier findet ein politischer Schauprozess statt. Ich bin über ihre ungenaue und oberflächliche Berichterstattung enttäuscht.
ich habe live im Fernsehen die Sitzung des katalanischen Parlaments gesehen wo genau das passiert ist ein institutioneller Putsch, mit vorher verabschiedeten Ermächtigungsgesetzen und allem pi-pa-po. Und Selbstverständlich ist der Einsatz öffentlicher Gelder für ein offen deklarierten Rechstbruch Veruntreuung.
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