Barcelona, Alcanar, Cambrils Chronologie der Anschläge in Spanien

Terroristen haben in Spanien mindestens 15 Menschen getötet. Die Ermittler gehen von einer organisierten Islamisten-Zelle aus. Die Ereignisse in der Chronologie.


Mittwoch, 16. August

In einem Wohnhaus in Alcanar, etwa 200 Kilometer südlich von Barcelona, kommt es zu einer Gasexplosion. Es werden Überreste von mindestens zwei Menschen gefunden, sieben Personen werden verletzt. Die Polizei sieht später "klare" Verbindungen zum Anschlag in Barcelona am Tag danach.

Trümmer des Wohnhauses in Alcanar am Mittwoch
Bombers De La Generalitat/ Europa Press/ DPA

Trümmer des Wohnhauses in Alcanar am Mittwoch

Donnerstag, 17. August

 Der Lieferwagen wird in Barcelona abtransportiert
AFP

Der Lieferwagen wird in Barcelona abtransportiert

  • Am Abend gibt der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont bekannt, dass zwei Verdächtige festgenommen wurden.

Freitag, 18. August

  • Die Polizei rückt am frühen Morgen zu einem Einsatz im Küstenort Cambrils aus. Fünf mutmaßliche Attentäter, die wohl einen Anschlag verüben wollten, werden getötet. Zuvor hatten sie auf der Flucht mit dem Wagen mehrere Menschen verletzt. Eine Frau stirbt später.
Polizisten am Auto, in dem die Angreifer gesessen haben
AP

Polizisten am Auto, in dem die Angreifer gesessen haben

  • Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler steckt hinter den Attacken von Barcelona und Cambrils eine organisierte Islamisten-Zelle. Die Terroristen hätten sich vermutlich längere Zeit in Alcanar vorbereitet.
  • Die Polizei gibt im Laufe des Tages die Festnahme von zwei weiteren Verdächtigen bekannt.
  • Das Auswärtige Amt teilt in Berlin mit, dass 13 Deutsche in Barcelona teils lebensgefährlich verletzt wurden.

Samstag, 19. August

 Verdächtiger Younes Abouyaaqoub
MOSSOS DESQUADRA/AFP

Verdächtiger Younes Abouyaaqoub

  • Sicherheitskräfte suchen am Morgen nach Medienberichten in Ripoll im Haus eines Imams nach DNA-Proben. Es gebe die Vermutung, dass es sich bei einer der Leichen, die in der zerstörten Wohnung in Alcanar gefunden worden waren, um den muslimischen Geistlichen handeln könnte. Der Imam Abdelbaki Es Satty soll Kopf der Zelle sein.
Wohnung von Abdelbaki Es Satty
AP

Wohnung von Abdelbaki Es Satty

  • Der IS reklamiert in einer über das Internet verbreiteten Erklärung die Angriffe für sich.
  • Die spanische Regierung hält die Terrorzelle für zerschlagen, die katalanischen Behörden widersprechen zunächst.

Sonntag, 20. August

  • Die Mutter des Hauptverdächtigen fordert ihren Sohn Medienberichten zufolge zur Aufgabe auf. Es ist nach wie vor nicht klar, ob sich der Marokkaner auf der Flucht befindet.
  • In der Basilika Sagrada Família gedenken Hunderte in einer Trauerfeier der Terroropfer. Darunter sind auch das spanische Königspaar Felipe VI. und Letizia, Ministerpräsident Mariano Rajoy und der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa.
Trauerfeier in der Sagrada Família
Sergio Barrenechea/ POOL/ EPA/ REX/ Shutterstock

Trauerfeier in der Sagrada Família

  • Die katalanische Polizei teilt mit, sie sei "sehr nah an einer Person dran, die mit beiden Attentaten in Verbindung steht". Die Rolle dieses Verdächtigen bleibt zunächst offen.
  • Die katalanischen Behörden schließen sich der Einschätzung an, die Terrorzelle sei zerschlagen. Derweil werden deren Strukturen und mögliche Pläne immer deutlicher.
Chronologie der Ereignisse

Montag, 21. August

  • Die katalanische Polizei hat den Hauptattentäter von Barcelona identifiziert. Das teilte sie über Twitter mit. Einen Namen nannten die Sicherheitskräfte selbst zwar nicht. Der katalanische Innenminister Joaquim Form sagte jedoch Radio Catalunya, alles deute darauf hin, dass es sich um den 22-jährigen Marokkaner Younes Abouyaaquoub handele.
  • Die katalanischen Behörden bestätigen ein 15. Todesopfer. Ein 34 Jahre alter Spanier sei erstochen in einem Auto gefunden worden, sagte Joaquim Forn. Den Ermittlungen zufolge soll der mutmaßliche Attentäter nach dem Anschlag in zunächst zu Fuß geflohen sein, dann den 34-Jährigen in seinem Auto überwältigt und erstochen haben. Den Wagen nutzte Abouyaaguoub demnach zur Flucht.
  • Am Nachmittag erschießt die katalanische Polizei Younes Abouyaaqoub in dem kleinen Ort Subirats westlich von Barcelona. Er trägt eine Sprengstoffgürtel-Atrappe.
  • Auch der mutmaßliche Kopf der Terrorzelle ist tot. Imam Abdelbaki Es Satty sei vergangene Woche bei der Explosion in der improvisierten Terrorwerkstatt in Alcanar gestorben, bestätigt der Polizeichef von Katalonien. Von den zwölf Mitgliedern der Terrorzelle sind somit acht tot und vier inhaftiert, so die Polizei.

juh/dpa

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