Barcelona Hunderttausende Katalanen demonstrieren für Unabhängigkeit

Am katalanischen Nationalfeiertag haben Hunderttausende Unabhängigkeitsbefürworter demonstriert. Die Opposition wirft ihnen den Missbrauch der Feierlichkeiten vor.

DPA

Fast ein Jahr nach der gescheiterten Abspaltung von Spanien sind in Katalonien Hunderttausende Unabhängigkeitsbefürworter auf die Straße gegangen. Etwa eine Million Demonstranten beteiligten sich an der Kundgebung in Barcelona anlässlich des katalanischen Nationalfeiertags Diada, teilte die Polizei mit. Damit mobilisierten die Organisatoren ähnlich viele Menschen wie im Vorjahr.

Die alljährlichen Kundgebungen erfolgen im Gedenken an den 11. September 1714, als spanische und französische Truppen während des Spanischen Erbfolgekrieges Barcelona eroberten.

Der katalanische Regionalpräsident Quim Torra bezeichnete die Demonstration als Auftakt einer neuen "Massenmobilisierung". Zum Jahrestag des Unabhängigkeitsreferendums am 1. Oktober sind weitere Protestaktionen geplant.

Wer ist Quim Torra?

Die Opposition in Katalonien warf den Unabhängigkeitsbefürwortern vor, die Diada für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die Gegner einer Abspaltung fänden bei den Feierlichkeiten kein Gehör, sagte die Chefin der Partei Ciudadanos in Katalonien, Inés Arrimadas.

Laut einer Umfrage im Juli sind die Katalanen in der Frage weiter gespalten: 46,7 Prozent der Befragten befürworten demnach die Unabhängigkeit, 44,9 Prozent lehnen dies ab.

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Auch Spaniens Außenminister Josep Borrell, der selbst aus Katalonien stammt, äußerte sein Unverständnis. "Wir Katalanen sollten heute unseren Nationalfeiertag begehen und nicht die Unabhängigkeit fordern, die von weniger als der Hälfte der Bevölkerung befürwortet wird."

Der jahrelange Streit um die Abspaltung Kataloniens war im vergangenen Jahr eskaliert. Nach dem von Madrid nicht genehmigten Referendum hatte die damalige Regionalregierung einseitig die Unabhängigkeit Kataloniens ausgerufen. Sie wurde daraufhin von der spanischen Zentralregierung abgesetzt. Mehrere katalanische Unabhängigkeitsbefürworter wurden inhaftiert, der ehemalige Regionalpräsident Carles Puigdemont floh ins Ausland.

cop/AFP

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