Basis Sohae Nordkorea testet offenbar Antriebe für Langstreckenraketen

Bluff im Abrüstungspoker: Nordkorea hat offenbar bereits im Frühjahr Raketenantriebe getestet. Hinweise darauf liefern laut US-Korea-Institut jetzt Aufnahmen von der Basis Sohae.

Astrium/ 38 North

Hamburg/Seoul - Mitte Juni hat Kim Jong Un noch Friedenssignale Richtung Westen geschickt. Doch diese Botschaft wird jetzt relativiert. Denn Nordkorea hat offenbar im Frühjahr insgeheim einen Antrieb für Langstreckenraketen getestet. Darauf deuten Aufnahmen von der Basis Sohae hin, erklärte jetzt das US-Korea-Institut der Johns Hopkins Universität.

Die Satellitenbilder enthielten Hinweise, dass in Nordkorea vermutlich Ende März oder Anfang April "ein oder zwei Raketenantriebe getestet wurden", teilte das Institut mit. Mindestens ein Test für eine Langstreckenrakete sei durchgeführt worden, sagte laut dem Sicherheitsblog des US-Senders CNN ein Analyst des Instituts. Von der Basis im Nordwesten des Landes, die auch Tongchang-ri genannt wird, war im Dezember eine Rakete des Typs Unha-3 erfolgreich gestartet; das hatte scharfe internationale Proteste zur Folge.

Auf den von den Experten ausgewerteten Bildern seien verdächtige Aktivitäten zu sehen. Darunter seien ein Tanklastwagen und ein Zug mit sieben Waggons, der den Antrieb geliefert haben könnte. "Der jüngste Test deutet darauf hin, dass Pjöngjang trotz Uno-Sanktionen sein Langstreckenraketenprogramm vorantreibt", heißt es auf dem Blog des Institutes, 38 North.

Der Test von Raketenantrieben ist weniger auffällig als der Start ganzer Raketen. Nordkorea ist wegen seines Atomprogramms international weitgehend isoliert. Der Atomtest des Staates im Februar hatte selbst den Verbündeten China aufgebracht; die Regierung in Peking unterstützte im Uno-Sicherheitsrat schärfere Sanktionen. Im April hatten Luftmessungen den Atomwaffentest bewiesen: Messstationen in Japan und Russland hatten radioaktive Isotope des Edelgases Xenon nachgewiesen.

bos/AFP

insgesamt 6 Beiträge
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nervenzusammenbruch 11.07.2013
1. och gott
das ding fällt doch eh ins wasser
robert.haube 11.07.2013
2. Wirtschaftsaufschwung unter dem Atomschirm
Im sehr lesenswerten Dossier der ZEIT von heute zu Nordkorea wird eine bemerkenswerte Entspanntheit von Gesprächspartnern im Lande beschrieben. Mit dem Besitz von Atomwaffen sei Nordkorea unangreifbar geworden und könne nun Ressourcen weg von konventioneller Rüstung umschichten in Leichtindustrie und Landwirtschaft. Der ZEIT-Reporter berichtet von einem bemerkenswerten Wirtschafts-Aufschwung und augenscheinlicher Verbesserung der Lebenslage der Bevölkerung.
yael.schlichting 11.07.2013
3. Das Spiel ist komplizierter
China hat nur für die Weltöffentlichkeit erzürnt getan. In Wirklichkeit braucht es den tollen Gottkaiser aus PjönJang um die Weltöffentlichkeit von seinen eigenen aggressiven Bestrebungen abzulenken. Dieses Theater funktioniert zumindest bei der westlichen Presse recht gut.
mehdihusseini 11.07.2013
4. Na und!
Was sollen den die ersten Sätze bitte? "Mitte Juni hat Kim Jong Un noch Friedenssignale Richtung Westen geschickt. Doch diese Botschaft wird jetzt relativiert. Denn Nordkorea hat offenbar im Frühjahr insgeheim einen Antrieb für Langstreckenraketen getestet". Ich möchte die SPON daran erinnern, dass die USA als größte Militärmacht überall auf der Welt präsent sind und die ständig neue Waffen entwickeln! Was sind den dann die Friedensignale der USA? Etwa gemeinsame Militärübungen mit Südkorea an der Grenze zu Nordkorea oder gemeinsame Marinestützpunkte? Grrr!!!
Malshandir 16.07.2013
5. Na und?
Jeder Staat hat das Recht auf Selbstverteidigung.Bei den staendigen militaerischen Drohungen der USA muss jeder Staat aufruesten. Man sieht es ja schon an soe einem simplen Beispiel wie Snowden. Dort droht die USA der ganzen Welt.
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