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Baskenland: Massendemo für Eta-Häftlinge

Massendemo in den Straßen von Bilbao: "Menschenrechte, Frieden" Zur Großansicht
AFP

Massendemo in den Straßen von Bilbao: "Menschenrechte, Frieden"

Sie zogen auf einem friedlichen Marsch durch die Innenstadt von Bilbao: 110.000 Menschen haben am Samstagabend für die Freilassung von Eta-Häftlingen und für die Unabhängigkeit des Baskenlands demonstriert - es war die größte Kundgebung seit Jahren.

Zehntausende haben im spanischen Bilbao für die Rechte der hinter Gittern sitzenden Mitglieder der baskischen Separatisten-Organisation Eta sowie für die Unabhängigkeit des Baskenlandes demonstriert. Rund 110.000 Menschen seien am Samstagabend auf die Straßen gegangen, teilte die Polizei mit. Die Onlinezeitung "elpais.com" schrieb, es habe sich um eine der größten Kundgebungen der vergangenen Jahre im Baskenland gehandelt.

Beim friedlich verlaufenen Marsch durch das Stadtzentrum von Bilbao forderten die Demonstranten die Freilassung der mehr als 600 Eta-Häftlinge. "Amnestie für alle" und "Freiheit, Freiheit", riefen die Menschen immer wieder. Sie trugen Banner mit der Aufschrift "Frieden" oder "Menschenrechte". Viele skandierten auch Unabhängigkeitsparolen.

Vor der Kundgebung hatte es ein großes Hin und Her gegeben. Ein ursprünglich für Samstag einberufener Protest zugunsten der inhaftierten Mitglieder von Eta war am Freitag von der Justiz verboten worden. Daraufhin hatten die im Baskenland regierende nationalistische Partei PNV und ein sozialistischer Bündnis eine neue Kundgebung einberufen.

Eingeständnis der Eta

Ende Dezember hatten inhaftierte Mitglieder der Eta erstmals eingestanden, dass man "großes Leid und vielseitigen Schaden" angerichtet habe. Die Eta (Euskadi Ta Askatasuna, etwa Heimat und Freiheit für das Baskenland) hatte über Jahrzehnte für einen unabhängigen Staat im Baskenland gekämpft. "Wie übernehmen die volle Verantwortung für die Konsequenzen unserer politischen Aktivitäten", hieß es weiter in dem Kommuniqué des "Kollektivs der Baskischen Politischen Gefangenen".

Die Unterzeichner erklärten sich auch zur Zusammenarbeit mit den Behörden bereit. Die selbst ernannte Vertretung der Eta-Häftlinge will mit dem Staatsapparat darüber sprechen, wie entlassene Aktivisten in die Gesellschaft und in ein "normales Leben" zurückkehren könnten.

Im Oktober dieses Jahres hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechtedie spanische Praxis des Strafvollzugs für Terroristen für illegal erklärt. Dies ermöglichte rund 60 Inhaftierten der Eta die Rückkehr in die Freiheit.

oka/dpa

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1. Nachdem inzwischen auch das spanische Königshaus angezählt ist, ...
jautaealis 12.01.2014
... sollte die spanische Zentralregierung einsehen, dass das von ihr verwaltete Staatsgebilde am Ende ist – kurz noch Kassensturz machen – und auf dessen Basis dann in einem beispiellosen Akt von Weitblick sämtliche ehemals spanischen Regionen sowie die außeriberischen Territorien in die Unabhängigkeit entlassen! Denn was nicht zusammengehört, wird niemals zusammenwachsen – außer unter dem Dach eines geeinten Europas... Die nationale Ebene hingegen hat keinerlei Zukunft.......
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