Baskische Terrororganisation Eta streckt endgültig die Waffen

Die baskische Untergrundorganisation Eta verkündet das Ende der Gewalt - nach mehr als 40 Jahren Terror. In einer Mitteilung hieß es, die Eta werde ihre bewaffnete Aktivität definitiv einstellen. Zu Beginn der Woche hatte eine Konferenz in San Sebastián ein Ende des Kampfes gefordert.


Bilbao - Die baskische Untergrundorganisation Eta gibt die Strategie des Terrors auf. Es werde keine bewaffnete Aktivität mehr geben, hieß es in einer Mitteilung der Organisation, die die spanische Zeitung "Gara" auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Zugleich rief die Organisation die Regierungen von Spanien und Frankreich zu Gesprächen auf.

Damit folgen die baskischen Terroristen der Forderung einer internationalen Konferenz, die zu Beginn der Woche in San Sebastián getagt hatte. An dem Treffen in der nordspanischen Küstenstadt hatte unter anderem der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan teilgenommen. Beobachter hatten angekündigt, dass es in dieser Woche zu einer "bedeutenden Erklärung" der Eta kommen werde.

Die Untergrundorganisation gründete sich 1959, um für die Unabhängigkeit baskischer Regionen in Spanien und Frankreich zu kämpfen. Seitdem wurden bei Bombenanschlägen und Überfällen der Organisation mehr als 800 Menschen getötet. Die EU und die USA stufen sie als Terrororganisation ein.

Im Januar hatte die Eta eine "permanenten Waffenruhe" ausgerufen. Vor wenigen Wochen hatten rund 700 Eta-Häftlinge dem bewaffneten Kampf abgeschworen. Sie veröffentlichten ein Schreiben, in dem es hieß, Gewalt sei nicht das geeignete Mittel, ein unabhängiges Baskenland zu erkämpfen. Im Gegenzug forderten sie eine Generalamnestie.

usp/dpa/Reuters



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dominicos 20.10.2011
1. wer einmal lügt
wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Sogar in El Pais war heute ein Bild vom zerstörten Parkhaus am Madrider Flughafen zu sehen, nachdem der letzte "endgültige" Waffenstillstand von ETA gebrochen wurde. Reines Wahlkampfmanöver, ausserdem besteht Terror nicht nur aus Morden, es wird leider oft übersehen, wie die Extremisten seit Jahrzehnten die Freiheit im Baskenland ersticken.
abluehorizon 21.10.2011
2. Haben unsere Politiker in Spanien nie einmal gelogen?
Zitat von dominicoswer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Sogar in El Pais war heute ein Bild vom zerstörten Parkhaus am Madrider Flughafen zu sehen, nachdem der letzte "endgültige" Waffenstillstand von ETA gebrochen wurde. Reines Wahlkampfmanöver, ausserdem besteht Terror nicht nur aus Morden, es wird leider oft übersehen, wie die Extremisten seit Jahrzehnten die Freiheit im Baskenland ersticken.
Ich wäre glücklich, wenn José María Aznar und andere spanische Politiker nur einmal im Leben gelogen hätten. Hoffentlich kommt Frieden und Ruhe in Baskenland und die großen spanischen Parteien fangen auch endlich an, sich demokratisch zu verhalten.
nixus_minimax 21.10.2011
3. demokratisch
Zitat von abluehorizonIch wäre glücklich, wenn José María Aznar und andere spanische Politiker nur einmal im Leben gelogen hätten. Hoffentlich kommt Frieden und Ruhe in Baskenland und die großen spanischen Parteien fangen auch endlich an, sich demokratisch zu verhalten.
Sie meinen vermutlich so demokratisch wie über 800 Tote oder?
candido 21.10.2011
4. ETA hat sich nicht aufgeloest, lediglich Frieden versprochen
Diese Terrorbande fuehrt sich immer noch so auf als wuerde sie das gesamte Baskenland vertreten, fordert sogar "Verhandlungen" mit Spanien und Frankreich. Kurzum: sie sind noch lange nicht in der Realitaet angekommen. Dass Kofi Annan sich fuer diese Show hat kaufen lassen ( fuer seine Teilnahme an diesen Gespraechen hat er 150.000 Euro kassiert) hat mich besonders entaeuscht. Hoffentlich hat er den Anstand das Geld an die rund 850 Angehoerigen der Opfer des ETA Terrors zu spenden.
abluehorizon 21.10.2011
5. Wer einmal lügt ...
Zitat von nixus_minimaxSie meinen vermutlich so demokratisch wie über 800 Tote oder?
Da haben Sie geirrt. In Irak sind mehr als 8000 unschuldige Menschen getötet worden, weil Bush, Blair und Aznar gelogen haben. Trotzdem erzählen sie ihre lügen weiter. Bei den anderen ist man immer mehr als kritisch, bei die etablierten Parteien oder Politiker hat man Verständnis und redet man von Fehlern. Jedes Volk hat das Recht über sich zu entscheiden. Die Kurden wie die Basken. Die Slowaken haben nun ihr eigenes Land. Wo ist das Problem. Die ETA sind nicht die einzigen Terroristen auf der Welt und ich habe sie in keiner Weise verteidigt oder irgendwann ihre Ziele geteilt, aber man sollte immer bei jeden kritisch bleiben.
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