Bauchspeicheldrüse: Kim Jong Il soll schwer krebskrank sein

Seit Monaten wird über die Gesundheit Kim Jong Ils spekuliert - nun steht nach neuen Berichten aus Südkorea fest: Der Diktator leidet an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Jüngste Fernsehaufnahmen zeigten Nordkoreas Machthaber schon stark abgemagert und gebrechlich.

Seoul - Kim Jong Il ist einem Medienbericht zufolge schwer krebskrank: Der 67-Jährige habe Bauchspeicheldrüsenkrebs, die Erkrankung sei lebensbedrohlich, berichtete der südkoreanische Nachrichtensender YTN am Montag unter Berufung auf Geheimdienstkreise in Südkorea und China. Danach werde der nordkoreanische Machthaber vermutlich nicht mehr länger als fünf Jahre leben. Der südkoreanische Geheimdienst erklärte, er könne den Bericht nicht bestätigen.

Der bösartige Tumor soll dem Bericht zufolge im Sommer des vergangenen Jahres gefunden worden sein, als Kim Jong Il einen Schlaganfall erlitten haben soll. Er habe dazu bisher keine Informationen, sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul zu dem Bericht.

Kims Gesundheitszustand gibt seit Monaten Anlass zu Spekulationen. Auf den jüngsten Bildern des nordkoreanischen Staatsfernsehens wirkte der Diktator stark abgemagert und gebrechlich. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit drei Monaten hatte der Diktator am vergangenen Mittwoch an einer Gedenkfeier zum 15. Todestag seines Vaters und "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung teilgenommen.

Die angeschlagene Gesundheit Kims hat auch die Sorge in der Region ausgelöst, dass sich die Lage in dem abgeschotteten kommunistischen Land wegen möglicher Machtkämpfe um seine Nachfolge destabilisieren könne. Zuletzt hatte Nordkorea durch eine Reihe von Raketentests und einen zweiten Atomtest die Spannungen im Streit um seine Waffenprogramme weiter angeheizt.

Beobachter vermuten, dass Nordkoreas Aktionen auch Teil der Pläne Kim Jong Ils sein könnten, die Machtübertragung an seinen jüngsten Sohn Jong Un abzusichern. Dieser ist erst Mitte 20.

Südkoreanische Medien hatten Anfang Juni berichtet, Kim habe kurz nach dem weltweit verurteilten Nukleartest in Nordkorea am 25. Mai die wichtigsten Institutionen darüber informiert, dass er Jong Un zu seinem Nachfolger bestimmt habe. Eine offizielle Verlautbarung gab es dazu bislang nicht.

anr/dpa/AFP

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Forum - Verschärfte Sanktionen gegen Nordkorea- der richtige Weg?
insgesamt 486 Beiträge
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1.
syramon 12.06.2009
Zitat von sysopDie nordkoreanische Regierung provoziert die Welt mit Atomversuchen. Der Weltsicherheitsrat hat nun die Sanktionen verschärft. Der richtige Weg, um das Regime an den Verhandlungstisch zurückzubringen? Diskutieren Sie mit!
Nö,was man hat,das hat man,da ist mit Sanktionen nichts zu machen, denk ich. Das wäre zudem das erste mal,das wegen Atomwaffen Sanktionen gibt.
2.
Frosty127 12.06.2009
Zitat von syramonNö,was man hat,das hat man,da ist mit Sanktionen nichts zu machen, denk ich. Das wäre zudem das erste mal,das wegen Atomwaffen Sanktionen gibt.
Richtig. Am Kernproblem wird sich nichts mehr ändern lassen. Die Atomwaffen Nordkoreas werden wohl früher oder später als fait accompli anerkannt. Leider werden die Südkoreaner und Japaner danach ihre Rüstungsantstrengungen rasch erhöhen.
3.
syramon 12.06.2009
Zitat von Frosty127Richtig. Am Kernproblem wird sich nichts mehr ändern lassen. Die Atomwaffen Nordkoreas werden wohl früher oder später als fait accompli anerkannt. Leider werden die Südkoreaner und Japaner danach ihre Rüstungsantstrengungen rasch erhöhen.
Jo,aber war das nicht damals auch so,als Russland und China nachzogen?
4. Nein
SaT 12.06.2009
Nordkoreas Fuehrung hat bereits bewiesen, dass sie sich von Sanktionen nicht von ihrem Weg abbringen lassen - darunter wird also wieder nur das Volk leiden. Den richtigen Weg mit Nordkorea umnzugehen kenn ich allerdings auch nicht :-(
5.
zaphod1965 12.06.2009
Kim hat es geschafft. Militärisch ist ihm nicht mehr zu drohen und das weiß er auch. Jede militärische Aktion gegen Nordkorea würde ihm sofort die Rechtfertigung für einen Atomschlag liefern. Umgekehrt kann Kim darauf vertrauen, dass alle anderen Nationen davor zurückschrecken, präventiv Atomwaffen gegen Nordkorea einzusetzen. Wirklich beunruhigend ist die Möglichkeit, das Kim als Machtdemonstration eine Atombombe gegen die amerikanische Flotte einsetzen könnte. Minimale zivile Opfer bei maximalem Abschreckungseffekt. Hoffentlich ist diese Option nicht allzu verlockend für den Diktator. Wenn die Sanktionen nicht weider gelockert werden und er sich in die Ecke gedrängt fühlt, wird er immer gefährlicher werden. Und mit einem Nachfolger wird das Spiel unverändert fortdauern.
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