Staatsbesuch in Israel: Obamas Baum sorgt für Ärger
Mit einer Magnolie als Geschenk wollte US-Präsident Obama seinen Gastgeber Israel erfreuen. Doch das Agrarministerium reagiert verärgert: Fremde Pflanzen dürften nicht einfach so eingeführt werden - auch nicht mit der Air Force One. Muss das Bäumchen jetzt wieder herausgerissen werden?
Jerusalem - Ein Baum sorgt für Ärger in Israel, genaugenommen ein amerikanischer Baum.
Mit einer Magnolie ist US-Präsident Barack Obama zu seinem Staatsbesuch nach Israel gereist, sie war gedacht für den Garten der Residenz von Präsident Schimon Peres. "Dieser Baum war an Bord der Air Force One", scherzte Obama stolz, als er und Peres die Magnolie am Mittwochnachmittag symbolisch pflanzten. Mit einer Schaufel schippte jeder ein wenig Erde auf den bereits eingesetzten Baum. "Wir sind sehr gute Gärtner", streute Obama noch ein Selbstlob ein. "Ich bin sicher, dass dieser Baum sich großartig entwickeln wird."
So sicher ist das allerdings nicht. Das israelische Agrarministerium reagierte irritiert auf das Geschenk aus Washington - und kündigte an, es wieder ausgraben zu wollen. Es sei "strikt verboten, Pflanzen aus Übersee nach Israel zu bringen, ohne sie vorher kontrollieren zu lassen". Die Regeln gälten auch für den US-Präsidenten, zitierte die israelische Seite Ynet am Mittwoch aus einer Mitteilung der Behörde.
Ein Staatsgeschenk? Wieder ausgraben? Das Ministerium rechtfertigte sich - man versuche nur verhindern, dass neue Pflanzenkrankheiten eingeschleppt würden, die später der Landwirtschaft in Israel schaden könnten.
Die Amerikaner seien im Übrigen schon vor dem Besuch über die bestehenden Regeln informiert worden. Der Baum sei daher in einem speziellen Plastiknetz eingegraben worden - so könne er im Ministerium überprüft und schließlich zurückgepflanzt werden.
Dann eine neue Wendung in der Pflanzen-Posse: "Haaretz" meldete am Donnerstag, die Tests würden nun doch vor Ort - also im Garten - durchgeführt. Das Büro von Präsident Peres habe mitgeteilt, dass der Baum nicht ausgegraben werden müsse. Das Geschenk kann also an Ort und Stelle bleiben - vorerst.
kgp
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- "Jerusalem Post": Obamas Baum wird inspiziert
- Ynet: Obamas Baum in Quarantäne
- "The Guardian": Baum wird doch nicht ausgegraben
- "Haaretz": Präsident Peres stellt Baum-Problem klar
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