Beitrittsverhandlungen: EU-Kommission verschiebt Serbien-Bericht

Catherine Ashton: Die EU-Außenbeauftragte will mit Serbien und dem Kosovo sprechen Zur Großansicht
AP/dpa

Catherine Ashton: Die EU-Außenbeauftragte will mit Serbien und dem Kosovo sprechen

Serbien will Beitrittsgespräche mit der EU führen. Doch solange der Konflikt mit dem Kosovo nicht gelöst ist, wird das nichts werden. Nun soll es neue Gespräche zwischen den Nachbarn geben. Deshalb hat die EU-Kommission die Veröffentlichung eines Berichtes über Serbiens Aussichten verschoben.

Straßburg - Die Regierungschefs von Serbien und dem Kosovo sollen eine weitere Chance bekommen. Deshalb hat die EU-Kommission am Dienstag die Veröffentlichung eines Berichtes über die Aussichten der beiden Balkanstaaten auf Annäherung an die Europäische Union verschoben. Dies sagte Erweiterungskommissar Stefan Füle in Straßburg.

Unmittelbar zuvor hatte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton mitgeteilt, dass sie die Regierungschefs beider Länder für Mittwoch zu erneuten Gesprächen nach Brüssel eingeladen habe. Sie will in dem Konflikt einen erneuten Vermittlungsversuch unternehmen. Sie habe Serbiens Regierungschef Ivica Dacic und Kosovos Ministerpräsidenten Hashim Thaci aufgefordert, "in einem konstruktiven Geist zu kommen, in der Bereitschaft verschiedene Lösungen zu sondieren und einen beiderseitigen Kompromiss zu schließen." Bei bisher acht Verhandlungsrunden unter Ashtons Schirmherrschaft haben sich beide Seiten in den vergangenen sechs Monaten nicht auf eine Entschärfung des Konflikts einigen können. "Wir sind zuversichtlich, dass dieses Treffen zu einer klaren Vereinbarung führt", sagte Füle.

Die Gespräche unter Vermittlung der EU zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Balkanstaaten waren Anfang April vorerst ergebnislos beendet worden. Die frühere serbische Provinz Kosovo hatte 2008 ihre Unabhängigkeit erklärt. Die Führung in Belgrad erkennt dies bis heute jedoch nicht an. Knackpunkt der Gespräche ist die Frage, welche Rechte die serbische Minderheit im Kosovo erhält.

In dem Bericht der EU-Kommission sollte es vor allem darum gehen, ob Serbien und das Kosovo ihren Konflikt entschärfen konnten. Nur dann hat Belgrad eine Chance, dass im Juni die Staats- und Regierungschefs der EU grünes Licht für den Beginn von Beitrittsverhandlungen mit Serbien geben. Das Kosovo möchte seinerseits über ein Assoziierungsabkommen enger an die EU angebunden werden. "Wir hoffen, dass beide Regierungschefs die Chance nutzen", sagte Füle.

ler/dpa/AFP

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