Bela Kovacs Ungarischer EU-Abgeordneter wegen Spionage für Moskau angeklagt

Bela Kovacs ist ungarischer EU-Parlamentarier, Mitglied der rechtsradikalen Jobbik-Partei - und steht nun wegen Spionage für Russland in Budapest vor Gericht.

Der ungarische EU-Parlamentarier Bela Kovacs
DPA

Der ungarische EU-Parlamentarier Bela Kovacs


Im Juni dieses Jahres hat das Europäische Parlament bereits die Immunität des ungarischen Parlamentariers Bela Kovacs aufgehoben. Der Grund: Er soll für Russland als Spion gearbeitet und EU-Institutionen betrogen haben. Nun ist das Mitglied der rechtsradikalen Jobbik-Partei in seiner Heimat angeklagt worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Budapest mit.

Der 57-Jährige hatte gut 20 Jahre lang in Russland gelebt und ist mit einer Russin verheiratet, die eine KGB-Agentin sein soll. Er gilt als Finanzier der Jobbik-Partei in ihren Entstehungsjahren zwischen 2005 und 2009. Die Partei pflegt seitdem enge Beziehungen zu Russland. Dem Europaparlament gehört Kovacs seit 2010 an.

Die Betrugsvorwürfe der Staatsanwaltschaft stützen sich auf den Umstand, dass Kovacs als Europaabgeordneter Mitarbeiter anstellte und für sie Geld bezog, die in Wirklichkeit keine Tätigkeit verrichtet haben sollen. Den mutmaßlichen Schaden bezifferte die Behörde mit 21.000 Euro. Er soll regelmäßigen Kontakt mit russischen Diplomaten gehabt haben und jeden Monat nach Moskau gereist sein.

In einer ersten Reaktion wies der Politiker die Vorwürfe als "unbegründet" zurück. Um seiner Partei im Weiteren nicht zu schaden, werde er austreten, teilte er in einer Erklärung an die Nachrichtenagentur MTI mit.

dop/dpa/AP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.