Belästigungsvorwürfe gegen Cain: "Ich habe diese Frau nie zuvor gesehen"
US-Präsidentschaftsbewerber Herman Cain kämpft gegen immer neue Vorwürfe sexueller Belästigung - und um seine politische Karriere: Sharon Bialek, die behauptet hatte, von ihm bedrängt worden zu sein, kenne er gar nicht. Das Rennen ums Weiße Haus werde er nicht aufgeben.
New York - Jetzt steht es Aussage gegen Aussage: Der bislang sehr erfolgreiche republikanische Präsidentschaftsbewerber Herman Cain hat die jüngsten Vorwürfe sexueller Belästigung von sich gewiesen.
Er habe das angebliche Opfer Sharon Bialek noch nie gesehen, bevor sie am Montag in einer Pressekonferenz die Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte. Die von ihr beschriebene Belästigung habe "einfach nicht stattgefunden". Niemand könne "die Geschichte bestätigen", sagte Cain.
Der frühere Chef einer Pizzakette lag in der vergangenen Woche im Kampf um die republikanische Präsidentschaftskandidatur in nationalen Umfragen vorn. Doch dann kamen die ersten Vorwürfe wegen sexueller Belästigung, mittlerweile haben vier Frauen solche Anschuldigungen erhoben - das kann das Aus für den Kandidaten Cain bedeuten.
Doch Cain gibt sich weiterhin kämpferisch: Er werde nicht aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur aussteigen. "Das wird nicht passieren. Wir werden da durchgehen", so Cain. Er wäre sogar bereit, einen Lügendetektortest zu machen, wenn es dafür einen guten Grund gäbe.
Nach Bialek ging jetzt eine zweite Frau an die Öffentlichkeit: Am Dienstag äußerte sich Karen Kraushaar in der US-Tageszeitung "New York Times". Bereits in der vergangenen Woche hatte Kraushaar Cain in einer Mitteilung eines Anwaltsbüros "unangemessene Verhaltensweisen und unerwünschte Annäherungsversuche" vorgeworfen. "Wenn man am Arbeitsplatz sexuell belästigt wird, ist man extrem verwundbar", sagte Kraushaar nun der Zeitung.
Details zu den angeblichen Übergriffen wolle sie zunächst nicht nennen. Sie denke jedoch darüber nach, eine gemeinsame Pressekonferenz mit allen vier bislang bekannten angeblichen Opfern und ihren Anwälten zu organisieren. Auch Kraushaar hatte in den neunziger Jahren, auf die sich ihre Vorwürfe beziehen, für die Restaurant-Vereinigung gearbeitet.
Der 65-jährige Cain hat alle Vorwürfe bisher entschieden zurückgewiesen. Es handele sich um eine "Hexenjagd" und eine "Schmutzkampagne". Man versuche, seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner und ihn persönlich zu "zerstören".
Bisher schadeten die Berichte über mutmaßliche sexuelle Belästigung dem Republikaner in seiner Beliebtheit nicht. In jüngsten Umfragen liegt er im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur weiterhin Kopf an Kopf mit oder sogar vor seinem parteiinternen Konkurrenten Mitt Romney, dem früheren Gouverneur des US-Bundesstaats Massachusetts.
lgr/Reuters/AP/AFP
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