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Beleidigung von Demonstranten: Rumäniens Außenminister muss Posten räumen

"Ein vom Fernsehen verblödetes Volk", "bewaffnete Hooligans", Vertreter der "gewalttätigen Vorstadt" - so nannte der rumänische Außenminister seine protestierenden Landsleute. Nun hat Teodor Baconschi deswegen sein Amt verloren. Seine Reaktion: "Ich sage, was ich denke."

Bukarest - Wegen seiner harschen Kritik an protestierenden Regierungsgegnern muss der rumänische Außenminister Teodor Baconschi seinen Hut nehmen. Regierungschef Emil Boc teilte Abgeordneten am Montag während einer Sitzung des Parlaments seine Entscheidung mit, Baconschi zu entlassen. Er entschuldige sich bei "allen Rumänen" und bedauere die "Entgleisungen einiger meiner Kollegen", sagte Boc. Präsident Traian Basescu muss die Entlassung noch absegnen.

Baconschi, der auch Vizepräsident der regierenden Liberaldemokraten ist, hatte in seinem Blog geschrieben, die Demonstranten seien "ein vom Fernsehen verblödetes Volk", "bewaffnete Hooligans" und verträten die "alberne und gewalttätige Vorstadt".

Basonschi, der sich am Montag beim EU-Außenministertreffen in Brüssel aufhielt, sagte dem rumänischen Sender Realitatea TV, seine Äußerungen bereue er nicht. "Ich sage, was ich denke, und ich denke, was ich sage." Wenn jedoch seine Entlassung zur Entspannung der sozialen Situation beitrage, freue er sich darüber.

Seit knapp zwei Wochen gehen in Rumänien Zehntausende Menschen aus Protest gegen die Mitte-Rechts-Regierung auf die Straße. Dabei forderten die Demonstranten in der Hauptstadt Bukarest auch den Rücktritt des Präsidenten. Der Protest richtet sich gegen die Kürzungen im Sozialbereich und die rigide Sparpolitik, den die Regierung seit 2010 im Gegenzug für ein Kreditabkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union verfolgt. Für die nächsten Tage wurden weitere Kundgebungen angekündigt.

ffr/dpa/AFP

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1. der Störfaktor Bürger
realpolitiker 23.01.2012
Zitat von sysop"Ein vom Fernsehen verblödetes Volk", "bewaffnete Hooligans", Vertreter der "gewalttätigen Vorstadt" - so nannte der rumänische Außenminister seine protestierenden Landsleute. Nun hat Teodor Baconschi deswegen sein Amt verloren. Seine Reaktion: "Ich sage, was ich denke." http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,810933,00.html
So etwas kommt Gott sei Dank bei uns in Deutschland nicht vor. Wenn deutschen Politikern die Meinungen der Bürger auf den politischen Wecker fallen, dann sind es nur die "Straße oder die Stammtische", von denen man sich nicht bestimmen läßt. Das ist doch bedeutend humaner und fast kaum beleidigend ausgedrückt - oder nicht! Obwohl ich leider sagen muß, dass auch diese eher "milden" Ausdrücke irgendwie etwas bürgerfern oder sogar ...... ....(ich weiß nicht recht wie) wirken. Aber vielleicht bin ich da auch etwas zu empfindlich.
2. die regierenden
rohanseat 23.01.2012
Zitat von sysop"Ein vom Fernsehen verblödetes Volk", "bewaffnete Hooligans", Vertreter der "gewalttätigen Vorstadt" - so nannte der rumänische Außenminister seine protestierenden Landsleute. Nun hat Teodor Baconschi deswegen sein Amt verloren. Seine Reaktion: "Ich sage, was ich denke." http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,810933,00.html
hier in rumänien haben einen ziemlich aroganten umgangston mit dem volk.-Da ist keiner der sich aus dem zeitalter der komunisten entfernt hat.-Das gilt quer durch alle lager und wird sich auch nicht ändern.-Selbst die nachfolgende genration in gestalt von Victor Ponta ist nicht anders.-Ein satz des als parlaments präsident geschassten Mircea.Geoana : Gegen die allüren und ideen des Victor Ponta ist Traian Bäsascu ein weisenknabe.-- Leider haben die bürger hier vergessen wer ihnen diese hungerleider suppe eingebrockt hat. Es War Iliescu und seine leute die ein rentenalter von 50 jahren laufen ließen.Ein gesundheits system das auf alles eingerichtet ist aber nicht auf patienten.Der apparat verbraucht was er einnimmt an verwaltungskosten.-Ein raubtier kapitalismus in reinkultur
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Fläche: 238.391 km²

Bevölkerung: 22,279 Mio.

Hauptstadt: Bukarest

Staatsoberhaupt:
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Regierungschef: Dacian Ciolos

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