Gewalt im Gazastreifen Belgien bestellt Israels Botschafterin ein

Belgien reagiert auf eine umstrittene Äußerung der Diplomatin Simona Frankel zur Gewalt im Gazastreifen: Die israelische Botschafterin in Brüssel wurde ins Außenministerium einbestellt.

Botschafterin Simona Frankel
DPA

Botschafterin Simona Frankel


Nach dem Tod von rund 60 Palästinensern bei den gewaltsamen Protesten an Israels Gaza-Grenze hat Belgien die israelische Botschafterin einbestellt. Das Treffen mit Simona Frankel solle am Mittwoch im Außenministerium in Brüssel stattfinden, teilte das israelische Außenministerium in Jerusalem mit.

Die Botschafterin hatte mit einem Zitat in einem Radiointerview in Belgien Kritik ausgelöst: "Ich bedaure sehr jeden einzelnen Menschen, der gestorben ist, auch wenn es Terroristen sind, 55 Terroristen, die nahe an die Grenze kommen, um auf israelisches Territorium einzudringen." Der belgische Außenminister Didier Reynders sagte dazu nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga: "Man bekommt viel zu hören, aber irgendwann ist eine Grenze erreicht."

Bei Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee an der Grenze des Gazastreifens waren auch Kinder und Jugendliche getötet worden. Mehr als 2400 Menschen wurden verletzt. Die Proteste entzündeten sich unter anderem an der Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.

"Die gestrige Gewalt im Gazastreifen ist inakzeptabel", sagte der belgische Premierminister Charles Michel. Belgien fordere eine internationale Untersuchung durch die Vereinten Nationen. Auch Deutschland und Großbritannien hatten sich zuvor für eine solche Untersuchung ausgesprochen.

Aus Protest zog die Türkei ihre Botschafter aus Washington und Tel Aviv ab und ordnete drei Tage Trauer für die getöteten Palästinenser an. Zugleich forderte Ankara den israelischen Botschafter auf, "für einige Zeit in sein Land" zurückzukehren. Auch Südafrika rief seinen Botschafter aus Israel zurück.

als/AFP/dpa



insgesamt 27 Beiträge
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peter.braun1@gmx.ch 15.05.2018
1. Seltsame Moral
Bei der zitierten Äusserung der Botschafterin in Belgien ist mir nichts Besonderes aufgefallen... Was die Türkei und ihre Entrüstung über Israel betrifft, wirkt das sehr absurd. Wurde etwa in jüngster Vergangenheit je ein türkischer Botschafter wegen des Überfalls der Türkei auf Nordsyrien und ihren Krieg gegen die dortigen Kurden einbestellt?! Wohl eher nicht. Verlogene "Diplomatie".
fr8train 15.05.2018
2.
Ich Teile die Meinung der Frau Botschafterin uneingeschränkt. Auch Frauen und jugendliche Kinder können terroristisch agieren. Bestes Beispiel sind die Anschläge in Indonesien letzte Woche. Wer sich mit dem Ziel einer Grenzanlage nähert diese zu Zerstören und dahinter liegendes fremdes Staatsgebiet und deren Bewohner zu Schaden der braucht sich nicht wundern dass er von den Verteidigern dabei behindert wird!
eunegin 15.05.2018
3. kein Partner mehr. Punkt.
Ich bin sehr vorsichtig mit den Begriffen autoritäres Regime oder Faschismus, aber bei den Entwicklungen in den USA kommen sie mir zwangsläufig in den Sinn. Das ist kein angemessener Partner für Europa.
schillerphone 15.05.2018
4. Ihre Aussage ist doch korrekt
Die Hamas hat die Palästinenser aufgefordert die Grenze zu durchbrechen und israelische Bürger zu entführen. Diese sollten dann an die Hamas ausgeliefert werden. Außerdem sollten Anschläge in Grenznähe verübt werden. Jeder sogenannte Demonstrant wusste worauf er sich da einlässt. Wer Kinder mit zu so einer Veranstaltung nimmt, der hat den Schuss nicht gehört. Die wurden wohl mitgebracht in der Hoffnung , dass sie erschossen werden. Tote Kinder lassen sich perfekt instrumentalisieren. Die Toten sind allesamt als Terroristen zu sehen.
Bagger 15.05.2018
5.
warum wirken all die Länder nicht vorher auf die Palästinensa ein, sie schauen alle zu aus der Ferne. Israel hat doch eindeutig Warnungen ausgesprochen und jeder weiß, das Israel auch entsprechend handelt. Dann sollen doch all die Länder die Grenzen von Israel schützen und zeigen wie es besser geht. Wenn die in Israel die Regierung wie in Deutschland hätten, dann wäre wohl Israel von Palästinensern überrollt worden und dann ?
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