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Belgien: Hunderttausend protestieren gegen die neue Regierung

Die belgische Mitte-Rechts-Regierung ist erst seit vier Wochen im Amt - schon gibt es in der Bevölkerung großen Unmut. Rund 100.000 Menschen haben in Brüssel gegen die Sparpolitik demonstriert und damit das öffentliche Leben lahmgelegt.

Demonstranten in Brüssel: Widerstand gegen neue Regierung Zur Großansicht
DPA

Demonstranten in Brüssel: Widerstand gegen neue Regierung

Brüssel - Gegen die Mitte-Rechts-Regierung des belgischen Ministerpräsidenten Charles Michel formiert sich in der Bevölkerung massiver Widerstand. Rund 100.000 Menschen - unter ihnen viele Beschäftigte öffentlicher Verwaltungen und Industrieunternehmen - haben an diesem Donnerstag in der Hauptstadt Brüssel den Verkehr und das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. U-Bahnen fuhren nur eingeschränkt.

Die Demonstranten wandten sich in ihrem Protestzug gegen die Sparpolitik der Regierung. Auf Plakaten kritisierten sie die Reformen als Stückwerk. Laut der belgischen Nachrichtenagentur Belga kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Tränengas gegen die Demonstranten einsetzte. Die Gewerkschaften hatten zu der Kundgebung gegen den Sparkurs der neuen Regierung des Liberalen Premiers Michel aufgerufen.

Michels Regierung ist erst seit Anfang Oktober im Amt. Nach den Wahlen hatte es vier Monate gedauert, bis sich die vier beteiligten Parteien auf ein Mitte-Rechts-Regierungsbündnis geeinigt hatten.

anr/dpa

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1. Es fehlen paar Infos
Andreas-Schindler 06.11.2014
Aus dem Artikel geht nicht hervor um welche Sparmaßnahmen es sich handelt gegen die die Bevölkerung Demonstriert.
2.
uezegei 06.11.2014
Zitat von Andreas-SchindlerAus dem Artikel geht nicht hervor um welche Sparmaßnahmen es sich handelt gegen die die Bevölkerung Demonstriert.
Machen Sie sich da keine unnötigen Gedanken darüber. Die "Laufbandnachrichten" in den Untertiteln von N24 sind informativer und genauer recherchiert, als ein Artikel auf SPON.
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Fläche: 30.528 km²

Bevölkerung: 11,209 Mio.

Hauptstadt: Brüssel

Staatsoberhaupt:
König Philippe

Regierungschef: Charles Michel

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Sprachenstreit in Belgien
Flamen und Wallonen
REUTERS
Belgien ist seit 1994 ein Bundesstaat, der in die drei Regionen Flandern, Wallonie und Brüssel unterteilt wurde. Das niederländisch-sprachige Flandern ist 13.500 Quadratkilometer groß. In der knapp 16.000 Quadratkilometer großen Wallonie wird Französisch gesprochen. Die beiden Sprachgebiete überschneiden sich in der Hauptstadtregion Brüssel.

Die Flamen machen mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung von 10,4 Millionen aus, die Wallonen stellen knapp ein Drittel. Rund zehn Prozent gelten als zweisprachig. Dazu kommen im Osten der Wallonie etwa 74.000 Menschen, die Deutsch sprechen.

Diese unterschiedlichen Sprachgemeinschaften sorgen immer wieder für Konflikte.

Regionen
Die drei Regionen haben eigene Parlamente und Regierungen sowie eine eigene Finanz- und teilweise Steuerhoheit. Die niederländischen, französischen und deutschen Sprachgemeinschaften wiederum lenken in eigenen Institutionen die jeweilige Bildungs- und Kulturpolitik. Auch die großen belgischen Parteien treten bei nationalen Wahlen regional getrennt an und vertreten jeweils Flamen oder Wallonen. Vor allem in Brüssel überschneiden sich diese Gebiete.
Geschichte
Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts schwelt der Streit zwischen den Bevölkerungsgruppen des Königreichs. Zunächst ging es vor allem um die Gleichberechtigung zwischen der niederländischen Sprache und Kultur und dem bis nach 1945 dominierenden Französisch.

Später vertiefte die wirtschaftliche Entwicklung die Kluft. Die Wallonie war bis zur Stahlkrise und dem Niedergang der Kohleförderung in den fünfziger Jahren das wirtschaftliche und politische Zentrum. Heute steht Flandern wirtschaftlich besser da als das französischsprachige "Armenhaus" und zahlt Schätzungen zufolge jedes Jahr sieben Milliarden Euro in den ärmeren Süden.


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