Belgrad Serbischer Milizenchef "Arkan" erschossen

Für Interpol zählte Zeljko Raznatovic, besser bekannt als "Arkan", zu den meistgesuchten Kriminellen der Welt. Auch das Haager Kriegsverbrechertribunal stellte einen Haftbefehl auf ihn aus. "Arkan" ist in einem Hotel in Belgrad erschossen worden.


Belgrad - Unbekannte Täter schossen in der Lobby des Hotels Intercontinental auf den 47-Jährigen und trafen ihn drei Mal in den Kopf, wie der Radiosender B2-92 berichtete. Der schwer verletzte "Arkan" erlag seinen Verletzungen in einem Krankenhaus.

Bei der Schießerei seien auch einer seiner Leibwächter und ein anderer Mann getötet worden, hieß es. Nach Angaben eines Augenzeugen wurde auch "Arkans" Schwägerin verletzt, meldete die Nachrichtenagentur Beta.

Zeljko Raznatovic (Arkan)
REUTERS

Zeljko Raznatovic (Arkan)

"Arkan" wurde als mutmaßlicher Kriegsverbrecher international gesucht. Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag veröffentlichte im März vorigen Jahres einen Haftbefehl gegen ihn, hielt aber die einzelnen Anklagepunkte geheim.

"Arkan" führte während der Kriege in Bosnien und Kroatien im Auftrag des Belgrader Regimes die Freischärlertruppe "Serbische Freiwilligengarde", bekannt als "Tiger". Die paramilitärische Einheit wird für Massentötungen, Folterungen, Vergewaltigungen und Deportationen an moslemischen und kroatischen Zivilisten verantwortlich gemacht. "Arkan" hatte eine Schuld stets bestritten.



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