Paris - François Hollande hat es nicht leicht. Gerade mal ein Vierteljahr ist er im Amt - und muss sich seitdem mit Euro-Rettung, Griechen-Chaos und hoher Arbeitslosigkeit im eigenen Land herumschlagen. Nun bekommt er die Quittung: Frankreichs Präsident hat bei seinen Landsleuten deutlich an Popularität eingebüßt.
Nur noch 49 Prozent der Befragten hatten im Juli Vertrauen in die Arbeit Hollandes, fünf Prozentpunkte weniger als im Vormonat, wie aus einer CSA-Les-Echos-Umfrage hervorgeht.
Es ist ein dramatischer Verlust. Kurz nach der Präsidentenwahl im Mai hatte die Zustimmung einer Ifop-Umfrage zufolge noch bei 61 Prozent gelegen. Hollandes Vorgänger Nicolas Sarkozy konnte seine Beliebtheit in den ersten Monaten der Präsidentschaft noch deutlich steigern.
Vor allem die Euro-Krise bereitet Hollande Sorgen. Erst am Donnerstag hatte er bei einem Treffen in Berlin Einigkeit mit Kanzlerin Angela Merkel demonstriert. Zusammen mit seiner deutschen Kollegin sprach er sich für einen harten Kurs gegen die pleitebedrohten Griechen aus.
Der Präsident steht aber auch vor großen innenpolitischen Herausforderungen: Eine steigende Arbeitslosenquote, die stagnierende Wirtschaft und die Notwendigkeit, in den nächsten Jahren 33 Milliarden Euro einzusparen. Zuletzt sah sich der Präsident zudem mit Krawallen in der nordfranzösischen Stadt Amiens konfrontiert, auch die Räumung mehrerer Roma-Lager stieß auf Kritik.
"Die Franzosen haben weniger Hoffnung als 2007"
Wenige Monate nach dem Sieg der Sozialisten offenbarte eine weitere Umfrage im Land grassierenden Pessimismus. "Die Franzosen haben weniger Hoffnung als 2007", konstatiert Brice Teinturier vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos. Der erste Teil der Wende, der Wechsel zu neuem Stil und Personen, sei gelungen, so der Politologe.
Jetzt müsse die Regierung den Bürgern klarmachen, dass die Sanierung von Staatsfinanzen und Wirtschaft einer gewissen Zeit bedürfe. "Wenn die Ungeduld wächst", warnt Teinturier, "wird es für den Präsidenten und seinen Premier bald sehr kompliziert werden."
jok/Reuters
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