Lima/Bengasi - US-Außenministerin Hillary Clinton hat klargestellt, dass ihr Ressort für die Sicherheit des US-Konsulats im libyschen Bengasi verantwortlich war. Das Außenministerium, nicht das Weiße Haus, sei für die diplomatischen Vertretungen der USA in Übersee zuständig. "Ich übernehme die Verantwortung", sagte sie nach Angaben von CNN und Fox bei einem Besuch in Peru.
US-Präsident Barack Obama und sein Stellvertreter seien in die speziellen Entscheidungen von Sicherheitsexperten nicht eingebunden. Clinton reagierte damit auf heftige Kritik der Republikaner, die wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl den Amtsinhaber für den tödlichen Vorfall in Libyen in der Verantwortung sehen. Die Außenministerin versucht nach Meinung von Beobachtern durch ihren Schritt den innenpolitischen Druck auf den Amtsinhaber zu mindern.
Beim zweiten TV-Duell am Dienstagabend (Mittwoch, 3 Uhr deutscher Zeit) werden Obama und sein Herausforderer Mitt Romney erstmals über außenpolitische Themen streiten.
Bewaffnete Angreifer hatten am 11. September das US-Konsulat in Bengasi gestürmt. Bei der Attacke wurden Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger getötet. Washington hatte den Angriff zunächst als "spontanen" Protest gegen ein in den USA produziertes islamfeindliches Video bezeichnet. Später räumte die US-Regierung einen terroristischen Hintergrund der Tat ein.
Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Romney prangert im Wahlkampf immer wieder die diffuse Informationspolitik der US-Regierung zu dem Attentat an. Bei Kongressanhörungen war herausgekommen, dass das US-Außenministerium mehrere Anfragen zur Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen an der Vertretung in Bengasi abgelehnt hatte.
Bei einer TV-Debatte hatte US-Vizepräsident Joe Biden vergangene Woche erklärt, dass das Weiße Haus nicht über die Anträge informiert worden sei. Demoskopen sagen für die Wahl am 6. November ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus.
Obama steht unter Druck: Der Präsident hatte bei der ersten TV-Debatte Anfang Oktober einen müden Auftritt hingelegt. Romney, der sonst häufig hölzern wirkt, zeigte sich dagegen schlagfertig und souverän. Der Republikaner hat in den Umfragen inzwischen aufgeholt, in einigen Erhebungen liegt er sogar vor Obama.
heb/dpa/dapd
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