Washington - US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere US-Bürger starben, als am 11. September das US-Konsulat im libyschen Bengasi angegriffen wurde - das Gebäude war nur unzureichend gesichert, zu diesem Ergebnis ist jetzt eine vom US-Außenministerium eingesetzte Kommission in ihrem Untersuchungsbericht gekommen. Die Experten erheben darin schwere Vorwürfe gegen das Außenministerium.
Grobe Sicherheitsmängel hätten das Attentat begünstigt, heißt es in dem Bericht. Die fünfköpfige Kommission spricht von Führungsdefiziten in zwei Abteilungen des Ministeriums. Eine schlechte Koordination und undurchsichtige Verantwortlichkeiten hätten dazu geführt, dass die Sicherheitsvorkehrungen im US-Konsulat in Bengasi unzureichend gewesen seien.
Nach Protesten gegen einen Mohammed-Schmähfilm war die Regierung in Washington zunächst davon ausgegangen, dass ein wütender Mob das Gebäude gestürmt habe. Später wurde eine terroristische Gruppe dafür verantwortlich gemacht. Der Untersuchung zufolge gab es von den US-Geheimdiensten keine besondere Warnung vor einem derartigen Angriff. Bemängelt wird zudem, dass die USA sich in Bengasi zu sehr auf libysche Milizen und private Sicherheitskräfte verlassen hätten.
Der Bericht wirft einen Schatten auf Außenministerin Hillary Clinton, die ihren Posten nach vierjähriger Amtszeit aufgibt. Clinton kündigte in einer Erklärung an, alle Empfehlungen der Experten umzusetzen. Dazu gehört der Vorschlag, die neue Position eines Sicherheitsverantwortlichen für besonders gefährdete US-Diplomaten zu schaffen.
hen/Reuters
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Libyen | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH