Anschlag auf Konsulat in Libyen: Kommission wirft US-Außenministerium schwere Fehler vor

Eine unabhängige Untersuchungskommission hat drei Monate nach dem tödlichen Angriff auf den US-Botschafter in Libyen ihren Abschlussbericht vorgelegt - und erhebt darin schwere Vorwürfe gegen das US-Außenministerium: Grobe Sicherheitsmängel hätten das Attentat begünstigt.

Angegriffenes US-Konsulat in Bengasi (Archivbild): Vorwürfe gegen US-Außenministerium Zur Großansicht
AP

Angegriffenes US-Konsulat in Bengasi (Archivbild): Vorwürfe gegen US-Außenministerium

Washington - US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere US-Bürger starben, als am 11. September das US-Konsulat im libyschen Bengasi angegriffen wurde - das Gebäude war nur unzureichend gesichert, zu diesem Ergebnis ist jetzt eine vom US-Außenministerium eingesetzte Kommission in ihrem Untersuchungsbericht gekommen. Die Experten erheben darin schwere Vorwürfe gegen das Außenministerium.

Grobe Sicherheitsmängel hätten das Attentat begünstigt, heißt es in dem Bericht. Die fünfköpfige Kommission spricht von Führungsdefiziten in zwei Abteilungen des Ministeriums. Eine schlechte Koordination und undurchsichtige Verantwortlichkeiten hätten dazu geführt, dass die Sicherheitsvorkehrungen im US-Konsulat in Bengasi unzureichend gewesen seien.

Nach Protesten gegen einen Mohammed-Schmähfilm war die Regierung in Washington zunächst davon ausgegangen, dass ein wütender Mob das Gebäude gestürmt habe. Später wurde eine terroristische Gruppe dafür verantwortlich gemacht. Der Untersuchung zufolge gab es von den US-Geheimdiensten keine besondere Warnung vor einem derartigen Angriff. Bemängelt wird zudem, dass die USA sich in Bengasi zu sehr auf libysche Milizen und private Sicherheitskräfte verlassen hätten.

Der Bericht wirft einen Schatten auf Außenministerin Hillary Clinton, die ihren Posten nach vierjähriger Amtszeit aufgibt. Clinton kündigte in einer Erklärung an, alle Empfehlungen der Experten umzusetzen. Dazu gehört der Vorschlag, die neue Position eines Sicherheitsverantwortlichen für besonders gefährdete US-Diplomaten zu schaffen.

hen/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Prioritäten
ringelpietz 19.12.2012
Zitat von sysopEine unabhängige Untersuchungskommission hat drei Monate nach dem tödlichen Angriff auf den US-Botschafter in Libyen ihren Abschlussbericht vorgelegt - und erhebt darin schwere Vorwürfe gegen das US-Außenministerium: Grobe Sicherheitsmängel hätten das Attentat begünstigt. Bengasi-Attacke: Kommission wirft US-Außenministerium Fehler vor - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/bengasi-attacke-kommission-wirft-us-aussenministerium-fehler-vor-a-873742.html)
Naja, Killary hat ja jetzt auch andere Prioritäten: Sie muß sich darum kümmern, dass sich die von ihr gesteuerten faschistischen Mörderbanden in Syrien möglichst schnell an die Macht morden. Koste es die syrische Bevölkerung (und den Rest der Welt) was es wolle!
2. abgelaufen
lebenslang 19.12.2012
Zitat von ringelpietzNaja, Killary hat ja jetzt auch andere Prioritäten: Sie muß sich darum kümmern, dass sich die von ihr gesteuerten faschistischen Mörderbanden in Syrien möglichst schnell an die Macht morden. Koste es die syrische Bevölkerung (und den Rest der Welt) was es wolle!
auch ringelpietz, sie sollten sich damit abfinden, dass die zeit ihrer heißgeliebten wüstenbanditen von gaddafi bis assad abgelaufen ist. man hätte es unblutiger haben können, aber diese abgehalfterten kleptokraten-paten konnten egoistisch wie kleine kinder nicht die finger von der macht lassen, es war und ist ihnen egal ob land volk darüber zugrunde gehen. kennen wir auch.
3.
hxk 19.12.2012
Zitat von sysopNach Protesten gegen einen Mohammed-Schmähfilm war die Regierung in Washington zunächst davon ausgegangen, dass ein wütender Mob das Gebäude gestürmt habe.
Stimmt nicht. Die Regierung wusste von Anfang an, dass es ein Angriff von Terroristen war, hat das aber aus wahltaktischen Gründen mehrere Tage geleugnet.
4. Man sollte erst mal die Todesursache klären
karlomari 19.12.2012
Die US Kommission erzählt nun die Story vom Botschafter der mal von einer Granate getötet wurde oder mal an einer Rauchvergiftung starb. Obwohl das Internet voll ist an Bildern und Beweisen, das Stevens gelyncht wurde. Das die USA dieses unbeantwortet lassen haben, lässt tief blicken. Aber man brauchte die Al Quaida-Story. Al Quaida aber lyncht nicht einfach, sondern setzt Raketen ein und ist wohlorganisiert, wie in Syrien.
5. Israel,...
zombie69 19.12.2012
als einzige Demokratie in der Region, hat offenbar vollkommen recht seine Nachbarstaaten genau zu beobachten und in diesem feindlichen Umfeld entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Dazu gehört auch ein A-Waffenarsenal. Abkommen oder eine enge Zusammenarbeit mit diesen umliegenden feindlichen Ländern scheint in absehbarer Zeit für Israel der eigenen Sicherheit halber völlig ausgeschlossen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Libyen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 7 Kommentare
  • Zur Startseite