Geplantes Treffen in Washington USA erfahren aus Medien von Netanyahu-Absage

Die USA wollten Israels Premier in Washington empfangen. Doch dazu wird es nicht kommen, heißt es nun aus dem Weißen Haus. Von der Absage Netanyahus habe man erst durch Medienberichte gehört.

Benjamin Netanyahu
DPA

Benjamin Netanyahu


Die Differenzen zwischen US-Präsident Barack Obama und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu halten an. Das Weiße Haus erklärte am Montag, Netanyahu habe eine Angebot für ein Treffen mit Obama in Washington für Mitte März ausgeschlagen.

Zunächst habe die israelische Regierung angefragt, ob ein Treffen am 18. oder 19. März möglich sei. Netanyahu sei dann der 18. März als Termin übermittelt worden. Nun aber sei man überrascht gewesen, zunächst über die Medien zu erfahren, dass Netanyahu sich für eine Absage seines Besuchs entschieden habe. Das sagte Ned Price, Sprecher des Weißen Hauses.

In israelischen Medienberichten war unter anderem die Rede davon, dass sich die USA nicht an den Terminplan Netanyahus hätten anpassen können. Das wies Price zurück.

Aus dem Büro Netanyahus war zunächst nichts über den Vorgang zu erfahren. Der israelische Sender Channel 10 TV berichtete unter Berufung auf Insider, Netanyahu habe verhindern wollen, möglicherweise in den US-Wahlkampf hineingezogen zu werden. Zudem sei auch das neue, milliardenschwere Abkommen zur Militärhilfe zwischen beiden Ländern noch bei weitem nicht unterschriftsreif.

Das Verhältnis zwischen Obama und Netanyahu hatte sich unter anderem verschlechtert, nachdem sich der US-Präsident für eine Einigung im Atomstreit des Westens mit Iran stark gemacht hatte. Israel fühlt sich von Iran in seiner Existenz bedroht. Am kommenden Dienstag wird US-Vizepräsident Joe Biden zu einem Besuch in Israel erwartet.

aar/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.