Netanyahu bei Merkel Muss ja

Von "A" wie Atomkonflikt bis "Z" wie Zweistaatenlösung: Benjamin Netanyahu und Angela Merkel diskutieren die Lage in Nahost. Beide warnen vor Irans Milizen in der Region - und teilen sonst kaum eine Meinung.

Angela Merkel und Benjamin Netanyahu
DPA

Angela Merkel und Benjamin Netanyahu


Der Juni begann für Benjamin Netanyahu wie der Mai geendet hat: Mit einer Erfolgsmeldung aus Sicht des israelischen Premiers. Nachdem im Vormonat die USA ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt und den Atomdeal mit Iran aufgekündigt hatten, nehmen nun erstmals seit der Gründung des jüdischen Staates vor 70 Jahren israelische Soldaten an einem Nato-Manöver unter Führung der Vereinigten Staaten teil. Dutzende israelische Fallschirmjäger proben gegenwärtig gemeinsam mit Nato-Soldaten die Abwehr russischer Streitkräfte im Baltikum.

Über Krieg und Frieden sprach Netanyahu am Montag auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel - von "A" wie Atomprogramm bis "Z" wie Zweistaatenlösung. Bereits vor Beginn seiner Europareise, die auch ein Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Ministerpräsidentin Theresa May beinhaltet, erklärte Netanyahu, er werde drei Spitzenpolitiker treffen - und zwei Themen besprechen: "Iran und Iran."

Merkel bezeichnet Mossad-Dokumente als "bedeutsam"

Merkel und Netanyahu sind sich einig, dass das Regime in Teheran nicht in den Besitz von Atomwaffen kommen darf; auch Macron und May teilen diese Meinung. Uneinigkeit herrscht bei der Frage, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Netanyahu bekräftigte seine Kritik an dem Atomdeal mit Iran, Merkel hingegen verteidigte am Montag den Vertrag als diplomatisches Mittel ihrer Wahl.

Netanyahu forderte von Merkel mehr Härte gegen Iran. Die Anführer des Landes würden Israel als Krebsgeschwür bezeichnen, das von der Landkarte zu tilgen sei. Iran versuche, an Atomwaffen zu kommen, "um diesen Genozid in die Tat umzusetzen". Iran gehe es darum, weitere sechs Millionen Juden umzubringen. "Wir werden das nicht zulassen", sagte er.

Der israelische Regierungschef hatte Iran vor Kurzem vorgeworfen, umfangreiche Forschungen zum Bau einer Atombombe für einen möglichen künftigen Gebrauch heimlich aufbewahrt zu haben. Diese Beschuldigungen basieren auf dem sogenannten Atom-Archiv, das der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad Anfang des Jahres in Teheran erbeutet hat. Merkel bezeichnete diese Dokumente nun als "bedeutsame Materialien". Israel hat diese der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) übergeben, die sie gegenwärtig prüft.

Merkel und Netanyahu warnen vor schiitischen Milizen

Beide warnten zugleich vor dem wachsenden Einfluss Irans im Nahen Osten, der an einem ballistischen Raketenprogramm arbeitet sowie eine Vielzahl an schiitischen Milizen bewaffnet, ausbildet und in den Konflikten im Jemen und in Syrien einsetzt.

Merkel nannte Irans Einfluss in der Region "besorgniserregend". Dies gelte "insbesondere auch für die Sicherheit Israels", so die Kanzlerin weiter. Deutschland werde alle diplomatischen Bemühungen unternehmen, "um hier unseren Einfluss geltend zu machen, um Iran aus der grenznahen Region zu Israel zurückzudrängen".

Merkel und Netanyahu bemühten sich sichtlich darum, die Partnerschaft beider Länder zu betonen. Seit Anfang vergangenen Jahres gelten die deutsch-israelischen Beziehungen als angespannt. Merkel hatte damals offensichtlich aus Verärgerung über die israelische Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten die Regierungskonsultationen mit Israel auf unbestimmte Zeit verschoben.

Diese sollen nun am 4. Oktober in Jerusalem geführt werden. Begleitet werden solle der Austausch von einer Wirtschaftsdelegation, um den gegenseitigen Technologieaustausch weiter zu verbessern.

dop/dpa/AP/AFP



insgesamt 39 Beiträge
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Seite 1
hugahuga 04.06.2018
1.
"Iran gehe es darum, weitere sechs Millionen Juden umzubringen. "Wir werden das nicht zulassen", sagte er." Ist Netanjahu wirklich der Meinung, dass ihm irgendjemend diesen Unsinn abnimmt? Jeder weiß - auch Iran - dass Israel über Atomwaffen verfügt, von daher kann man die Aussage dieses Kriegstreibers nur als rhetorische Scharfmacherei einordnen. Frau Merkel sollte ihn auf den Mord an ca 120 palästinensischen Demonstranten ansprechen - darunter gestern eine 21 Jahre alte Sanitäterin. Musste sich der jüdische Staat auch gegen diese Frau verteidigen?
hugahuga 04.06.2018
2.
"Nachdem im Vormonat die USA ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt und den Atomdeal mit Iran aufgekündigt hatten, nehmen nun erstmals seit der Gründung des jüdischen Staates vor 70 Jahren israelische Soldaten an einem Nato-Manöver unter Führung der Vereinigten Staaten teil. Dutzende israelische Fallschirmjäger proben gegenwärtig gemeinsam mit Nato-Soldaten die Abwehr russischer Streitkräfte im Baltikum." DAs ist doch unglaublich. Jetzt holt sich die US geführte aggressive Nato den engen Verbündeten Israel um die Abwehr russischer Streitkräfte zu üben. Vor Russlands Tür. Und Deutschland macht da mit? Unglaublich. Der Austritt aus der Nato rückt näher und er ist notwendiger denn je, denn dieses Bündnis ist kein ABwehr- sondern ein Angriffsbündnis.
undog 04.06.2018
3. Wenn Iraner Juden umbringen wollen,
wäre es doch ganz leicht, mit den im Iran lebenden Juden anzufangen. Weder die iranische Bevökerung noch die Regierung hat diese Neigungen. Es geht um das staatliche Gebilde Israel, so wie wir die DDR von der Landkarte getilgt hatten, ohne Hass auf die dortigen Bürger.
wahrsager26 04.06.2018
4. Diplomatische Schiene!
Was auch soll Frau Merkel sagen? Eine Nation, die glaubt,den Stein der Weisen gefunden zu haben, nie wieder Krieg ruft ,was soll da auch die 'Chefin' verkünden? Die erbeuteten Papiere seien bedeutsam ,und? Freundlich gesagt: Arbeiten wir uns doch ab in der Hoffnung, auf einem guten Weg zu sein. Vielleicht sind wir es wirklich?!? Danke
kleinbürger 04.06.2018
5. waffen
Zitat von hugahuga"Iran gehe es darum, weitere sechs Millionen Juden umzubringen. "Wir werden das nicht zulassen", sagte er." Ist Netanjahu wirklich der Meinung, dass ihm irgendjemend diesen Unsinn abnimmt? Jeder weiß - auch Iran - dass Israel über Atomwaffen verfügt, von daher kann man die Aussage dieses Kriegstreibers nur als rhetorische Scharfmacherei einordnen. Frau Merkel sollte ihn auf den Mord an ca 120 palästinensischen Demonstranten ansprechen - darunter gestern eine 21 Jahre alte Sanitäterin. Musste sich der jüdische Staat auch gegen diese Frau verteidigen?
der iran fällt nicht erst seit gestern mit übelster rhetorik in bezug auf auslöschung des staates israel auf, warum sollte man das nicht ernst nehmen und ? diese üble rhetorik im verein mit scharfen a-waffen, da ist äußerste anspannung in israel angesagt. was heißt den "mord" an palästinensischen demonstranten ? die haben unter massiver gewaltanwendung versucht nach israel einzudringen, aufgestachelt von ihrer gewissenlosen führung. mord kann man das nur nennen wenn man den ideologischen rechten tunnelblick fest justiert hat.
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