Bericht des US-Senats Pentagon ließ Osama Bin Laden entwischen

Die US-Armee stand Ende 2001 kurz davor, Osama Bin Laden zu schnappen. Doch laut einer Untersuchung des Senats ließ die militärische Führung den Qaida-Chef entkommen. Die Autoren des Berichts werfen der Bush-Regierung schweres Versagen vor.

Osama Bin Laden (Archivfoto, 1998): "In Reichweite für einen Zugriff"
AP

Osama Bin Laden (Archivfoto, 1998): "In Reichweite für einen Zugriff"


Washington - Harte Kritik an der Bush-Regierung: Nach einem Bericht des US-Senats hatten die amerikanischen Streitkräfte 2001 die Chance, Osama Bin Laden festzunehmen. Dennoch konnte der Top-Terrorist entkommen.

Die Untersuchung von Dokumenten und Interviews mit den Beteiligten hätte ergeben, "dass Osama bin Laden in Tora Bora in unserer Reichweite für einen Zugriff war". Weil das Pentagon aber entschied, auf einen massiven Militäreinsatz zu verzichten, habe Bin Laden am 16. Dezember 2001 ungehindert die Grenze nach Pakistan überschreiten können. Vermutet wird, dass sich der Führer des Terrornetzwerks al-Qaida immer noch in Pakistan versteckt hält.

"Die Entscheidungen, die die Tür zu seiner Flucht nach Pakistan öffneten, ermöglichten es Bin Laden, als mächtige Symbolfigur hervorzugehen, die weiterhin einen stetigen Geldfluss anzieht und weltweit Fanatiker inspiriert", schreiben die Autoren des Berichts.

Die Gefangennahme oder Tötung von Bin Laden hätte zwar die weltweite extremistische Bedrohung nicht gebannt. Aber "das Versagen, die Aufgabe abzuschließen, ist eine verlorene Gelegenheit, die für immer den Gang des Konflikts in Afghanistan und die Zukunft des internationalen Terrorismus verändert hat", heißt es in dem Bericht, den Mitarbeiter der demokratischen Mehrheit im außenpolitischen Ausschuss des Senats verfasst haben. Die politische Verantwortung dafür weisen sie der damaligen Regierung von US-Präsident George W. Bush mit Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und General Tommy Franks zu.

cte/AP/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 32 Beiträge
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Hubert Rudnick, 29.11.2009
1. Wahrheit?
Zitat von sysopDie US-Armee stand Ende 2001 kurz davor, Osama Bin Laden zu schnappen. Doch laut einer Untersuchung des Senats ließ die militärische Führung den al-Qaida-Chef entkommen. Die Autoren des Berichts werfen der Bush-Regierung schweres Versagen vor. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,664091,00.html
------------------------------------------------------- Mit der Zeit muß man sich fragen, ob man solche Artikel überhaupt noch eine Bedeutung schenken sollte, es wird hier oft nur gelogen und was uns vorgemacht, darum sind das für mich nie mehr glaubwürde Berichte. HR
Rainer Daeschler, 29.11.2009
2. Irak
Zitat von sysopDie US-Armee stand Ende 2001 kurz davor, Osama Bin Laden zu schnappen. Doch laut einer Untersuchung des Senats ließ die militärische Führung den al-Qaida-Chef entkommen. Die Autoren des Berichts werfen der Bush-Regierung schweres Versagen vor. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,664091,00.html
Was heißt Versagen? Bush wollte in den Irak. Einen gefangenen Osama bin Laden hätte er 2001 noch nicht gebrauchen können. Er hat das erreicht, was er erreichen wollte, auch wenn das Unternehmen letztendlich nicht so preiswert für die USA verlief, wie unter seinem Vater zuvor.
pristupnik, 29.11.2009
3. Das Pentagon hat recht gehabt.
Zitat von sysopDie US-Armee stand Ende 2001 kurz davor, Osama Bin Laden zu schnappen. Doch laut einer Untersuchung des Senats ließ die militärische Führung den al-Qaida-Chef entkommen. Die Autoren des Berichts werfen der Bush-Regierung schweres Versagen vor. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,664091,00.html
Die Liquidierung von Usama Bin Laden hätte nichts gebracht.Der Djihad ist er internationale Kampf der Djihadisten gegen die Ungläubigen. Er ist nicht auf eine Einzelperson angewiesen. Die Nachfolger von Bin Laden warten schon sicherlich in den Startlöchern.
Rainer Daeschler, 29.11.2009
4. Watergate ist die Ausnahme
Zitat von Hubert Rudnick------------------------------------------------------- Mit der Zeit muß man sich fragen, ob man solche Artikel überhaupt noch eine Bedeutung schenken sollte, es wird hier oft nur gelogen und was uns vorgemacht, darum sind das für mich nie mehr glaubwürde Berichte. HR
Sie dürften einen höheren Glaubwürdigkeitsgrad haben, als zeitgenössische Berichte, weil die, die sie angreifen, gerade an der Macht sind und damit auch über die Mittel verfügen, sie zu zu unterdrücken.
Neurovore 29.11.2009
5. ...
Zitat von Rainer DaeschlerWas heißt Versagen? Bush wollte in den Irak. Einen gefangenen Osama bin Laden hätte er 2001 noch nicht gebrauchen können. Er hat das erreicht, was er erreichen wollte, auch wenn das Unternehmen letztendlich nicht so preiswert für die USA verlief, wie unter seinem Vater zuvor.
Jupp; wie es Volker Pispers beschrieben hat: "Ein Arschloch im Wandschrank ist für ´ne Weltmacht ´ne prima Sache! ... Wenn´s zu Hause nicht so richtig läuft, wenn die Konjunktur lahmt, die Praktikantin rumzickt... Dann holt man den Arsch aus dem Wandschrank, patsch! patsch! patsch! und dann kommt der wieder weg!" Und Saddam Hussein war schon zu lange im Schrank, den konnte man nicht wieder zurücksperren. Ein freier Osama bin Laden aber bietet da fast die gleichen Dienste an...
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