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Europawahl: Berlusconi-Partei schürt Ressentiments gegen Deutsche

"Mehr Italien, weniger Deutschland": Mit diesem Slogan zieht Silvio Berlusconis Partei Forza Italia in den Europawahlkampf. Kritiker rügen die Parole im SPIEGEL als "antideutsch" und "unverschämt".

Hamburg - Die Partei Forza Italia des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi schürt mit ihrer Kampagne im Europawahlkampf Ressentiments gegen Deutsche. Das Plakat mit dem Slogan "Più Italia, meno Germania" ("Mehr Italien, weniger Deutschland"), das in Italien in diesen Tagen veröffentlicht wurde, macht die deutsche Sparpolitik für die Rezession der italienischen Wirtschaft verantwortlich.

Berlusconis Partei fordert, sich dem Kurs zu widersetzen. Das Ziel sei "mehr Italien in Europa, weniger Europa in Italien". Die Forza Italia gehört wie die CDU/CSU zur Gruppe der konservativen Parteien (EVP) im Europäischen Parlament, deren gemeinsamer Spitzenkandidat der ehemalige luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker ist.

"Es ist empörend, dass eine Schwesterpartei der CDU in Italien mit antideutschen Parolen Wahlkampf macht", sagte der Spitzenkandidat der Sozialisten, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, dem SPIEGEL. Ein solches Plakat zerstöre den Geist der europäischen Einigung: "Deutschland ist ein sehr solidarisches Land, und deshalb ist ein solches Plakat unverschämt", so Schulz. Auch die CDU distanzierte sich von der Aktion: "Das ist nicht in Ordnung. Dafür fehlt mir jedes Verständnis", sagte Herbert Reul, Chef der Unionsabgeordneten im EU-Parlament.

Die Plakatkampagne zeigt auch, dass eine Äußerung Berlusconis, in der er Deutsche indirekt als Holocaust-Leugner bezeichnet, offenbar kein Zufall ist - sie fügt sich ein in die offizielle Wahlkampfstrategie seiner Partei. Für die Deutschen "haben die Konzentrationslager nie existiert", sagte Berlusconi. Das war auch gegen Schulz gerichtet, dem Berlusconi einst bescheinigte, der Deutsche sie die ideale Besetzung für die Rolle eines KZ-Aufsehers.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. optional
JochenDunkel 27.04.2014
Offenbar hat Herr Berlusconi wohl eher die 400.000 toten Äthiopier vergessen, die durch italienisches Giftgas starben! Wir Deutsche benötigen keine Belehrungen, zumal von einem notorisch mogelnden, alten Playboy.
2.
gfh9889d3de 27.04.2014
Zitat von sysopREUTERS"Mehr Italien, weniger Deutschland": Mit diesem Slogan zieht Silvio Berlusconis Partei Forza Italia in den Europawahlkampf. Kritiker rügen die Parole im SPIEGEL als "antideutsch" und "unverschämt". http://www.spiegel.de/politik/ausland/berlusconi-partei-forza-italia-macht-wahlkampf-gegen-deutsche-a-966359.html
Noch mehr Italien?! http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/geldwaesche-in-deutschland-schaeuble-fordert-wegen-oecd-von-maas-gesetz-a-966337.html
3. Irgenwie tickt es ...
mborevi 27.04.2014
Zitat von sysopREUTERS"Mehr Italien, weniger Deutschland": Mit diesem Slogan zieht Silvio Berlusconis Partei Forza Italia in den Europawahlkampf. Kritiker rügen die Parole im SPIEGEL als "antideutsch" und "unverschämt". http://www.spiegel.de/politik/ausland/berlusconi-partei-forza-italia-macht-wahlkampf-gegen-deutsche-a-966359.html
... bei ihm falsch. Das ist nicht neu. Dass allerdings die CDU auf europäischer Ebene eng mit seiner Forza zusammenarbeitet war mir neu.
4. Berlusconi
Pfaffenwinkel 27.04.2014
sollte man einfach nicht mehr ernst nehmen. Er scheint mir in Richtung Demenz zu gehen.
5. Più corruzione, più mafia
global player 27.04.2014
Zitat von sysopREUTERS"Mehr Italien, weniger Deutschland": Mit diesem Slogan zieht Silvio Berlusconis Partei Forza Italia in den Europawahlkampf. Kritiker rügen die Parole im SPIEGEL als "antideutsch" und "unverschämt". http://www.spiegel.de/politik/ausland/berlusconi-partei-forza-italia-macht-wahlkampf-gegen-deutsche-a-966359.html
"Mehr Mafia, mehr Korruption, mehr Steuerverschwendung, mehr Disziplinlosigkeit" - so müsste man die Forderung Berlusconis in konkrete Begriffe umformulieren. Dann könnte er damit in Italien bestimmt keine Stimmen fangen. Mit nationalistischen Parolen hingegen lassen sich offenbar überall in Europa wieder am rechten Rand Wähler ködern.
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