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12. Dezember 2012, 21:02 Uhr

Comeback-Pläne

Berlusconi redet plötzlich vom Verzicht

Gibt es doch kein Comeback des "Cavalliere"? Silvio Berlusconi will unter Umständen auf eine erneute Kandidatur als Italiens Ministerpräsident verzichten - falls Amtsinhaber Mario Monti doch wieder antreten sollte.

Rom - Silvio Berlusconi sorgt für Verwirrung. Tagelang hielt der frühere Regierungschef Italien und auch die EU mit Comeback-Plänen in Atem. Doch jetzt relativierte er seine Aussagen: Sollte sich der vor seinem Rücktritt stehende Regierungschef Mario Monti an der Spitze einer Koalition der "Gemäßigten" zur Wahl stellen, habe er keine Probleme damit, seine Kandidatur zurückzuziehen, sagte Berlusconi am Mittwoch während einer Pressekonferenz in Rom. Er würde dann akzeptieren, lediglich die Rolle eines "Koordinators" dieser Koalition einzunehmen.

Monti hatte am Wochenende seinen Rücktritt angekündigt. Er will nur bis zu der in diesem Monat geplanten Verabschiedung eines Stabilitäts- und Haushaltsgesetzes im Amt bleiben. Berlusconis Mitte-Rechts-Partei PdL hatte Montis Regierung die Unterstützung entzogen. Anschließend teilte der schwerreiche Medienunternehmer mit, er strebe nach den Parlamentswahlen im Frühjahr erneut das Amt des Regierungschefs an.

Berlusconis Comeback-Ankündigung war auch international mit Bestürzung aufgenommen worden. Im November 2011 hatte er unter dem Druck der Schuldenkrise sein Amt als Regierungschef niederlegen müssen.

In den vergangenen 20 Jahren war Berlusconi bereits mehrere Male Ministerpräsident. Der 76-Jährige wird in mehreren Verfahren von der italienischen Justiz belangt. Im Oktober wurde er wegen Steuerbetrugs in erster Instanz zu einer Haftstrafe verurteilt, außerdem wurde ihm für die Dauer von mehreren Jahren die Ausübung öffentlicher Ämter untersagt.

als/dpa/AFP/Reuters

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