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Berlusconis Karriere: Die Fettnäpfchen des Cavaliere

Kein europäischer Spitzenpolitiker trat schon in so viele Fettnäpfchen - und dennoch wird Silvio Berlusconi nun zum dritten Mal Ministerpräsident Italiens. SPIEGEL ONLINE präsentiert die schönsten Ausrutscher des Cavaliere.

Rom - Der Mailänder Medienmogul und Milliardär Silvio Berlusconi (71) ist in seiner politischen Karriere schon in so manches Fettnäpfchen getreten. Ein Überblick über die Pannen-Karriere des designierten neuen italienischen Ministerpräsidenten:

Designierter Regierungschef Berlusconi: Meister der Pannen
REUTERS

Designierter Regierungschef Berlusconi: Meister der Pannen

- Sein überaus ausgeprägtes Selbstbewusstsein verführte den Medienzar immer wieder dazu, sich mal mit Gott, mal mit Napoleon, mal mit einem Heiligen zu vergleichen.

- Bei einem Treffen der EU-Außenminister im Jahr 2002 kann er sich nicht verkneifen, bei einem Gruppenfoto hinter dem Kopf seines spanischen Kollegen Josep Pique zwei Finger hervorlugen zu lassen - was in Italien so viel heißt wie "gehörnter Ehemann".

- 2003 bemerkte er bei einem Nato-Gipfel in Italien, die Gründer der Stadt Rom wären "Romulus und Remulus gewesen". (Gemeint waren Romulus und Remus.) Später erklärte er vor Reportern, dass sie von nun an so heißen sollten, weil es besser klänge.

- Im Juli 2003 kam es im Europäischen Parlament zum Eklat, als Berlusconi zum deutschen Europaabgeordneten Martin Schulz sagte: "Herr Schulz, ich weiß, dass ein Produzent in Italien gerade einen Film über die Konzentrationslager der Nazis dreht. Ich werde Sie für die Rolle des Kapo (Lagerkommandant) vorschlagen. Sie wären perfekt."

- 2005 verärgerte er die finnische Regierung, als er damit prahlte, er habe bei der finnischen Präsidentin Tarja Halonen seine "Playboy-Künste" aufbieten müssen, um im Kampf um die EU-Lebensmittelbehörde die Nordländer zum Einlenken zu bewegen. "Man muss alle Waffen einsetzen, die man zur Verfügung hat", sagte er bei Einweihung der Behörde in Parma. Aus Protest wurde Italiens Botschafter daraufhin ins Außenministerium in Helsinki einbestellt.

- Im Wahlkampf 2006 ließ er sich zur Behauptung hinreißen, in Maos Volksrepublik China hätten die Kommunisten nicht kleine Kinder gegessen, sondern "gekocht, um damit die Felder zu düngen".

- 2008 antwortete Berlusconi einer Studentin auf deren Frage, wie junge Paare ohne sichere Arbeitsplätze in Italien eine Familie gründen könnten: "Als Vater rate ich ihnen, einen Sohn Berlusconis oder einen ähnlichen Mann zu heiraten, der nicht solche Probleme hat. Mit ihrem Lächeln können Sie sich das ja leisten."

- Ebenfalls 2008 empörte er die Linke im Laufe des Wahlkampfs mit dem Satz: "Unsere Frauen sind einfach schöner als Eure".

flo/dpa

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