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13. Februar 2016, 21:33 Uhr

US-Vorwahlen

Bernie Sanders gewinnt wichtige Unterstützung aus der Schwarzenbewegung

"I can't breathe" waren die letzten Worte von Eric Garner, sie wurden zum Schlachtruf schwarzen Protests in den USA. Seine Tochter unterstützt jetzt Bernie Sanders in den Vorwahlen mit einem eindrucksvollen Video.

Auch wenn er gerade bei jungen Wählern derzeit erstaunliche Erfolge feiert und Hillary Clinton in den US-Vorwahlen der Demokraten in ernste Schwierigkeiten bringt - Bernie Sanders hat ein Problem. Die schwarzen Wähler der USA gelten als sichere Bank für Clinton, nicht zuletzt deshalb, weil sie viele schwarze Senatoren und Kongressabgeordnete auf ihrer Seite hat. Sanders dagegen fällt es augenscheinlich schwer, namhafte schwarze Unterstützer zu gewinnen - bis jetzt.

In einem etwa vierminütigen Videoclip, der am Freitag veröffentlicht wurde, tritt eine junge Frau auf, die über ihr Leben als Mutter und Aktivistin spricht. Sie erzählt vom Leben mit ihrer sechsjährigen Tochter und davon, dass das Kind ihren Großvater vermisst.

Dieser Großvater war Eric Garner, der Mann, der bei einem außer Kontrolle geratenen Polizeieinsatz in New York im Jahr 2014 erstickte, als ein Beamter ihn, einen unbewaffneten und nicht gewalttätigen Schwarzen, von hinten würgte. Der Videomitschnitt des tödlichen Zwischenfalls ging um die Welt, Garners letzte Worte "I can't breathe", "Ich kann nicht atmen" wurden zu einer Art Kampfruf der wiedererstarkenden schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA.

Ein kurzer Ausschnitt aus dem Video der letzten Minuten in Garners Leben taucht auch in dem Kampagnenclip auf. "Niemand erlebt die letzten Momente seiner Eltern, ich konnte meinen Vater im landesweiten Fernsehen sterben sehen", sagt Erica Garner dazu.

Sie trägt in dem Clip einen Kapuzenpulli mit der Aufschrift "I can't breathe". Sie sagt, ihre Tochter lerne jetzt in der Schule etwas über schwarze Bürgerrechtsikonen wie Rosa Parks und Martin Luther King. Sie aber müsse dem Kind erklären, dass "das noch nicht vorbei ist".

Deshalb unterstütze sie "Bernie" sagt Garner später, gegen Ende des Clips sind kurze Redeausschnitte von Sanders-Wahlkampfauftritten, in denen er mit der zum Markenzeichen gewordenen heiser-überanstrengten Stimme fordert, junge Schwarze müssten "die Straße langgehen können, ohne von Polizisten belästigt, geschlagen oder getötet zu werden".

"Black Lives Matter", die Bewegung, die nach dem Tod von Eric Garner und mehreren anderen Fällen, in denen schwarze Männer zum Opfer von Polizisten wurden, entstanden ist, ist jetzt eine ernstzunehmende politische Kraft in den USA. Neben Erica Garner haben sich weitere bekannte Protagonisten der Bewegung hinter Sanders gestellt, wie das "New York Magazine" berichtet. Wenn es ihm gelingt, den neuen Widerstandsgeist, den die zahlreichen Fälle oft tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze hervorgebracht hat, für seine Zwecke zu gewinnen, könnte Bernie Sanders Hillary Clinton noch viel größere Schwierigkeiten bereiten als bisher.

Die demokratischen Vorwahlen in South Carolina, die für den 27. Februar angesetzt sind, werden zeigen, wie erfolgreich Sanders' Kampagne in dieser Hinsicht ist. Fast 28 Prozent der Bevölkerung von South Carolina sind schwarz. In New Hampshire, wo Sanders Clinton vernichtend schlagen konnte, sind es nur 1,5 Prozent.

cis

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