Sanders-Rede auf Parteitag "Hillary Clinton muss die nächste Präsidentin werden"

Vereint gegen Trump: Die US-Demokraten haben ihren Parteitag in Philadelphia begonnen. Zum Auftakt erklärten Bernie Sanders und Michelle Obama, warum Hillary Clinton gewinnen muss.

Bernie Sanders in Philadelphia
REUTERS

Bernie Sanders in Philadelphia


Bernie Sanders muss mehrfach ansetzen, bis ihn die Delegierten endlich reden lassen: Bei dem Parteitag der US-Demokraten in Philadelphia ist er von jubelnden Anhängern begrüßt worden, minutenlang applaudierten sie dem 74-Jährigen und riefen seinen Namen.

Sanders begann seine Rede mit viel Dank, unter anderem gerichtet an seine Wahlkampfhelfer, seine Kollegen und seine Familie. Niemand sei enttäuschter als er selbst über das Ergebnis der Vorwahlen, sagte Sanders - er hatte sich erst nach mehreren Monaten im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur geschlagen geben müssen. Er hoffe, dass alle seine Unterstützer stolz auf ihre "historische Leistung" seien, sagte Sanders. Sie hätten gemeinsam eine "politische Revolution" begonnen. Und: "Unsere Revolution wird weitergehen." Er freue sich darauf, Teil davon zu sein.

Bei dieser Wahl gehe es nicht um die einzelnen Kandidaten, um politischen Klatsch und Tratsch oder um Umfragen, sagte Sanders. "Es geht um die Bedürfnisse des amerikanischen Volkes und um die Zukunft, die wir für unsere Kinder und Enkelkinder gestalten."

Bei dieser Wahl gehe es darum, welcher Kandidat die Probleme des Landes am besten verstehe und Lösungen dafür anbiete. Amerika brauche eine Führung, die das Leben der Arbeiter verbessere, das Leben von Kindern, Alten und Kranken, "eine Führung, die uns zusammenbringt und die uns stärker macht", sagte Sanders. Amerika brauche keine Führung, die Latinos, Mexikaner, Muslime, Frauen, Afroamerikaner und Veteranen beleidige.

Gemessen an diesen Vorgaben könne es nur eine Schlussfolgerung geben: "Hillary Clinton muss die nächste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden." Trump sei der schlimmste Kandidat in der modernen Geschichte der USA.

Michelle Obama
AP

Michelle Obama

Vor Sanders hatte bereits First Lady Michelle Obama vor den Delegierten gesprochen. Clinton sei "die einzige Person, von der ich glaube, dass sie wirklich qualifiziert" für das höchste Staatsamt sei. "Was ich am meisten bewundere, ist, dass sie unter Druck nie nachgibt", sagte Obama. Clinton wähle nie den einfachen Ausweg und habe sich nie vor etwas gedrückt. "Wegen Hillary Clinton halten es meine Töchter für gegeben, dass eine Frau Präsidentin der Vereinigten Staaten werden kann."

In Philadelphia soll Clinton offiziell zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten gekürt werden. Zudem geht es darum, den innerparteilichen Frieden wieder herzustellen: Die Sanders-Anhänger sind unzufrieden, weil sie sich von der Parteiführung betrogen und benachteiligt fühlen. Eine E-Mail-Affäre, kurz vor dem Parteitag von der Plattform WikiLeaks enthüllt, schürte die Stimmung weiter. Parteichefin Debbie Wasserman Schultz kündigte unter dem Druck der Affäre ihren Rücktritt an. Die Parteiführung entschuldigte sich am Montag offiziell bei Sanders und seinen Anhängern.

Einheit soll auch nach außen ausgestrahlt werden, um gemeinsam gegen den republikanischen Kandidaten Donald Trump anzutreten. Er liegt laut einer aktuellen CNN-Umfrage jetzt mit drei Prozentpunkten vor Clinton.

aar/dpa/AFP

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