Bester ausländischer Film: Teheran erklärt Oscar zum Triumph über Israel
Der Oscar als politisches Kampfmittel: Teheran brüstet sich nach dem Award für den iranischen Film "A Seperation" - obwohl das Regime das Ehedrama einst scharf kritisiert hatte. Man habe das "zionistische Regime" hinter sich gelassen, so das Staatsfernsehen.
Teheran - Beim Regime in Teheran herrscht nach dem Sieg der iranischen Produktion "A Seperation" ("Nader und Simin - Eine Trennung") als bester fremdsprachiger Film bei den Oscars Genugtuung - obwohl iranische Regimevertreter den ausgezeichneten Film zuvor heftig kritisiert hatten, weil es in ihm um Protest, Gleichberechtigung und den Wunsch vieler Iraner, ihr Land zu verlassen, geht. Ausländische Preisverleihungen werden zudem von dem Regime oft abgelehnt.
Jetzt allerdings scheinen alle diese Bedenken vergessen: Man habe einen Film aus dem "zionistischen Regime" hinter sich gelassen, jubelte das Staatsfernsehen. In der Kategorie Bester fremdsprachiger Film war auch die israelische Produktion "Footnote" angetreten.
Regisseur Asghar Farhadi hatte die Oscar-Trophäe am Sonntag in Los Angeles entgegen genommen. Farhadi widmete den Oscar den Menschen in Iran. Mit Blick auf den eskalierenden Atomstreit zwischen Teheran und dem Westen sagte der Filmemacher, die Iraner seien "ein Volk, das alle Kulturen und Zivilisationen respektiert und Feindseligkeit und Ressentiments verachtet".
Iran hat eine große Filmindustrie, Produktionen aus dem Land haben in der Vergangenheit international großen Beifall bekommen - ungeachtet der politischen Spannungen mit Teheran. Iranische Künstler und Filmemacher sind in ihrer Heimat oft massiven Verfolgungen ausgesetzt, viele mussten ins Ausland fliehen.
Iranische Künstler brachten ihre Freude über den Erfolg des Films zum Ausdruck. Die Regisseurin Tahmineh Milani erklärte, der Sieg mache allen Iranern Hoffnung. Andere äußerten die Erwartung, dass der iranische Film nun aus seiner Isolation komme. In Teheran verfolgten viele Menschen über Satellitenfernsehen die Oscar-Zeremonie.
Der Film "A Seperation" erzählt die Geschichte von Nader und Simin, die kurz davor stehen sich zu trennen. Simin möchte mit ihrer Tochter das Land verlassen, es entwickelt sich ein Beziehungsdrama, das beiläufig ein Porträt der iranischen Gesellschaft erzählt.
Zuletzt hatten sich die Spannungen zwischen Iran und Israel erneut verschärft - der Westen glaubt, dass Iran Atomwaffen herstellt. Israel und die USA schließen auch einen militärischen Angriff auf iranische Nuklearanlagen nicht aus.
anr/AP/AFP
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- Montag, 27.02.2012 – 10:10 Uhr
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Die meisten Anreicherungsanlagen weltweit basieren auf der Gasdiffusion: Gasförmiges Uran-Hexafluorid wird durch halbdurchlässige Membrane gepresst, wobei sich das Uran 235 vom Rest trennt. Das Verfahren gilt inzwischen jedoch aufgrund seines hohen Energiebedarfs als veraltet.
Eine modernere Methode ist die Gaszentrifuge, an der auch in Iran experimentiert wird. Bei ihr macht man sich den Massenunterschied zwischen beiden Uran-Isotopen zunutze: Wird Uran-Hexafluorid in die Zentrifugen gegeben, sammeln sich die schwereren Uran-238-Moleküle bei bis zu 70.000 Umdrehungen pro Minute außen in den Zylindern, die Uran-235-Moleküle bleiben innen.
Uran 235 kam in der ersten jemals eingesetzten Atombombe, die am 6. August 1945 Hiroshima zerstörte, als Sprengstoff zum Einsatz. Die Sprengkraft lag bei rund 13 Kilotonnen TNT. Die Bombe, die drei Tage später auf Nagasaki abgeworfen wurde, erreichte 20 Kilotonnen TNT. In ihr kam allerdings nicht Uran zum Einsatz, sondern Plutonium 239, das per Neutronenbeschuss in Brutreaktoren aus Uran 238 gewonnen wird.
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