Besuch bei Abbas Obama kündigt neues Engagement im Nahost-Konflikt an

US-Präsident Obama setzt weiter auf eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt. Bei seinem Besuch in Ramallah kündigte er an, dass Außenminister Kerry sich verstärkt um den Friedensprozess kümmern wird. Zuvor hatten die Palästinenser ihm einen kühlen Empfang bereitet.

US-Präsident Obama mit Palästinenserpräsident Abbas: "gute Runde"
DPA

US-Präsident Obama mit Palästinenserpräsident Abbas: "gute Runde"


Ramallah - US-Präsident Barack Obama ist bei seinem Eintreffen im palästinensischen Ramallah Enttäuschung entgegen geschlagen. Sondereinsatzkräfte mussten wütende Demonstranten im Zaum halten. An den Straßenrändern waren Obama-Plakate mit den Worten "no hope", keine Hoffnung, übertüncht worden. Denn der Präsident kam mit leeren Händen zum Besuch bei der palästinensischen Führung. Er hat keinen Friedensplan im Gepäck.

Obama flog am Donnerstag mit dem Hubschrauber nach Ramallah und traf sich dort mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Entlang des roten Teppichs begrüßten auch die offiziellen Vertreter der Palästinenserregierung den US-Präsidenten mit größtenteils versteinerten Mienen.

In der Pressenkonferenz nach dem Treffen mit Abbas sicherte Obama zu, dass er weiter an der Zwei-Staaten-Lösung für Israel und Palästina festhalte. Er kündigte an, dass Außenminister John Kerry sich nun verstärkt um den Friedensprozess kümmern werde. Er appellierte sowohl an die Palästinenser als auch an die Israelis, neue Wege zu beschreiten. "Beide Seiten müssen neu denken." Er forderte beide Regierungen auf, direkt miteinander zu verhandeln. "Eine andere Lösung gibt es nicht." Die israelische Siedlungspolitik bezeichnete er erneut als nicht förderlich für den Friedensprozess.

Abbas nannte eine Friedensregelung in Nahost in der Pressekonferenz "notwendig und unvermeidbar". Die Palästinenser würden auf ein unabhängiges Leben in einem künftigen Palästinenserstaat in den Grenzen vor dem Sechstagekrieg von 1967 mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt hoffen. Abbas äußerte die Bereitschaft zu Friedensgesprächen mit Israel, warf dem jüdischen Staat jedoch gleichzeitig eine fortgesetzte Blockadepolitik vor. "Wir sind bereit, alle unsere Verpflichtungen zu erfüllen, um einen Friedensprozess zu ermöglichen", betonte Abbas.

Er sprach von einer "guten Runde von Gesprächen" mit Obama und dankte dem US-Präsidenten für die fortwährende Unterstützung der Vereinigten Staaten für die Palästinenser. "Sie sind sehr willkommen in Palästina", sagte Abbas zu Obama.

Am Ende der Pressekonferenz verließen beide Regierungschefs das Podium mit einer versöhnlichen Geste: Sie gingen Arm in Arm.

ler/Reuters/dpa



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insgesamt 9 Beiträge
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hadykhalil@web.de 21.03.2013
1. Ein chinesischer Außenminister
Außenminister , dessen Namen ich nicht mehr weiß (ich bitte um Verzeihung) sagte einmal weise, das es nicht dem Frieden diene, wenn ein Land seine Sicherheitsinteresssen über die eines Anderen stellt. So der Tenor der bewegende Rede und Antwort President Obamas in Ramalah. bei der Pressekonferenz. Mahmud Abbas schien ebenfalls bewegt, von dem Angebot der innovatibven Zusammenarbeit. Vertrauen war das zauberwort, das der US Präsident öfter in die „Verhandlungsmasse“ geworfen hat. Man darf gespannt sein, wie die neue israelische Regierung auf diese historische Chance, die mir diese offene Tür zu sein scheint, reagieren wird. Wie wird diese außenpolitische Initiative der US Regierung in der Bevölkerung aufgenommen. Was sagt denn Twitter so?
gandhiforever 21.03.2013
2. Staatsbesuch in Israel/Besuch bei Abbas
Zitat von sysopDPAUS-Präsident Obama setzt weiter auf eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt. Bei seinem Besuch in Ramallah kündigte er an, dass Außenminister Kerry sich verstärkt um den Friedensprozess kümmern wird. Zuvor hatten die Palästinenser ihm einen kühlen Empfang bereitet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/besuch-bei-abbas-obama-kuendigt-neues-engagement-im-nahost-konflikt-an-a-890176.html
Zufall oder Absicht? Ich tippe auf Absicht, denn selbst bei dem Artikel zum Besuch in Ramallah wird links nicht etwa ein Kurzbeschreibung von Palaestina angezeigt sondern die von Israel. Vielleicht hat man beim Spiegel noch nicht mitbekommen (oder man ignoriert es bewusst), dass die UN Palaestina Beobachterstatus zugesprochen hat?
ein anderer 21.03.2013
3. ...
Zitat von sysopDPAUS-Präsident Obama setzt weiter auf eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt. Bei seinem Besuch in Ramallah kündigte er an, dass Außenminister Kerry sich verstärkt um den Friedensprozess kümmern wird. Zuvor hatten die Palästinenser ihm einen kühlen Empfang bereitet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/besuch-bei-abbas-obama-kuendigt-neues-engagement-im-nahost-konflikt-an-a-890176.html
Was mich erstaunt, sind die Forderungen nach einem amerikanischen Friedensplan. Das geht doch vollkommen am Problem vorbei, die USA sollten sich nicht mehr in den Konflikt einbringen sondern weniger. Wie z.B. die Veto-Blockaden in der UNO beenden.
zukunftsorientiert 21.03.2013
4. Raketen ohne Unterlass
Zitat von sysopDPAUS-Präsident Obama setzt weiter auf eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt. Bei seinem Besuch in Ramallah kündigte er an, dass Außenminister Kerry sich verstärkt um den Friedensprozess kümmern wird. Zuvor hatten die Palästinenser ihm einen kühlen Empfang bereitet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/besuch-bei-abbas-obama-kuendigt-neues-engagement-im-nahost-konflikt-an-a-890176.html
So kann man es auch ausdrücken. Der Vollständigkeit halber sollten aber die heute aus dem Gazastreifen abgefeuerten Raketen nicht unerwähnt bleiben. Vermutlich hält der Autor einen Raketenbeschuss auf Israel für den Normalzustand. Traurig.
Lowe 21.03.2013
5. Verwirrung
Zitat von gandhiforeverZufall oder Absicht? Ich tippe auf Absicht, denn selbst bei dem Artikel zum Besuch in Ramallah wird links nicht etwa ein Kurzbeschreibung von Palaestina angezeigt sondern die von Israel. Vielleicht hat man beim Spiegel noch nicht mitbekommen (oder man ignoriert es bewusst), dass die UN Palaestina Beobachterstatus zugesprochen hat?
Nee, sondern weil es den Staat Palestine nicht gibt. Vielleicht irgendwann mal oder auch nicht. U.N. hin oder her. Darin liegt naemlich genau das Problem. Das Votum der U.N. hat keine Tatsachen geschaffen sondern nur mehr Verwirrung, wie man an Ihrem Kommentar ablesen kann.
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