Benedikt im Libanon: Papst fordert Waffenembargo gegen Syrien

Es ist eine äußerst heikle Mission: Papst Benedikt XVI. ist im Libanon angekommen. Das Kirchenoberhaupt plädiert für einen Stopp der Waffenexporte nach Syrien. Den Arabischen Frühling nennt er einen positiven "Schrei nach Freiheit".

Beirut: Benedikt XVI. im Libanon Fotos
AFP

Beirut - Papst Benedikt XVI. hat seine dreitägige Libanon-Reise begonnen. Die Maschine des Kirchenoberhaupts landete am Mittag auf dem Rafik-Hariri-Flughafen in Beirut. Der Besuch wird von den schweren Ausschreitungen in mehreren arabischen Ländern überschattet.

Zum Start seiner Visite äußerte sich Benedikt zu dem blutigen Dauerkonflikt im Nachbarland Syrien. Die Waffenlieferungen in den umkämpften Staat müssten sofort gestoppt werden, so der Papst. Diese seien eine "schwere Sünde".

Die Umwälzungen des Arabischen Frühlings nannte er einen positiven "Schrei nach Freiheit". Bei allem Willen zum Umsturz müsse jedoch stets die Toleranz gewahrt werden.

Benedikt kommt offiziell als Kirchenoberhaupt, nicht als Politiker in das Land. Anlass ist das Schlussdokument der Nahost-Bischofssynode von vor zwei Jahren. Der Papst unterschreibt und übergibt das Papier, das Wege aus der schwierigen Lage zahlreicher Christen in der Region sucht.

In der Hauptstadt Beirut wurden viele Straßen mit Bildern des Papstes und den Flaggen des Libanons und des Vatikans geschmückt. Höhepunkt der Reise ist eine Messe am Sonntag.

Gleichzeitig kommt der Besuch Benedikts zu einem politisch höchst heiklen Zeitpunkt. Im Nachbarland Syrien tobt ein brutaler Krieg, in dem inzwischen auch Dschihadisten mitmischen. Zudem scheinen islamistische Parteien in der ganzen Region auf dem Vormarsch. Seit drei Tagen attackieren Demonstranten US-Botschaften in Libyen, dem Jemen und Ägypten.

Entsprechend stark sind die Sicherheitsvorkehrungen: Mehr als 5000 Soldaten und Polizisten sind abgestellt, um das Kirchenoberhaupt zu schützen.

jok/Reuters/AP

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1.
1948-2008 14.09.2012
Zitat von sysopEs ist eine äußerst heikle Mission: Papst Benedikt XVI. ist im Libanon angekommen. Das Kirchenoberhaupt plädiert für einen Stopp der Waffenimporte nach Syrien. Den Arabischen Frühling nennt er einen positiven "Schrei nach Freiheit". Besuch im Libanon: Papst fordert Waffenembargo gegen Syrien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,855832,00.html)
Lieber Papst Benedikt, wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal die Klappe halten. Der arabisch-islamische "Schrei nach Freiheit" hat bereits zigtausende arabischer Christen das Leben gekostet, und es werden Millionen werden, wenn mit dem Alewiten Assad auch noch das letzte säkular-moderne Regime im arabischen Raum fällt. Ist das im Interesse der Katholischen Kirche ?
2.
CompressorBoy 14.09.2012
Zitat von sysopDen Arabischen Frühling nennt er einen positiven "Schrei nach Freiheit".
Im "Arabischen Frühling" geht es in erster Linie um die eigene Freiheit und Macht, nicht um die der anderen. Das sollte man nicht verkennen. Ich habe den Eindruck, der gute Mann ist nicht mehr so ganz auf dem laufenden.
3. Quatsch
der_zauberer 14.09.2012
Es ist verwunderlich welche Aussagen du triffst. Die Menschen dort leben seit Jahrunderten friedlich mit- und nebeneinander. Hör auf soviel Bild etc zu lesen. Assad ist ein Mörder der genauso wie sein Vater. Seit 40 Jahren wird Ihr Volk systematisch unterdrückt und gefoltert, unabhängig der Religionszugehörigkeit. Die Christen im Orient sind weitaus Gläubiger als im Westen und dementsprechend ist der Respekt der beiden Religionen riesengross. Also hör auf so ein Mist zu schreiben oder ist dass ein moderater Präsident der nach der ersten kleinen Demonstration 5 Kinder erschiessen lässt ???
4.
ObackoBarama 14.09.2012
Da sind wieder die die alles besser wissen. Wie kann anders der Papst die Lage der Christen verbesseren, wenn überhaupt, außer dass er gerade das sagt was er gesagt hat. Ganz vernünftig, also dass die Revolutionen gut waren. Was hätte er anders sagen können? Etwa so; eure Revolutionen sind scheiße, ihr seid alle Fundamentalisten und Terroristen und ich unterstütze Assad dass er an der Macht bleibt!! Sowas hätte dann erst den Christen dort echt riesig geholfen.
5. Keinen Deut besser
AbuHaifa 14.09.2012
Zitat von der_zaubererEs ist verwunderlich welche Aussagen du triffst. Die Menschen dort leben seit Jahrunderten friedlich mit- und nebeneinander. Hör auf soviel Bild etc zu lesen. Assad ist ein Mörder der genauso wie sein Vater. Seit 40 Jahren wird Ihr Volk systematisch unterdrückt und gefoltert, unabhängig der Religionszugehörigkeit. Die Christen im Orient sind weitaus Gläubiger als im Westen und dementsprechend ist der Respekt der beiden Religionen riesengross. Also hör auf so ein Mist zu schreiben oder ist dass ein moderater Präsident der nach der ersten kleinen Demonstration 5 Kinder erschiessen lässt ???
Finden Sie die Situation in Ägypten, Libyen und Jemen etwa attraktiv, nachdem die alten Herrscher zum Teufel gejagt worden sind? Ja, das Assad-Regime hat gewaltig Dreck am Stecken, aber die so genannten Freiheitskämpfer haben im letzten Jahr bewiesen, dass sie keinen Deut besser sind. Oder finden Sie es in Ordnung, dass Väter vor den Augen ihrer Frauen und Kinder enthauptet werden, weil sie für Baschar al-Assad sind? Die arabische Revolution hat ihre Unschuld längst verloren und was passiert, wenn sie auch in Syrien siegt, das sehen wir alle gerade ganz deutlich in Nordafrika und im Jemen. Der Islam ist eine Religion des Friedens nicht der Gewalt und Barbarei. Die Radikalen verstehen da offenbar etwas gewaltig falsch. Wenn diese intoleranten Fanatiker an die Macht kommen, dann werden die Syrer sich nach der Freiheit zurücksehnen, die sie unter Assad hatten. Wenn auch diese Freiheit selbstverständlich noch sehr ausbaufähig ist. Aber das zu verwirklichen, dazu sind garantiert nicht die Rebellen geeignet. Das hieße ja den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
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Bevölkerung: 4,228 Mio.

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Staatsoberhaupt:
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