Bewegung der "Empörten": Spanier protestieren im Zentrum Madrids

Sie sind die "Indignados" und sie gehen erneut auf die Barrikaden: Tausende Spanier versammelten sich in Madrid auf dem Platz der Puerta del Sol, um ihrer Wut auf die wirtschaftlichen und politischen Eliten erneut Luft zu machen.

"Indignados"-Protest: Hunderte in Bewegung Fotos
DPA

Madrid - Aus allen Teilen Spaniens waren die "Empörten" (Indignados) in der Nacht zum Sonntag über sieben Kolonnen verteilt in die Innenstadt von Madrid marschiert. Viele waren in den vergangenen Wochen Hunderte Kilometer weit bis in die Stadt gelaufen und kamen völlig erschöpft ans Ziel. Auf dem Platz der Puerta del Sol wurden sie mit Begeisterung von Sympathisanten empfangen, gefeiert und mit Lebensmitteln und Getränken versorgt.

Es sind vor allem junge Leute und Rentner, aber auch viele ältere Arbeitslose, die sich auf dem Platz der Puerta del Sol versammelten, um ihrer Wut auf die wirtschaftlichen und politischen Eliten und auf die weit verbreitete Korruption im Lande Luft zu machen. Vor etwa einem Monat hatten sie ihr Zeltlager, die Basisstation für die Bewegung der "Empörten", abgebaut.

Für Sonntagabend war ein Protestmarsch vom Südbahnhof zur Puerta de Sol geplant, zu dem mehrere tausend Teilnehmer erwartet wurden. Ob diese erneut ein Zeltlager auf dem Platz aufschlagen würden, war noch ungewiss. Die Stadtverwaltung hat bereits angedeutet, dass sie nicht zulassen werde, dass die "Empörten" den Platz wieder in einen riesigen Schlafsaal verwandeln.

Die Bewegung der "Indignados" hatte im Mai Zehntausende Menschen auf die Beine gebracht und weltweit für Aufsehen gesorgt. Am 27. Mai versuchte die spanische Polizei mit Stöcken und Gummigeschossen, ein Protestcamp auf der Plaça de Catalunya in Barcelona aufzulösen. Die Proteste richten sich unter anderem gegen die hohe Arbeitslosigkeit in Spanien, gegen die Wirtschaftsmisere und das politische Establishment. Auslöser der Protestaktionen war die Krise in Spanien.

Jeder fünfte Erwerbsfähige ist ohne Job, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei fast 45 Prozent. Wegen der hohen Verschuldung setzte die Regierung einen strengen Sparplan durch: Beamtengehälter wurden gekürzt, Renten eingefroren, Kündigungen erleichtert.

jjc/dpa

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