Der Club der Mächtigen: Bilderberg-Gruppe trifft sich nahe London

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Protest in Watford: Treffen der "Bilderberger"

Zirkel der Macht, Geheimtreffen, Weltregierung: Jedes Jahr, wenn sich die internationale Führungselite zur Bilderberg-Konferenz trifft, blühen die Verschwörungstheorien. An diesem Wochenende versammelt sich die illustre Runde in einem noblen Hotel in Großbritannien.

London - Wie jedes Jahr treffen sich auch 2013 die Mächtigsten der Welt irgendwo in einem abgeschiedenen Luxushotel hinter verschlossenen Türen. Dieses Mal in einem edlen britischen Backsteinbau in dem Ort Watford im Norden von London. Von Freitag bis Sonntag debattieren dort die Mitglieder der Bilderberg-Konferenz. Es sind aktuelle und frühere Staatschefs, Diplomaten, Konzernchefs, Militärs, Adlige, Intellektuelle und einige Journalisten - mehr als 130 Personen. Kritiker wittern einen Geheimbund, der die Geschicke der Welt lenkt, und fordern deutlich mehr Transparenz.

Zu den Teilnehmern 2013 gehören nach einer im "Daily Telegraph" veröffentlichten Liste unter anderem der britische Finanzminister George Osborne, Konzernlenker wie Bob Dudley (BP), Stuart Gulliver (HSBC), Hessens früherer Ministerpräsident Roland Koch (Bilfinger SE), Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (Zurich Insurance Group) oder der FDP-Politiker Christian Lindner. Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, steht auf der Gästeliste.

Die Teilnehmer wollen nach Medienberichten über das Wochenende Themen wie die Auswirkungen des Internets, die Situation in Afrika oder die Wachstumschancen für Europa und die USA diskutieren.

Kritiker versammelten sich bei Ankunft der "Bilderberger" vor dem Tagungshotel, um gegen die weitgehend abgeschottete Zusammenkunft zu protestieren. Die erste Bilderberg-Konferenz fand 1954 im gleichnamigen Hotel in den Niederlanden statt. Seitdem treffen sich die Teilnehmer an unterschiedlichen Plätzen.

In den vergangenen Jahrzehnten waren regelmäßig auch einflussreiche deutsche Politiker unter den Gästen. 2005 nahm Angela Merkel teil. Helmut Kohl war 1980 dabei, Helmut Schmidt 1973. Im vergangenen Jahr war Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin unter den Teilnehmern. Er musste sich aus den Reihen der eigenen Partei teilweise deutliche Kritik dafür anhören.

ler/dpa

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insgesamt 190 Beiträge
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1. Nicht überbewerten
justine37 07.06.2013
Die kommen nur zum Schachspielen. Und wer schachmatt gelegt wird, ist schon vorher festgelegt. Nur Amerika ist nicht mehr der GROSSE PLAYER.
2. Es ist nicht klar,
F.A.Leyendecker 07.06.2013
wem die Loyalität der Teilnehmer solcher Konferenzen gilt. Das macht die Teilnahme vor allem aktiver Politiker daran so problematisch.
3. Spiegelberger
idura2 07.06.2013
Zitat von sysopZirkel der Macht, Geheimtreffen, Weltregierung: Jedes Jahr, wenn sich die internationale Führungselite zur Bilderberg-Konferenz trifft, blühen die Verschwörungstheorien. Bilderberg: Club der Mächtigen trifft sich in Watford - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/bilderberg-club-der-maechtigen-trifft-sich-in-watford-a-904456.html)
Die "Verschwörungstheorien" würden sich im Zaune halten, wenn die sogenannten "Qualitätsmedien" ihre Aufgabe nachkämen. Wieviel Artikel hat eigentlich der Spiegel aufzuweisen, die von dieser "illustren Runde" berichten, oder gar einen Liveticker am laufen? Eine Veranstaltung die seit mehr als 50 Jahren abgehalten wird und der "Spiegel" hat ganze drei Artikel vorzuweisen? Aber zum Glück gibt es ja noch einen echten Spiegelblog SPIEGELblog | Kritische Analysen über ein deutsches Nachrichtenmagazin - Wissen SPIEGEL-Leser wirklich mehr?» Blogarchiv » Bilderberg-Konferenz: Der SPIEGEL verweigert sich der Aufklärung über das “sagenumwobene Geheimtreffen” (http://www.spiegelblog.net/bilderberg-konferenz-der-spiegel-verweigert-sich-der-wirklichen-aufklarung-uber-dieses-geheimnisumwitterte-geheimtreffen.html)
4. Der Hauptgrund
thegambler 07.06.2013
warum sich die Bilderbergertreffen für Verschwörungstheorien eignen, ist einfach die komplette Abschirmung die teilweise sogar mit Militär verstärkt wird. Dazu kommt noch, die totale Verschwiegenheit bei solchen Treffen.
5.
taglöhner 07.06.2013
Zitat von F.A.LeyendeckerEs ist nicht klar, wem die Loyalität der Teilnehmer solcher Konferenzen gilt. Das macht die Teilnahme vor allem aktiver Politiker daran so problematisch.
Das ist doch unabhängig davon, ob jemand teilnimmt, oder nicht, unklar. Menschen, die man nicht persönlich kennt, kann man nur anhand ihrer Worte und Taten beurteilen. Die persönliche Einschätzung anderer ist zudem auch immer von der eigenen Mentalität abhängig. VTs sagen daher oft mehr über ihre Anhänger aus als über ihr Subjekt.
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