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Bin Ladens Tod: Auge um Auge, Zahn um Zahn

Ein Kommentar von

Osama Bin Ladens Tod ist ein Sieg für Amerika und für Präsident Obama. Sein Ende nährt die Hoffnung auf eine bessere Welt. Der Westen und speziell die USA dürfen diese Chance nicht verspielen.

Amerikaner feiern vor dem Weißen Haus den Tod Bin Ladens: Rache für 9/11 Zur Großansicht
AP

Amerikaner feiern vor dem Weißen Haus den Tod Bin Ladens: Rache für 9/11

Die Szene ist unvergessen: US-Präsident George W. Bush saß im Weißen Haus, es war kurz nach dem 11. September 2001. Bush machte in Sheriff-Manier deutlich, dass er alles daran setzen werde, um Osama Bin Laden zu finden, ganz so wie einst die schlimmsten Übeltäter im Wilden Westen. Nämlich: tot oder lebendig.

Nun haben die Amerikaner ihn gefunden - und gleich erschossen. So bleibt die komplizierte Frage unbeantwortet, wie und wo einem solchen Massenmörder der Prozess gemacht werden sollte. Nach dem aus der Bibel übernommenen uramerikanischen Grundverständnis ist mit Osamas Tod der Gerechtigkeit genüge getan: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Man kann diese Art der Rache in Frage stellen. Doch an einer Wahrheit kommen selbst notorische Amerika-Kritiker nicht vorbei: Bin Ladens Ende ist eine gute Nachricht für die Welt und für die Freiheit.

Ende eines Revolutionärs

Osama Bin Laden, der arabische Terrorfürst, der die Welt ein Jahrzehnt lang in Atem hielt, ist gescheitert. Er war für viele ein Idol. Er trat mit dem Versprechen an, die Massen aus der Gängelung durch den Westen, durch arabische Despoten und ihre Gefolgsleute zu befreien. Doch sein Weg produzierte nur neuen Terror, neuen Krieg, neues Leid - und sein eigenes Verderben.

Die Menschen in den arabischen Staaten haben längst einen anderen, einen besseren Weg zur Freiheit gewählt - sie kämpfen für mehr Demokratie, mehr Menschenrechte. Nicht Osama bestimmt die politische Agenda, sondern die Freiheitskämpfer in Syrien, Libyen, Ägypten, Tunesien und anderswo. Sie haben erkannt: Der fanatische Islamismus, der Kampf gegen den Westen und der Terror bringen ihnen keinen Wohlstand und keine Sicherheit, sondern nur ihr eigener Kampf für die Freiheit. So wird dem Terrorismus der Nährboden entzogen, Stück für Stück.

Es wäre naiv zu glauben, der Kampf gegen den Terror wäre nun beendet. Natürlich wird al-Qaida weiter existieren, es wird andere Terrorfürsten geben. Auch wird Osama Bin Laden für viele Querköpfe zum Märtyrer werden, den sie rächen wollen. Das macht sie weiter brandgefährlich.

Doch alle Verirrten in der islamischen Welt verlieren ihren Fixstern, ihr Vorbild, ihren geistigen Anführer. Sie werden immer mehr in die Isolation geraten. So gibt es Hoffnung, dass ihre Bewegung eines Tages austrocknet. Einfach so.

Obamas Chance

Amerika darf sich nun freuen. Präsident Barack Obama wird innenpolitisch gestärkt, weil er durch die Tötungsaktion den Verdacht seiner Gegner ausräumen kann, ein außenpolitischer Weichling zu sein.

Das bedeutet aber auch, dass Obama das Momentum nutzen muss: Amerika darf nicht wieder in jene außenpolitische Hybris verfallen, mit der Washington Monstern wie Osama Bin Laden immer neue vermeintliche Vorwände für ihren Feldzug lieferte. Amerika muss helfen, die Demokratie in der islamischen Welt zu stärken. Amerika muss endlich für einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern sorgen.

Sonst wird es wieder einen Osama geben.

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insgesamt 221 Beiträge
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1. Eine bessere Welt?
khid 02.05.2011
Zitat von sysopOsama Bin Ladens Tod ist ein Sieg für Amerika und für Präsident Obama. Sein Ende nährt die Hoffnung auf eine bessere Welt. Der Westen und speziell die USA dürfen diese Chance nicht verspielen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,760090,00.html
Diese bessere Welt wird es erst geben können, wenn die U.S.A. auf die Seite der UN-Menschenrechtscharta zurückkehren und den Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte anerkennen und Täter aus den eigenen Reihen dorthin ausliefern. Eine bessere Welt wird es erst geben, wenn Guantanamo geschlossen wird - und die dort geschehenen Verbrechen gegen die Menschenrechte und die Menschlichkeit lückenlos aufgeklärt und juristisch geahndet wurden! Nichts weniger als die Glaubwürdigkeit aller westlicher Demokratien hängt hiervon ab! Es muss weiter gegen den internationalen Terrorismus gekämpft werden - jedoch: Die Wege und die Mittel hierzu bedürfen nun einer nachhaltigen Überprüfung! George Walker Bush, Dick Cheney, Donald Rumsfeld und Co. müssen vor Gericht gestellt werden - nicht in den U.S.A. sondern in Den Haag! Das wäre ein Zeichen dafür, dass die Missachtung von Menschenrechten, die Missachtung der UNO auch dann gesühnt wird, wenn die Täter aus den Reihen der Demokratien kommen! Geschieht all dies nicht, wird Den Haag, jeder UNO-Einsatz, jeder NATO-Angriff auf Libyen den Beigeschmack hegemonialer Ansprüche des Westens auf den Rest der Welt haben! In der Tat: Der Westen und speziell die USA dürfen diese Chance nicht verspielen!
2. Apri April
coitusveritatis 02.05.2011
Sauber geschrieben derPropagandaartikel des Herrn Nelles, fast hätte ich s etwas wie Kampf und Mordlust emfunden dabei oder das Verlangen mir freiwillige einen RFID Chip ins Auge zu jagen, aber nur fast ... Lernt man das als Politologe und bei der Welt so gut? Schöne reisserische Phrasen dreschen? Ob Bin Laden tot ist oder lebendig hat die letzten 11 Jahre doch nicht einen einzigen Terroristen interresiert geschweige denn davon abgehalten gegen irgendwen zu kämpfen. Sollen wir nun in Jubelposen mit Autokorso durch die Stadt fahren oder wie? Ein Blick nach Syrien, Palästina noch ein Blick, einer nach Pakistan, Afghanistan genügt umd den Herrn Nelles Lügen zu strafen. Und noch etwas, der 1. April ist schon lange vorbei ...
3. Also
drumsmalta 02.05.2011
mir ist schleierhaft, auf welcher Basis der Schreiber dieses Artkels behaupten kann, dass "Bin Ladens Ende eine gute Nachricht für die Welt und für die Freiheit" ist. Bin Laden war, genau wie Saddam Hussein, eine von den USA entwickelte, rücksichtslos eingesetzte und ob ihrer egoistischen und völlig unsensiblen Außen- und Militarpolitik außer Kontrolle geratene Waffe. Was den USA mit 9/11 widerfuhr, war natürlich schrecklich aber leider eben eine logische Folge ihrer Handlungen der vergangenen Jahrzehnte. Das gleiche gilt übrigens für beide Golfkriege. Ich stimme einzig der These zu, daß die arabischen Staaten gerade die gesamte Welt mit ihrem Freiheitsdrang positiv überraschen. Auch und gerade weil extremistische Zellen in dieser Bewegung bislang offensichtlich nicht Fuß fassen bzw. diese für ihre Zwecke nutzen können. Leider aber haben aber jetzt genau diese Zellen wieder eine Riesenmotivation und große Bühne bekommen. Von daher bleibt abzuwarten, ob Bin Ladens tod wirklich so eine tolle Sache ist. Es gibt nicht wenige, die meinen, daß seine Organisation längst ohne ihn klarkommt da dezentralisiert und weiterentwickelt und er daher längst nicht mehr der alles entscheidende Anführer war. Die Schüsse, die ihn jetzt zum Märtyrer machten, könnten also durchaus nach hinten losgehen - und das alles für einen kurzen Moment des Triumphs.
4. Deutschland muß handeln
+LY 02.05.2011
Jetzt muß die westliche Welt engstes zusammenhalten, zusammen mit den Willigen dieser Welt. Jeder sollte begreifen, ab sofort: Für Deutschland wird sich die Sicherheitslage dramatisch entwickeln, sowie auch draußen. Vor Deutschland, unserem Vaterland, stehen vollständig neue Aufgaben, zuallererst die verspielte Freundschaft mit den USA, GB, Frankreich, ..., wieder herstellen, das absolut verspielte Vertrauen derer wieder gewinnen. Zusammenarbeiten mit der Nato, mit den USA, die eigenen personellen und technischen Voraussetzungen verbessern... Das geht mit dem jetzigen Lehrlings-Personal nicht mehr, noch eine Rolle rückwärts, wie im Atom-Streit? Genug davon! Neue Leute braucht dieses Land!!! Ich bin nicht mehr bereit, angesichts der dürftigsten und noch dazu von Seibert ausgerichteten Worte von Merkel und des schamlosen heutigen BLAH - BLAHs eines WW, diesem peinlichen Parteiengezänk, in dieser Situation, diese Regierung noch länger zu ertragen und enormen Schaden für mein Vaterland hinzunehmen. Rücktritt, sofort! Es sind genug gute und verläßliche Leute vorhanden, in allen Parteien! An die Medien: An Euch ist es jetzt, diesen notwendigen Prozess zu fordern und zu fördern.
5. .
frubi 02.05.2011
Zitat von sysopOsama Bin Ladens Tod ist ein Sieg für Amerika und für Präsident Obama. Sein Ende nährt die Hoffnung auf eine bessere Welt. Der Westen und speziell die USA dürfen diese Chance nicht verspielen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,760090,00.html
Osama bin Laden spielt doch nur bei uns im Westen eine Rolle und zwar die des Angstmachers. In Südamerika, Australien und Asien interessiert sich kaum jemand für Osama the Terrorist. Und was ändert sein tot? War er noch in einer führenden Position? Hat er Aufträge erteilt? Es bringt uns rein gar nichts. Aber die Presse hat jetzt wieder 1 Woche was zu schreiben und die Menschen haben wieder den Terrorfürsten im Kopf.
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Osama Bin Laden und 9/11: Trauma der westlichen Welt
Osama Bin Laden über...
 
Den 11. September
"Wir berechneten im Voraus, wie viele Verluste der Feind erleiden würde. Wir nahmen als Grundlage die Position des Turms und errechneten, wie viele getötet werden würden. Wir schätzten, dass ungefähr drei bis vier Stockwerke getroffen werden würden. Ich war besonders optimistisch ..., weil ich auf diesem Gebiet bereits Erfahrung habe. Ich vermutete, das brennende Benzin würde die Eisenträger des Gebäudes schmelzen. Aber ich dachte nur, dass die Einschlagstelle und die Stockwerke darüber einstürzen würden. Mehr wagten wir nicht zu hoffen."

November 2001, zitiert nach: Abou-Taam/Bigalke: "Die Reden des Osama Bin Laden"
Den Irak-Krieg
"Ich jubele darüber, dass Amerika in den Schlammlöchern des Tigris und Euphrat steckengeblieben ist... Bush glaubt, der Irak und sein Öl seien leichte Beute, und nun steckt er durch die Gnade Gottes fest und kann weder vor noch zurück. Amerika schreit aus voller Kehle, während es vor den Augen der Welt auseinanderbricht."

Oktober 2003, zitiert nach: Coll: "Die Bin Ladens. Eine arabische Familie"
Amerika
Im September 2007 wandte sich Osama Bin Laden "an die Amerikaner": "So wie ihr euch zuvor aus der Sklaverei der Mönche, Könige und Feudalherren befreit habt, so solltet ihr euch jetzt von den Irreführungen ... des kapitalistischen Systems befreien."

Politische, geschichtliche und moralische Erörterungen vermischend, zeichnet Bin Laden das Bild einer Nation, die auf der Verliererstraße ist. Obwohl militärisch übermächtig, könnten die Amerikaner im Irak nicht gewinnen - weil sie zwar moralisch argumentierten, in Wahrheit aber nur den Interessen internationaler Konzerne folgten.

Das Ansehen der USA sei deswegen ruiniert. Um "den Krieg zwischen uns" zu stoppen, gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder die Mudschahidin stellten die Kampfhandlungen ein, was aber nicht gehe, weil sie eine Pflicht erfüllten. Oder die USA sähen endlich ein, dass sie die Verlierer im Irak seien. Es sehe aber so aus, als würden sie die eigenen Fehler aus dem Vietnam-Krieg und die der Sowjets aus dem Afghanistan-Feldzug wiederholen und sich vor der besseren Einsicht drücken.

Es gebe allerdings einen Ausweg, sagte Bin Laden weiter: Die Amerikaner sollten "nach einem alternativen, aufrechten Weg suchen", in dem es nicht darum gehe, andere zum eigenen Nutzen zu unterdrücken. Natürlich hat dieser Weg auch einen Namen: Die Amerikaner sollen zum Islam konvertieren.
Die Europäer
"Unsere Aktionen sind nur eine Antwort auf eure Aktionen - eure Zerstörung und und euren Mord an unseren Leuten, ob in Afghanistan, im Irak oder Palästina... Nach welchem Glauben sind eure Toten wertvoll und unsere wertlos? Nach welcher Logik zählt euer Blut als echt und unseres als Wasser? Vergeltung ist Teil von Gerechtigkeit, und der, der feindliche Akte zuerst begeht, ist der, der unrecht handelt. Ich rufe alle Männer, insbesondere Gelehrte, die Medien und Geschäfstleute dazu auf, eine permanente Kommission einzuberufen, um in Europa das Bewusstsein für unsere gerechten Gründe zu stärken... Ich mache einen Friedensvorschlag, der im Kern die Verpflichtung darstellt, alle Operationen gegen jeden Staat einzustellen, der sich verpflichtet, keine Muslime oder islamischen Staaten anzugreifen. "

April 2004, zitiert nach: Lawrence: "Messages to the World. The Statements of Osama Bin Laden"
Den "Kampf der Kulturen"
"Ohne jeden Zweifel (glaube ich an den Kampf der Kulturen). Das heilige Buch erwähnt ihn klar. Die Juden und Amerikaner haben das Lügenmärchen vom Frieden auf Erden erfunden. Das ist nur ein Märchen für Kinder."

Nach dem 11. September 2001 auf al-Dschasira. Zitiert nach: Coll: "Die Bin Ladens. Eine arabische Familie"


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