Neuer Vorstoß: Bloomberg will Styroporbecher aus New York verbannen

Fahrradkurier in New York: Styropor soll bald tabu sein Zur Großansicht
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Fahrradkurier in New York: Styropor soll bald tabu sein

Erst nahm New Yorks Bürgermeister die XXL-Getränke ins Visier, nun sind Styroporbecher dran: In der Millionenmetropole will Michael Bloomberg die Verpackungen, die vor allem Restaurants und Imbisse benutzen, verbieten. Als Grund nannte er die hohen Kosten zur Entsorgung.

New York - Der Bürgermeister von New York will wärmeisolierende Kaffeebecher aus Styropor verbieten. Das gleiche gilt für die beliebten Schaumstoffverpackungen für Essen aus Restaurants oder Imbissläden, wie Bloomberg am Donnerstag bei einer Rede zur Lage der Stadt erklärte. Gerade in Manhattan kochen viele nicht selbst. Fahrradkuriere mit großen Beuteln an den Lenkern gehören zum Alltag.

Styropor sei "ein Produkt, das praktisch unmöglich zu recyceln ist und nicht abgebaut wird", sagte Bloomberg. "Das ist nicht nur schrecklich für die Umwelt, sondern auch für den Steuerzahler." Das Styropor erhöhe die Kosten für Recycling um 20 Dollar pro Tonne, weil es vorher aussortiert werden müsse. Jedes Jahr würden 20.000 Tonnen anfallen. Ähnliche Verbote gibt es schon in Los Angeles, San Francisco, Seattle und anderen Städten.

New York gehe es "besser denn je", sagte der Milliardär. Aber es gebe noch viel Arbeit zu tun und "wir haben 320 Tage, um unsere Arbeit zu beenden". Bloomberg, der nach zwölf Jahren dieses Jahr aus dem Amt scheidet, hatte schon Zigaretten aus den New Yorker Parks verbannt und größere Getränkebecher für süße Limonade verboten.

Bloomberg kündigte außerdem mildere Maßnahmen für diejenigen an, die mit kleinen Mengen Marihuana erwischt werden. Derzeit würden Betroffene häufig eine Nacht auf der Polizeiwache festgehalten, sagte Bloomberg. "Das werden wir ändern." Ab dem kommenden Monat könne jeder, der einen Personalausweis und einen Scheck als Kaution hinterlege, sofort wieder gehen.

Bloombergs drittes Mandat endet im Januar 2014. Er trat sein Amt 2002 an.

ffr/AFP/dpa

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insgesamt 23 Beiträge
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1. ....
toledo 15.02.2013
Tja, das Land der 'Freien'... kicher.. Nachdem nun Raucher in Grund und Boden geklagt und gesellschaftlich ins Aus gedrückt wurden, sind nunmehr offenbar die Fast Food Freaks dran.. Am besten gleich alle verhaften und wegsperren, wie Drittklässler in Mississippi, die die falschen Schuhe beim Schulbesuch anhaben.. Offenbar übernehmen immer mehr die gottesfürchtige Puristen die Macht in den USA
2. ............
janne2109 15.02.2013
hier muss falsch recherchiert worden sein lieber Spon Redakteur. ...Das Styropor erhöhe die Kosten für Recycling um 20 Dollar pro Tonne, weil es vorher aussortiert werden müsse. Jedes Jahr würden 20.000 Tonnen anfallen.... wegen 400.000 Dollar macht Bloomberg kein Theater.
3. Lese- oder Verständnisschwäche?
markus_wienken 15.02.2013
Zitat von toledoTja, das Land der 'Freien'... kicher.. Nachdem nun Raucher in Grund und Boden geklagt und gesellschaftlich ins Aus gedrückt wurden, sind nunmehr offenbar die Fast Food Freaks dran.. Am besten gleich alle verhaften und wegsperren, wie Drittklässler in Mississippi, die die falschen Schuhe beim Schulbesuch anhaben.. Offenbar übernehmen immer mehr die gottesfürchtige Puristen die Macht in den USA
Es geht hier nicht darum den Konsum von Fastfood einzuschränken sondern darum die Art der Verpackung zu ändern. Anstatt Styropor nun Pappe oder etwas anders. Was das mit Freiheit oder deren Einschränkung zu tun hat wie Sie es hier zu implizieren versuchen erschließt sich mir nicht. Was die Religiosnausrichtung mit Umweltschutz, bzw. Kostenersparnis zu tun hat wird wohl auch Ihr Geheimnis bleiben.
4.
D.Fronath 15.02.2013
Zitat von janne2109hier muss falsch recherchiert worden sein lieber Spon Redakteur. ...Das Styropor erhöhe die Kosten für Recycling um 20 Dollar pro Tonne, weil es vorher aussortiert werden müsse. Jedes Jahr würden 20.000 Tonnen anfallen.... wegen 400.000 Dollar macht Bloomberg kein Theater.
Die 20 Dollar/Tonne beziehen sich auf alle Tonnen Müll, die recycled werden müssen/sollen/können. Dabei fallen 20.000 Tonnen Styropor an.
5. Seh ich auch so
Irrwisch68 15.02.2013
Zitat von D.FronathDie 20 Dollar/Tonne beziehen sich auf alle Tonnen Müll, die recycled werden müssen/sollen/können. Dabei fallen 20.000 Tonnen Styropor an.
Bei etwas mehr als 8,2 Millionen Einwohnern würden 20000 Tonnen Müll bedeuten, dass die New Yorker so gut wie keinen Müll produzieren… Das hätte man im Artikel freilich etwas besser formulieren können.
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