Bluttat Parteichef der US-Demokraten von Arkansas erschossen

Der Parteichef der Demokraten im US-Staat Arkansas ist bei einem Mordanschlag getötet worden: Ein Mann streckte Bill Gwatney mit drei Schüssen nieder. Der Politiker, der ein enger Freund der Clinton-Familie war, starb wenig später im Krankenhaus.


Little Rock - Der Täter hatte nach Angaben der Polizei am Mittwochmittag (Ortszeit) die Parteizentrale der US-Demokraten in Arkansas betreten und verlangt, mit dem Vorsitzenden Bill Gwatney zu sprechen. Als die Sekretärin ihn nicht vorlassen wollte, ging er einfach in das Büro und feuerte drei Schüsse auf den Politiker ab.

Zunächst hieß es, Gwatney sei schwer verletzt worden. Wenige Stunden später starb er im Krankenhaus an den Folgen der Verletzungen. Über die Hintergründe der Tat liegen bislang keine Informationen vor.

Gwatney war einer der sogenannten Superdelegierten, die auf dem anstehenden Nominierungsparteitag für den Präsidentschaftskandidaten ein besonderes Stimmrecht haben. Der 49-Jährige gehörte zehn Jahre dem Senat von Arkansas an, war aber zuletzt nicht mehr Mitglied der Parlamentskammer.

Ex-Präsident Bill Clinton und seine Frau Hillary informierten die Öffentlichkeit in einer gemeinsamen Erklärung über den Tod Gwatneys.

"Wir sind zutiefst betrübt über die Nachricht, das Bill Gwatney gestorben ist", hieß es in der Erklärung der Clintons, die jahrelang in Arkansas lebten, als Bill Clinton hier als Gouverneur regierte. Gwatney sei ein enger Freund der Familie gewesen und hatte Hillary Clinton bei ihrer Bewerbung um die demokratische Präsidentschaftskandidatur unterstützt.

Der mutmaßliche Todesschütze, ein 51-jähriger nicht näher identifizierter Mann, wurde der Polizei zufolge knapp 50 Kilometer von Litte Rock entfernt bei einem Schusswechsel mit Polizisten getötet.

Für die Demokraten ist der gewaltsame Tod Gwatneys ein Schock weniger als zwei Wochen vor dem Parteitag in Denver, Colorado, wo Barack Obama zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden soll. Obama erklärte, er sei über die Tat "schockiert und betrübt". Parteichef Howard Dean sprach von einer "sinnlosen Tragödie".

amz/AP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.