US-Geheimdienst BND übermittelt afghanische Funkzellendaten an NSA

Die Daten können Experten zufolge Hinweise für gezielte Tötungen liefern: Nach SPIEGEL-Informationen stammt ein beträchtlicher Teil der an die NSA übertragenen Daten aus der Funkzellenauswertung in Afghanistan. Der BND wiegelt ab.

NSA-Zentrale in Fort Meade: Bürgerrechtler nennt Datentransfer problematisch
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NSA-Zentrale in Fort Meade: Bürgerrechtler nennt Datentransfer problematisch


Hamburg - Der Bundesnachrichtendienst (BND) übermittelt nach SPIEGEL-Informationen afghanische Funkzellendaten an den US-Geheimdienst NSA. Spionageprogramme wie XKeyscore erstellen daraus Bewegungsprofile. Sie zeigen mit nur wenigen Minuten Verzögerung an, wo sich Handy-Nutzer aufhalten - und spielten womöglich eine wichtige Rolle bei der gezielten Tötung von Qaida-Kämpfern durch US-Drohnen.

Der BND erklärte, Mobilfunkdaten seien für eine zielgenaue Lokalisierung eines Menschen nicht geeignet. Experten gehen aber davon aus, dass Funkzellendaten Hinweise für gezielte Tötungen liefern können. Auch die "Süddeutsche Zeitung" hatte am Samstag einen Experten zitiert, wonach die Daten des BND zur Ortung nützlich seien.

Der Bürgerrechtler Burkhard Hirsch (FDP) hält den Datentransfer, der offenbar jenseits der parlamentarischen Kontrolle stattfindet, für sehr problematisch. "Wenn der BND in solchem Umfang für einen anderen Geheimdienst tätig wird, dann ist das ein politischer Vorgang, der unter allen Umständen im zuständigen Bundestagsgremium hätte behandelt werden müssen", sagte Hirsch dem SPIEGEL.

BND-Präsident Gerhard Schindler sagte der "Bild am Sonntag", die Kooperation mit der NSA diene "auch dem unmittelbaren Schutz unserer in Afghanistan eingesetzten Soldatinnen und Soldaten". Die durch die Fernmeldeaufklärung gewonnenen Erkenntnisse trügen dazu bei, Anschlagsplanungen von Terroristen rechtzeitig erkennen zu können. Dies gehöre zu den "prioritären Aufgaben" eines Auslandsnachrichtendiensts.

Gegenüber dem SPIEGEL erklärte der BND, er habe seit Januar 2011 "maßgebliche Hilfe" bei der Verhinderung von vier Anschlägen auf deutsche Soldaten in Afghanistan geleistet. Bei weiteren 15 verhinderten Anschlägen habe die Datenüberwachung "zu diesen Erfolgen beigetragen".

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cte/AFP



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insgesamt 88 Beiträge
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regierungs4tel 11.08.2013
1. Schindler:
Was heißt denn hier a u c h, Herr Schindler? Es wäre zu wünschen, dass der SPIEGEL sich mit dem Instrument der SIGNATURE STRIKES auseinandersetzt: https://twitter.com/Regierungs4tel/status/365870862081073152 Signature strikes verstoßen in aller Regel gegen humanitäres Völkerrecht: http://opiniojuris.org/2012/10/30/new-article-on-legality-of-signature-strikes/
lebenslang 11.08.2013
2. afghanistan
soweit ich mich erinnere stehen amerikaner und deutsche in afghanistan auf eines seite und sind nicht gegner. soweit ich mich erinnere geht es in afghanistan um einen gewaltsamen konflikt mit gegnern die danach trachten deutsche und amerikanische soldaten zu töten. normalerweise sollte man davon ausgehen, das man sich in dem bemühen am leben zu bleiben unterstützt und auch unterstützt wenn es darum geht den gegner zu schwächen. datenaustausch unter verbündeten in einem bewaffneten konflikt scheint allerdings im zuge der hiesigen datenhysterie teufelswerk zu sein. will man den deutschen soldaten vor ort tatsächlich verklickern, dass es notwenig ist das sie ein höheres risiko für leib und leben eingehen müssen, weil man beschlossen hat mit den bösen amerikanern keine informationen mehr auszutauschen ?
kiwir 11.08.2013
3. Fehlerhafte Berichterstattung des Spiegels
Die Peinlichkeit hier ist doch, dass der Spiegel hier wochenlang falsche Informationen verbreitet hat, die offenbar nur oberflächlich geprüft wurden: Die für Deutschland verzeichneten Datensätze werden durch den BND aus Kriesenländern geliefert!
einfach_so 11.08.2013
4. Nicht geeignet? ...
Komisch, denn mein Handy zeigt mir sogar an, in welchen Zimmer ich mich in meiner Wohnung aufhalte und das ohne wLan. Sag da einer noch die Funkdaten taugen nicht zur Ortung. Ich glaub denen kein Wort!
sorata 11.08.2013
5. Die wirkliche Gefahr und Bedrohung.
"Die Geheimhaltung ist der Grundpfeiler aller Tyrannei. Nicht die Gewalt, sondern die Geheimhaltung und die Zensur bedrohen Freiheit. Wenn eine Regierung oder auch eine Religion zu ihren Leuten sagt: "Dies darfst du nicht lesen, dies darfst du nicht sehen, dies ist dir verboten zu wissen ", ist das Endergebnis Tyrannei und Unterdrückung, ganz gleich, was die Motive sind." R. Heinlein
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