BND-Warnung Iran könnte schon bald Atombombe bauen

Der BND geht davon aus, dass Iran schon in wenigen Monaten eine Atombombe bauen könnte. Entsprechende Informationen gab Geheimdienstchef Ernst Uhrlau an den Auswärtigen Ausschuss weiter.




Berlin - Es gebe ernste Hinweise, die Grund zur Besorgnis seien, habe Uhrlau auf der Sitzung des Auswärtigen Amtes mitgeteilt, berichtet die "Passauer Neue Presse". Das Blatt beruft sich auf Teilnehmerkreise. So experimentiere Iran nach Erkenntnissen des BND bereits mit der Anreicherung von Uran, habe Uhrlau berichtet. Unter Umständen sei Iran nur noch wenige Monate vom Bau einer Atombombe entfernt.

Ahmadinedschad: Hetztiraden gegen Israel
AP

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Israels Außenminister Silwan Schalom hatte im September mitgeteilt, Iran könne binnen eines halben Jahres das Know-How zum Bau einer Atombombe besitzen. Das unabhängige Internationale Institut für Strategische Studien ging damals davon aus, dass Iran mindestens fünf Jahre davon entfernt sei, genügend spaltbares Material für eine einzige Bombe herzustellen. Ein realistischer Zeitraum seien aber eher 15 Jahre.

Iran hat bislang stets dementiert, am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Mit Hilfe der Nukleartechnologie wolle man lediglich den stark ansteigenden Energieverbrauch des Landes decken. Aus Sicht der EU hat das Land aber nicht genug getan, um das Misstrauen der Staatengemeinschaft zu entkräften. Inzwischen wird erwogen den Weltsicherheitsrat einzuschalten, damit Sanktionen gegen den Mullah-Staat durch die Uno verhängt werden könnten.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte im Oktober für internationales Aufsehen gesorgt, als er forderte, Israel von der Landkarte zu tilgen oder nach Europa zu verlegen. Auch leugnete er den Holocaust. Die "Verbrechen der Zionisten" in den Palästinensergebieten seien zudem mit den Verbrechen der Nazis während des Zweiten Weltkriegs vergleichbar.



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