Offensive gegen Islamisten Nigerias Armee meldet Befreiung weiterer 234 Geiseln

In Nigeria treibt die Armee die Terrormiliz Boko Haram weiter in die Enge. Die jüngsten Erfolgsmeldungen verbreiteten die Streitkräfte via Twitter.

Befreite Geiseln: Nigerias Armee kämpft erfolgreich gegen Islamisten
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Befreite Geiseln: Nigerias Armee kämpft erfolgreich gegen Islamisten


Die nigerianischen Streitkräfte haben im Nordosten des Landes offenbar weitere 234 Frauen und Kinder aus der Gewalt der Islamistenmiliz Boko Haram gerettet. Ihre Befreiung sei am Donnerstag im dichten Sambisa-Wald gelungen, teilte die Armee via Twitter mit. Zuvor hatte das Militär bereits mehr als 400 Frauen und Kinder befreit, die in Lagern der Islamisten festgehalten wurden.

Ob unter den Geretteten auch Schülerinnen aus dem Ort Chibok sind, war zunächst unklar. Die Entführung von 276 Mädchen aus diesem Dorf im April vergangenen Jahres hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Zuletzt sollten sich noch 219 von ihnen in der Gewalt der Terroristen befunden haben.

Angriff auf die "letzte Hochburg"

Ein Armeesprecher kündigte an, man werde die Offensive fortsetzen, um weitere Geiseln zu retten und "alle Trainingslager" der Terroristen zu zerstören. Der Sambisa-Wald im Bundesstaat Borno ist nach Angaben eines Militärsprechers die "letzte Hochburg" der Extremisten im Nordosten Nigerias.

Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge entführte Boko Haram seit Anfang 2014 im Norden Nigerias mindestens 2000 Frauen und Mädchen. Frühere Geiseln berichteten von Zwangsverheiratungen, sexuellem Missbrauch und erzwungenen Kampfeinsätzen für die Islamisten.

Boko Haram kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 15.000 Menschen. Das nigerianische Militär wird im Kampf gegen Boko Haram von Truppen aus den Nachbarländern Kamerun, Niger und Tschad unterstützt.

sms/dpa/AFP/AP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
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regentrude 02.05.2015
1.
So schnell nach dem Präsidentenwechsel prasseln die Erfolgsmeldungen rein?! Stimmt das auch alles? Wenn ja, sind das zu spät gekommene Erfolge der Regierung des abgewählten Präsidenten Jonathan oder "schon mein Aufschwung" (damals Schröder, wisst ihr noch?) des neuen Präsidenten? Oder hat sich die Armee vorher einfach nicht so reingehängt und bloß "Dienst nach Vorschrift" gemacht, weil sie von dem Trottel Jonathan die Schnauze voll hatten, und nach seiner Abwahl strengen sie sich an? (Das wäre ein sehr zweifelhaftes, verurteilenswürdiges Vorgehen...) Oder ist das Zufall? Wer kennt sich da aus, wer hat mehr Infos?
dada70 02.05.2015
2. PMC's beteiligt
Der plötzliche und anhaltende Erfolg der nigerianischen Armee gegen die Islamisten hat m. W. mehrere Gründe. Vor allem das Unternehmen des EO Gründers Eenders Barlow und auch EO Mitgründer Cobus Claassen sind mit Rat und Tat dabei. Dabei sollen Sie die nigerianischen Truppen ausgebildet und neu strukturiert haben. Außerdem entwickelten Sie die nun erfolgreiche Strategie und setzen Sie mit Ihren meist schwarzen Söldnern auch um. Diese führen die nigerianischen Truppen ins Gefecht. Die Lehrenaus den Südafrikanischen Grenzkriegen sollen dabei sehr hilfreich sein.
Beat Adler 02.05.2015
3. Unterstuetzung gegen Boko Haram
"Das nigerianische Militär wird im Kampf gegen Boko Haram von Truppen aus den Nachbarländern Kamerun, Niger und Tschad unterstützt." Dazu gehoeren auch Benin, Frankreich und die USA. Nur der Vollstaendigkeit halber. mfG Beat
regentrude 02.05.2015
4. Danke!
Vielen Dank für die erhellenden Infos -- also hat der plötzliche Erfolg mit dem Regierungswechsel nur wenig zu tun? Frankreich und die USA sind ja Nachbarländer sehr vieler afrikanischer Staaten -- bezahlen die vielleicht auch diese Söldnerunternehmen?
lies.das 02.05.2015
5. US-Drohnen helfen bei der Suche
Laut Pressemeldungen hat das US-Verteidigungsministerium schon im vergangenen Jahr bestätigt, dass neben einem bemannten Aufklärungsflugzeug auch eine Drohne vom Typ Global Hawk bei der Suche nach den Entführten n Nigeria eingesetzt werde. Die Global Hawk kann aus großer Höhe mit Radar und Wärme-Sensoren durch Bildvergleiche täglich eine Fläche von rund 100.000 Quadratkilometern auf eventuelle Bewegungsveränderungen überwachen. Ohne die (her unbewaffneten) US-Aufklärer wären Suche und Befreiung der Geiseln durch lokale Militärs wohl kaum möglich gewesen. Auch bei Drohnen gilt: Es kommt drauf an, was man damit macht.
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