Nigeria Boko-Haram-Kämpfer brennen Dorf nieder

Die Terrorgruppe Boko Haram hat im Nordosten Nigerias ein Dorf angegriffen und mindestens 50 Menschen getötet. Auch im Tschad ist es zu Anschlägen gekommen.

Niedergebranntes Dorf Dalori: Auch Alte und Kinder unter den Toten
AP/dpa

Niedergebranntes Dorf Dalori: Auch Alte und Kinder unter den Toten


Bei einem Angriff der Islamistenmiliz Boko Haram in Nigeria sind nach Angaben von Behörden und Augenzeugen zahlreiche Menschen getötet worden. Nach Armeeangaben griffen Boko-Haram-Kämpfer, die mit Schusswaffen und Sprengstoff bewaffnet waren, am Samstagabend das Dorf Dalori im Nordosten des Landes an und brannten es nieder.

Über die Zahl der Toten gab es zunächst keine eindeutigen Angaben. Die Nachrichtenagentur AFP meldet, dass bei dem Angriff mindestens 50 Menschen getötet worden sind und bezieht sich auf Augenzeugenberichte. Die Nachrichtenagentur dpa spricht von mindestens 40 Toten. Demnach seien unter ihnen Alte und Kinder. Die Angreifer hätten den Angaben der Bewohner zufolge auch große Mengen Vieh geraubt.

Im Tschad wurden derweil am Sonntag nach Behördenangaben bei zwei Selbstmordanschlägen mindestens drei Menschen getötet und 56 weitere verletzt. Nach Angaben der Sicherheitskräfte sprengte sich in dem Ort Guié nahe dem Tschadsee ein Attentäter in die Luft und riss einen Menschen mit in den Tod. Bei einem zweiten Selbstmordananschlag in dem Dorf Miterine wurden demnach zwei Menschen getötet.

Der Tschadsee liegt zwischen dem Tschad, Nigeria, Niger und Kamerun. Das Gebiet mit seinen dicht bewachsenen Ufergebieten ist ein Rückzugsraum für die Kämpfer der Islamistenorganisation Boko Haram, die im Norden Nigerias einen islamistischen Staat errichten will. Mehrere Länder der Region, darunter der Tschad, haben sich zu einer Koalition gegen die Islamisten zusammengeschlossen.

Die Extremisten haben schon seit längerer Zeit ihre Angriffe über Nigeria hinaus auf die Nachbarländer ausgedehnt. Boko Haram hatte im vergangenen März der Dschihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) den Treueschwur geleistet.

kry/AFP/dpa



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