Tschad Dutzende Tote bei drei Bombenanschlägen

Drei Explosionen, mindestens 33 Tote: Das ist die traurige Bilanz von drei Terroranschlägen im Tschad. Die Sicherheitsbehörden machen die islamistische Miliz Boko Haram verantwortlich.


Bei drei Anschlägen im Tschad sind mindestens 33 Menschen getötet worden. Nach Angaben von Sicherheitsvertretern wurden zudem mehr als 50 Menschen verletzt. Die Explosionen ereigneten sich in der am Tschadsee gelegenen Stadt Baga Sola. Der See grenzt an Nigeria, die Sicherheitskräfte machten die dortige Islamistenmiliz Boko Haram für die Anschläge verantwortlich. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet gar von mindestens 37 Todesopfern.

Der erste Anschlag wurde den Sicherheitskräften zufolge am Nachmittag auf dem belebten Fischmarkt von Baga Sola verübt. Kurz darauf wurden zwei weitere Explosionen in dem Stadtrandviertel Kousseri gemeldet, in dem Tausende Nigerianer leben, die vor Boko Haram in die bislang friedliche Stadt geflüchtet waren.

Neben Nigeria und dem Tschad grenzen auch Kamerun und Niger an den Tschadsee. Boko Haram verübt seit vergangenem Jahr vermehrt auch Anschläge in den Nachbarländern, deren Armeen inzwischen gemeinsam mit den nigerianischen Truppen gegen die Extremisten kämpfen.

Die Terrororganisation kämpft seit sechs Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Schätzungsweise 17.000 Menschen wurden bisher getötet. Laut Kinderhilfswerk Unicef sind 1,4 Millionen Kinder auf der Flucht vor der Terrorgruppe.

Nach den jüngsten Anschlägen im Tschad berichteten Einwohner von Panik. Den Menschen biete sich ein grauenhaftes Bild, überall lägen Leichen und Leichenteile. Viele versuchten auf eigene Faust, abgetrennte Gliedmaßen den Opfern zuzuordnen. Berichte, wonach die Anschläge von einem jugendlichen Selbstmordattentäter und zwei verschleierten Frauen verübt wurden, bestätigten die Behörden zunächst nicht.

apr/AFP/Reuters



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