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Uno-Bericht: Mehr als 1200 Tote durch Boko-Haram-Angriffe in Nigeria

Boko-Haram-Angriff auf Armee: Notstand im Nordosten Nigerias Zur Großansicht
AFP

Boko-Haram-Angriff auf Armee: Notstand im Nordosten Nigerias

Es sind die ersten unabhängigen Zahlen über Terrorangriffe in Nigeria - und sie sind erschreckend. Im vergangenen halben Jahr sind bei Attacken der Islamistengruppe Boko Haram mehr als 1200 Menschen getötet worden. An den Weihnachtsfeiertagen fürchtet die Regierung neue Übergriffe auf Christen.

Hamburg - Die Islamistengruppe Boko Haram versetzt den Nordosten Nigerias in Angst und Schrecken. Seit Mai dieses Jahres sind bei 48 Angriffen der islamistischen Sekte in den Bundesstaaten Adamawa, Borno und Yobe 1224 Menschen ums Leben gekommen, teilte die Uno-Organisation für Nothilfe (Ocha) am Montag mit. Dies ist die erste Angabe von unabhängiger Seite zu den Opfern der Boko-Haram-Angriffe.

Ocha-Sprecherin Choice Okoro erläuterte, in der Zahl seien keine Opfer durch Militäreinsätze im Zusammenhang mit den islamistischen Angriffen enthalten. Unter den Todesopfern seien sowohl Soldaten und Zivilisten als auch Islamisten. Der nigerianischen Regierung wurde wiederholt vorgeworfen, die Zahl ziviler Opfer der Boko-Haram-Angriffe zu untertreiben. Am 14. Mai hatte die Regierung den Notstand über die drei Provinzen im Nordosten verhängt. Dieser wurde im November um ein halbes Jahr verlängert.

Sechs Millionen Betroffene

Allein im September seien fast 500 Menschen getötet worden. Die jüngste Attacke ereignete sich am 2. Dezember, als mehrere hundert militante Islamisten eine Luftwaffenbasis in der Stadt Maiduguri angriffen.

Insgesamt seien sechs Millionen Menschen von der wachsenden Unsicherheit im Nordosten Nigerias betroffen, so die Uno. Mehrere tausend Menschen seien in die Flucht getrieben worden - eine Entwicklung, die auch die Nachbarländer Kamerun und Niger zu destabilisieren drohe. Vor den Weihnachtsfeiertagen fürchten nigerianische Behörden neue Angriffe auch Christen.

Boko Haram (zu Deutsch etwa: "Westliche Bildung ist Sünde") kämpft seit Jahren im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt für einen islamischen Staat. Die Gruppe verübte dabei zahlreiche Anschläge auf Schulen, Sicherheitskräfte, Regierungsvertreter und Kirchen. Die USA setzten Boko Haram im vergangenen Monat auf ihre Terrorliste.

syd/AFP

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1. 1224 Todesopfer durch Boko Haram in nur 6 Monaten
seneca55 17.12.2013
ist für Afrika eigentlich nicht viel, wenn man die Rebellenangriffe im Kongo oder gerade in Zentralafrika zum Vergleich heranzieht. Ob Nigeria sich aufspaltet in einen christlichen Süden und einen islamistischen Norden bleibt offen, aber heute ist ja alles möglich siehe Ägypten-Syrien-Libyen-Mali, etc.. So oder so, im islamisch dominierten Afrika wird es ungemütlicher werden, auch wenn die Boko Haram mit Hilfe der USA zerschlagen werden könnte.
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