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Massaker in Nigeria: Boko-Haram-Kämpfer töten Dutzende Schüler

Opfer eines Boko-Haram-Angriffs Mitte Februar: "Nur die Asche ist übrig geblieben" Zur Großansicht
AP

Opfer eines Boko-Haram-Angriffs Mitte Februar: "Nur die Asche ist übrig geblieben"

Für die radikalen Islamisten von Boko Haram ist westliche Bildung Sünde. Nun hat die Terrorgruppe erneut eine Schule im Nordosten Nigerias angegriffen. Mindestens 29 Jungen wurden getötet. Die Regierung steht den Extremisten machtlos gegenüber.

Maiduguri - Terroristen der islamistischen Gruppe Boko Haram haben in der Nacht zum Dienstag ein Internat im Nordosten Nigerias angegriffen. Nach Angaben des Militärs sollen die Kämpfer das Schulgelände gestürmt und anschließend Feuer gelegt haben. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder, mindestens 29 Schüler wurden getötet.

"Von manchen Schülern ist nur noch die Asche übrig geblieben", sagte ein Polizeisprecher. Andere seien auf der Flucht kaltblütig erschossen oder erstochen worden. Die Toten seien allesamt Jungen gewesen. Der Mädchentrakt des Internats blieb unversehrt.

Der Angriff ereignete sich gegen 2 Uhr nachts in der Kleinstadt Buni Yadi im Nordosten des Landes. In der Region kämpft Boko Haram für die Errichtung eines islamistischen Regimes. Schon mehrfach zuvor hatte die Terrorgruppe, deren Namen übersetzt so viel wie "Westliche Bildung ist Sünde" heißt, Schulen attackiert. Bei einem ähnlichen Angriff im Dorf Mamudo waren im Juni vergangenen Jahres 22 Schüler getötet worden.

"Wir werden die Lehrer vor den Augen ihrer Schüler töten"

Kurz darauf kündigte der Anführer der Gruppe, Abubakar Shekaku, weitere Anschläge gegen Schulen an. "Wir werden die Lehrer vor den Augen ihrer Schüler töten und den Studenten sagen, dass sie den Koran studieren sollen", sagte Shekaku in einer Videobotschaft. Westliche Bildung müsse "bis zum letzten Atemzug" bekämpft werden.

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan hatte im vergangenen Jahr eine großangelegte Offensive gegen die islamistischen Rebellen in seinem Land angekündigt. Diese hat bisher jedoch kaum Erfolge gebracht. Im Gegenteil: Oft geraten Zivilisten zwischen die Fronten der Kriegsparteien - dadurch wächst der Zorn auf die Zentralregierung.

Viele Boko-Haram-Kämpfer nutzen das nahe gelegene Kamerun als Rückzugsraum. Von dort aus bereiten sie inzwischen einen Großteil ihrer Angriffe vor. Am Wochenende schloss Nigeria seine Grenzen zu dem Nachbarland, gleichzeitig betonte Jonathan aber die gute Zusammenarbeit beider Staaten bei der Terrorbekämpfung.

syd/Reuters

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