Massaker in Nigeria Islamisten-Kämpfer töten mindestens 90 Menschen

Nigeria hat Mitte Dezember eine Militäroffensive gegen Boko Haram gestartet. Doch das Morden der Terrorgruppe geht weiter. Jetzt haben die islamistischen Kämpfer laut Zeugenaussagen Dutzende Menschen im Nordosten des Landes umgebracht.

Boko-Haram-Kämpfer (Archivbild): "Wir sind geflohen, ohne sie zu beerdigen"
AFP/ YouTube

Boko-Haram-Kämpfer (Archivbild): "Wir sind geflohen, ohne sie zu beerdigen"


Maiduguri - Kämpfer der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram sollen am Sonntag im Nordosten Nigerias mindestens 90 Menschen getötet haben. Das berichten nigerianische Medien. Ein lokaler Politiker sagte dem britischen Sender BBC, es seien mehr als 100 Menschen umgebracht worden.

Bisher seien 60 der Opfer beerdigt worden, sagte der Senator aus der Region, Ali Ndume. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder, hieß es in der nigerianischen Zeitung "The Guardian". Es gebe viele Verletzte. Hunderte Bewohner seien aus dem überfallenen Ort geflüchtet.

Nach einem Augenzeugenbericht griffen mehr als 200 Bewaffnete in Militäruniformen an. Sie sollen der Nachrichtenagentur AP zufolge "Allah ist groß!" gerufen und in der Stadt Maiduguri scheinbar wahllos auf Menschen geschossen haben.

Anschließend zündeten die Angreifer Dutzende Häuser in dem von Christen bewohnten Dorf an, berichtete Reuters. "Während ich hier mit Ihnen spreche, liegen die leblosen Körper der Opfer noch immer in den Straßen", wird ein Anwohner von der Nachrichtenagentur zitiert. "Wir sind geflohen ohne sie zu beerdigen, weil wir Angst hatten, dass sich die Terroristen nur versteckt haben", teilte der Mann per Telefon weiter mit.

Die Behörden machten für das Massaker Boko Haram (zu Deutsch etwa: "Westliche Bildung ist Sünde") verantwortlich. Die Terrorgruppe kämpft seit Jahren im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt für einen islamischen Staat. Boko Haram verübte zahlreiche Anschläge auf Sicherheitskräfte, Regierungsvertreter, Schulen und Kirchen. Die islamistischen Anschläge gelten als größtes Sicherheitsrisiko in dem rohstoffreichen afrikanischen Land.

Seit dem Jahr 2009 wurden dabei Tausende Menschen getötet. Im Bundesstaat Borno gilt seit Mai 2013 der Ausnahmezustand.

vks/heb/AFP/AP/Reuters/dpa

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